Anerkennung von Ausbildungszeiten für anerkannte politische Flüchtlinge/DDR

von
seke

In einem früheren Beitrag las ich, dass max. 8Jahre als Ausbildungszeiten anerkannt werden; ich weiss nicht, ob das noch aktuell ist. -Vor meiner Ausbürgerung aus der DDR (in der BRD als pol. Flüchtling anerkannt/C-Ausweis) habe ich 5 Jahre Theologie studiert plus ein Jahr Predigerseminar; dann 6 Jahre Gemeindepastor. 1974 Ausbürgerung und C-Ausweis. Übernahme in den dienst meiner Kirche/West ohne Begründung abgelehnt, aber vom Hörensagen weiss ich, dass ew wohl Absprachen gab, dass Pastoren, die ihre Ost-Gemeinde "im Stich" liessen, keine "West-Gemeinde" bekommen sollten; in meinem Fall äusserte ein Leitungsmitglied (mündlich), dass man nicht sicher sein könne, ob ich nicht als Ost-Agent käme...
Meine Existenz war also zerstört, und ich musste mich beruflich neu orientieren: nochmals 5 Jahre Hochschulstudium/West in naturwissenschaftlicher Fachrichtung. -Frage: werden mir die max. Ausbildungszeiten auf Grund der Anerkennung als politischer Flüchtling zweimal gewährt?

von
lotscher

Bis zum Dez. 2008 werden noch 8 Jahre als Zeiten schulischer Ausbildung berücksichtigt.
Davon werden 36 Mon. mit maximal 75% des Gesamtleistungswertes berücksichtigt, die übrigen Monate mit je Monat späterem Rentenbeginn als 2005, mit monatlich sich veringernden Werten.

Ab Rentenbeginn Januar 2009 werden nur noch 36 Monateüberhaupt berücksichtig, ist es aber keine Fachschule, gar nichts mehr.

Versuche gegenwärtig abzuklären, ob trotzdem noch eine indirekte Berücksichtigung von 36 Monaten bei der Ermittlung des Gesamtleistungswertes vorzunehmen ist. Erwarte dazu einen Rückruf der DRV

Keinesfalls findet eine Doppelbewertung statr. Es gibt auch keine gesonderten begünstigenden Regelungen wegen Vertreibung oder Flucht oder wegen Ausweis C.

Das ist nur im Zusammenhang mit dem "BerRehag" beruflichen Rehabilitierungsgesetz machbar.

von
lotscher

hatte im Beitrag zuvor ja angedeutet, den Sachverhalt der Art der Berücksichtigung ab 2009 noch zuklären.

Dies ist erfolgt.

Im Rechenabschnitt
"Ermittlung der belegungsfähigen Kalendermonate"
die für die Grundbewertung und Vergleichsbewertung von Bedeutung sind, werden auch nach 2008 noch acht Jahre an schulischer Ausbildungszeit berücksichtigt, auch, wenn sie selbst keine eigene Bewertung mehr erfahren.

Experten-Antwort

Ihr Lebenslauf mit all den Studiengängen verdient Anerkennung.

Zur Sache aber: Die zuletzt von user Lotscher getroffenen Ausführungen sind zutreffend.

Sofern in Ihrem Fall davon auszugehen ist, dass Sie erst nach Januar 2009 eine Rentenleistung der gesetzlichen RV erhalten, bleibt festzustellen, dass damit nur noch echte Berufsausbilungszeiten mit einem Wert (derzeit so festgelegt) von 0,0625 Entgeltpunkten/Monat bewertet werden.

Schul/- und Studienzeiten wird keine eigener Berechnungswert mehr zugeordnet. Diese Zeiten spielen indes weiterhin bis zu einer Höchstdauer von acht Jahren bei der sogen. Gesamtleistungsbewertung eine Rolle - vermindern also ggf. die Lücke im belegungsfähigen Gesamtzeitraum. Dies kann - vereinfacht - gesprochen dazu führen, dass damit alle für Ihre spätere Rentenberechnung relevanten Versicherungszeiten einen höheren Wert zuugeordnet bekommen; weil ja damit eine evtl. Lücke verringert wird.

Wie sich dies der Höhe nach konkret bei Ihnen auswirken kann, kann online niemand beurteilen.

MfG

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