Angst, dass Reha-Antrag in Renten-Antrag gewandelt wird

von
Müllermann

Guten Morgen,

langsam wachsen mir die Dinge über den Kopf und vielleicht können Sie mir virtuell etwas "Ruhe" verschaffen, da ich erst in der kommenden Woche den Termin in der DRV habe... der Übersicht halber, zähle ich mal stichpunktartig auf:

- bin schon lange krank geschrieben
- hab einen Reha-Antrag gestellt
- KK hat § 51 nachgeschoben
- bin seit kurzem ausgesteuert
- Arbeitsagentur hat mich med. begutachtet und festgestellt, dass meine Leistungsfähigkeit für mehr als 6 Monate, aber nicht auf Dauer aufgehoben ist (deckt sich mit der Einschätzung meiner Ärzte und mir)
- Reha-Bescheid ist ergangen, da aber med. notwendige Dinge in dieser Klinik nicht statt finden, habe ich nach Rücksprache mit AA Widerspruch eingelegt
- die Widerspruchsbearbeitung läuft
- das med. Gutachten der AA liegt mittlerweile der DRV vor

Meine Fragen:
Besteht von Seiten der DRV jetzt die Möglichkeit, meinen Reha-Antrag in einen Renten-Antrag umzuwidmen?

Danke, Müllermann

von
Jockel

Hallo,
also,so ganz viel kann man ohne Glaskugel nicht dazu sagen. Es scheint eher unwahrscheinlich, dass die DRV den Rehaantrag umdeutet. Warum sollte sie das auch tun ? DIe DRV wird vielmehr darauf drängen, dass sie die angebotene Reha durchführen.

von
Klaus-Peter

Grundsätzlich kann die RV den Rehaantrag jederzeit in einen EM-Antrag umdeuten - auch ohne das vorher eine med. Reha stattgefunden hat. Dies wird Sie aber n u r dann tun, wenn aus den bereits vorliegendene ärztlichen Unterlagen klar und eindeutig erkennbar ist das bereits EM vorliegt.

In ihrem Fall ist dies jedoch nicht der Fall. Da die RV hier bei ihnen bereits eine med. Reha genehmigt hat, geht man beim med. Dienst davon aus das dadurch eine EM abgewendet oder eine bereits bestehede EM erheblich gebessert werden kann. Sonst würde ja gar keine med. Reha genehmigt, weil sinnlos. Insofern wird in ihrem Fall sicher der Rehaanatrag solange nicht in einen EM-Antrag umgedeutet bis Sie diese Reha absolviert haben. Dort soll ja festgestellt ob Sie EM sind oder nicht.

Ob der Widerspruch gegen die Wahl der Rehaklinik schlau und sinnvoll ist , bleibt abzuwarten. Letztlich kommt es darauf an was Sie anstreben. Er ist es sicher nicht, wenn es für Sie darum geht das schnellstens eine Feststellung zur EM erfolgt, da das ganze Verfahren durch den Widerspruch ja ganz erheblich zeitlich verzögert wird. Dessen sollten Sie sich bewusst sein bzw. werden.

knn.

von
Müllermann

Danke schon mal für die Antworten.

Ja, dass mit dem Widerspruch ist unglücklich, musste aber sein.

Ich wurde im Vorfeld begutachtet, nicht nach Aktenlage, in echt. Der unabhängige Gutachter hat dann eine Reha-Klinik (Vertragsklinik) empfohlen. Eine Reha besteht ja immer aus verschiedenen Modulen. In der empfohlenen Klinik werden alle med. notwendigen Module angeboten. In der zugeteilten Klinik nicht.
Mein behandelnder Arzt hat mit beiden Kliniken gesprochen und alle halten die empfohlene Klinik für med. sinnvoller und vor allem zielführender.

Da ich wieder arbeiten gehen möchte, ist es mir wichtig, dass ich die "richtige" Reha bekomme.

von
Klaus-Peter

Da es ihnen dann nicht vorrangig um die EM-Rente geht ( sondern um ihre Gesundheit ) , ist ihre Vorgehensweise mit dem Widerspruch durchaus richtig.

Andererseits sollten Sie die Möglichkeiten einer med. Reha hinsichtlich ihrer Gesundung nun auch nicht überschützen. In erster Linie geht es in einer Reha immer darum Sie möglichst schnell wieder fit zu bekommen , damit Sie ihre Arbeit wieder aufnehmen können. Dies geht ganz oft dann leider auch sogar auf Kosten der Restgesundheit. Also schön aufpassen......

Experten-Antwort

Der Rentenversicherungsträger hat Ihnen eine medizinische Maßnahme zur Rehabilitation bewilligt, die Sie auch grundsätzlich antreten wollen. Ihr Widerspruch richtet sich nur gegen die Auswahl der Rehabilitationseinrichtung . Der Grundsatz der Rentenversicherung lautet: Maßnahmen zur Rehabilitation vor Rente Die Entscheidung, ob der Antrag auf Maßnahmen zur Rehabilitation in einen Rentenantrag umgedeutet wird, obliegt allerdings dem Rentenversicherungsträger. Die Rücknahme des Bescheides ist daher unter den einschränkenden Regelungen des SGB 10 grundsätzlich möglich. Wie in Ihrem Fall entschieden wird, muss leider abgewartet werden.