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Anerkennung von Ausbildungszeiten

von
Heinzi

Hallo

Ich bin 1948 geboren und war seit dem 1.4.1963 bis zum 20.11.64 in einer Ausbildung, die ich dan abgebrochen habe. Die neue Ausbildung war dann vom 1.1.65 bis zum 30.6.68. Diese Zeit habe ich als berufliche Ausbildung mit 0.75 Punkten anerkannt bekommen. Ist das mit der Zeit vom 1.4.63 bis 20.11.64 auch möglich?

MfG

Heinzi

von
Schade

auch eine abgebrochene Lehre wird als Berufsausbildungszeit bewertet und ggfls. besser bewertet, stellen Sie den entsprechenden Antrag!

Alerdings werden nur 36 Monate hochbewertet. Wenn am Anfang Monate hinzukommen, fallen die am Ende wieder raus - ob sich dadurch die Rente erhöht ist unklar.

von
Amadé

Verfügen Sie über Nachweise darüber, dass es sich bei der Zeit vom 1.4.1963 bis zum 20.11.64 um eine Zeit der Berufsausbildung handelt (z.Bsp. Lehrvertrag, Arbeitgeberbescheinigung über die Beendigung des Ausbildungsverhältnisses, Aufrechnungsbescheinigung, aus der die Berufsbezeichnung als Lehrling hervorgeht usw.)?

Beantragen Sie umgehend bei Ihrem Rentenversicherungsträger ein Kontenklärungsverfahren und legen dann diese Nachweise vor. In einer Auskunfts- und Beratungsstelle Ihres Rentenversicherungsträgers ist man Ihnen bei der Antragstellung behilflich.
Beantragen Sie die besondere Kennzeichnung der Pflichtbeiträge als Zeiten der beruflichen Ausbildung.

Sollten Sie keine Nachweise vorlegen können, stellen sich die Rentenversicherungsträger leider manchmal &#34;quer&#34;. Dann hilft nur noch eine - in der Regel kostenpflichtige - Anforderung einer Bescheinigung der zuständigen Handwerkskammer, in der Ihr Ausbildungszeit seinerzeit ein- und ausgetragen worden ist.

Damit Sie die Auswirkungen Ihrer Bemühungen auch prüfen können, beantragen Sie am besten die Erteilung einer Rentenauskunft mit DETAILLIERTER Rentenberechnung.

Wie mein Vorredner bereits ausgeführt hat, werden nur noch insgesamt 36 Monate an Berufsausbildungszeiten bei der Rentenberechnung höher bewertet.
Unterziehen Sie sich trotzdem der Mühe der Mitwirkung, da es leider nicht das erste mal - und vermutlich auch nicht das letzte mal war, dass der Gesetzgeber an der Bewertung der ersten 3 bzw. 5 Jahre herumgebastelt hat.

von
Rosanna

&#34;Sollten Sie keine Nachweise vorlegen können, stellen sich die Rentenversicherungsträger leider manchmal &#34;quer&#34;. Dann hilft nur noch eine - in der Regel kostenpflichtige - Anforderung einer Bescheinigung der zuständigen Handwerkskammer, in der Ihr Ausbildungszeit seinerzeit ein- und ausgetragen worden ist.&#34;

Lieber Armade, es hat mit &#34;Querstellen mancher RV-Träger&#34; überhaupt nix zu tun!!! Jeder Sachverhalt, der zur Erhöhung oder Verbesserung beitragen soll, muss eben auch nachgewiesen werden. Schulausbildungen müssen Sie doch auch nachweisen, oder reicht hier die ledigliche Angabe?

Wir bei der DRV sind angewiesen, vom Versicherten geeignete Unterlagen über die Berufsausbildung als Nachweis zu verlangen. Allein aufgrund der Angaben des Berechtigten sind in der Regel keine Zeiten der berufl. Ausbildung im Sinne von § 54 Abs. 3 S. 2 VI anzuerkennen.

Keine Regel ohne Ausnahmen: sind keine Unterlagen mehr vorhanden. kann im Einzelfall z.B. aufgrund der &#34;niedrigen&#34; Entgelte während der Ausbildung auf eine solche geschlossen werden. ABER NUR IM EINZELFALL!Allerdings ist dies immer schwierig zu rekonstruieren (insbesondere das Ende der Ausbildung), wenn die Ausbildung mitten im Jahr endete.

Im übrigen kann die Ausbildung auch durch eine Mitgliedsbescheinigung der Krankenkasse belegt werden (die von der DRV erhoben wird!). Bei einer über 40 Jahre zurückliegenden Ausbildung wird sich dies natürlich schwierig gestalten, da die Aufbewahrungsfrist abgelaufen ist. Deshalb sollte eine Kontenklärung halt nicht erst nach 20, 30, 40 Jahren durchgeführt werden. Leider kommen einige Versicherte mit der Kontenklärung erst, wenn der Rentenantrag gestellt wird. Obwohl zig-mal Versicherungsverläufe mit der Aufforderung um Kontenklärung versandt werden...

Auch eine bei der IHK oder HWK (durch die DRV) erhobene Bescheinigung kostet DEN VERSICHERTEN NICHTS!!!

MfG Rosanna

von
Amadé

Liebe Rosanna. Sind Sie bei der DRV Bund oder bei einem Regionalträger beschäftigt?

Ich könnte Ihnen ein Anschreiben der DRV Bund vorlegen, in dem der Versicherte trotz Vorliegen eines Gesellenbriefs - dazu aufgefordert worden ist, eine IHK-Bescheinigung anzufordern.

Der &#34;Spass&#34; hat den Versicherten schlanke 16 EURO gekostet.

von
HKDD

Ich habe lediglich einen Facharbeiterbrief (Dresden 1964), keinen Lehrvertrag. Daraus ist erkennbar, daß mein damaliger Betrieb VEB xxx auch der Ausbildungsbetrieb war. Genügt das als Ausbildungsnachweis ? Einen Facharbeiterbrief ohne Ausbildung gab es nicht.

von
Rosanna

Hallo Armade,

nein, bin dort nur rentenversichert. :-))

Ich muß zugeben, dass das ein starkes Stück ist! WIR (DRV f. Arbeiter) haben das noch nie angefordert, denn ein Gesellenbrief ist ein Nachweis.
Ob das aber generell von der DRV Bund so gehandhabt wird, wage ich zu bezweifeln. Es war vielleicht ein OBERPENIBLER Sachbearbeiter am Werk.

Ich muss allerdings dazu sagen, dass in manchen neueren Gesellenbriefen der BEGINN der berufl. Ausbildung NICHT dokumentiert ist. Aber - wie ich schon sagte - wenn die Ausbildung noch nicht so lange zurückliegt, läßt sich dies oft über die Krankenkasse, den Arbeitgeber (Lehrfirma) oder über die IHK/HWK klären. WIR haben die Vers. aber noch nie dazu aufgefordert, einen Nachweis direkt dort anzufordern.

Andererseits sind die meisten Dokumente FÜR RENTENZWECKE KOSTENLOS bei den Ämtern erhältlich, wenn man dies angibt.

MfG Rosanna

von
Happy

ja, denn in Ihrem SVA ist ja die Lehrzeit als solches auch bescheinigt.
Mir würde das genügen!

Gruß von Happy

von
Happy

Hallo ihr 2,

Ich denke auch so wie Rosanna. Es mus ein Eintrag gefehlt haben, sonst ist die Anforderung der DRV-Bund tatsächlich etwas dreist.

Ansonsten denke ich, das der Betreffende die 16.- &#8364; sicher wieder raus hat oder? ;-)))

Normalerweise wird durch die Kennzeichnung der Lehrzeit ja ein kleiner Bonus rüberkommen.

Gruß von Happy

von
Wolfgang

Viele Lehrbriefe (West) enthalten leider nur das Enddatum/den Prüfungstag, so dass hier Nachfragen vorprogrammiert sind - wenn der Versicherte nicht gleich darauf hinweißt &#39;mehr habe ich nicht&#39;.

Ich kann Rosanna da nur zustimmen, zunächst ist das Bestreben da, für die nachzutragenden Ausbildungszeiten Nachweise zu erhalten, die den gesamten Zeitraum belegen. Dann kommt es auf den Einzelfall an (und die Tagesform des Sachbearbeiters ;-) Tatsache ist auch, dass DRV Bund / KBS und DRV Regional (manchmal) unterschiedliche Verfahrensweisen haben, die einen doch schon mal mit den Augen rollen lassen. Die Org-Reform braucht halt noch ...

Zur Ausgangsfrage:

0,75 EP/Jahr für die ganzen 3,5 Jahre?

- Eine Rente ist bereits bewilligt? -

oder stammen die Daten aus einer (älteren) Rentenauskunft, aus dem Teil Grundbewertung/Vergleichsbewertung der Gesamtleistungsbewertung?
Bei Rentenbeginn nach 2008 würden nur noch die ersten 36 Monate aufgewertet werden können. Ein Rentenbeginn 2005 - 2008 sieht fallenden &#39;Aufwertungen&#39; für die über 3 Jahre hinausgehenden Ausbildungszeiten vor (0,75 -&#62; 0,0156).

Wegen der zusätzlichen Berufsausbildung 1963/64 wäre ich zunächst vorsichtig. Da sich die ersten 36 Monate verschieben, kann es im Ergebnis auch zu geringeren Entgeltpunkten führen. Da lohnt sich schon ein genauer Blick in die Rentenberechnung - und plötzlich liegt ein Lehrzeitnachweis nicht mehr vor ;-) (natürlich wären Sie/Heinz zum Nachweis verpflichtet).

Gruß
w.

Experten-Antwort

Auch Zeiten der Berufsausbildung ohne Abschluss sind im Versicherungsverlauf entsprechend zu kennzeichnen. Die Höherbewertung der beruflichen Ausbildung wird ab 2009 allerdings auf 36 Monate begrenzt.

von
Rosanna

In diesem Fall würde mir der Facharbeiterbrief auch vollauf genügen. Und - wie &#34;Happy&#34; schon erwähnte - erfolgte in der Regel der Eintrag über die Berufsausbildung ja auch im SVA.

Es wäre dann noch nicht einmal ein gesonderter Nachweis (Facharbeiterbrief) erforderlich.

von
Heinzi

Hallo

Ich bedanke mich für die Antworten,habe aber noch eine Frage an den Experten.Wieviel Monaten werden angerechnet wenn ich 2008 in rente gehe?

MfG

Heinzi

Experten-Antwort

Wenn Sie 2008 in Rente gehen, findet keine zeitliche Begrenzung von Zeiten beruflicher Ausbildung statt. Für die Zeit der beruflichen Ausbildung, die über drei Jahre hinausgeht, erfolgt jedoch eine wertmäßige Begrenzung auf die Werte aus der Tabelle zu § 263 Abs. 3 SGB VI.