Anmeldung auch bei geringem Gewinn nötig?

von
Marcus Mann

Ich plane eine lehrende Tätigkeit als Freiberufler.

Ist denn eine Anmeldung zur Rentenversicherung erforderlich, wenn mittelfristig kein monatlicher Gewinn über 400 Euro zu erwarten ist?

Ich gehe "dank" bereits beträchtlicher Investitionen (Weiterbildung, Möbel, Miete etc.) von einem Verlust im ersten Jahr aus und werde hoffentlich im zweiten eine Kostendeckung erreichen.

Reicht also eine Anmeldung bei Überschreitung des Gewinns von 400 Euro?

Vielen Dank!

von
Renten-Fachmann

§ 196 SGB VI Auskunfts- und Mitteilungspflichten (Auszug)
(1) Versicherte oder Personen, für die eine Versicherung durchgeführt werden soll, haben, soweit sie nicht bereits nach § 28o des Vierten Buches auskunftspflichtig sind, dem Träger der Rentenversicherung ...
2. Änderungen in den Verhältnissen, die für die Feststellung der Versicherungs- und Beitragspflicht erheblich sind und nicht durch Dritte gemeldet werden, unverzüglich mitzuteilen.
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§ 2 SGB VI Selbständig Tätige
Versicherungspflichtig sind selbständig tätige
1. Lehrer und Erzieher, die im Zusammenhang mit ihrer selbständigen Tätigkeit regelmäßig keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen, ...
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Es ist sehr ratsam, Ihrer Mitteilungspflicht bei der Deutschen Rentenversicherung nachzukommen.
Diese entscheidet ob Versicherungspflicht besteht.

von
Marcus Mann

Vielen Dank für die Hinweise.

Spielt es eine Rolle, dass ich bereits als Vollzeitangestellter in die Rentenkasse einzahle und die Freiberuflichkeit nur auf geringer Stundenzahl und mit entsprechend geringem (wenn überhaupt) Gewinn fahre?

Experten-Antwort

Nein, die Hauptbeschäftigung als Angestellter spielt keine Rolle (die Rentenversicherung kennt grundsätzlich die Möglichkeit der Mehrfachversicherung, also in mehreren Jobs oder Tätigkeiten, falls jeder für sich gesehen der Rentenpflicht unterliegt).

Hinweis zur Meldung beim Rententräger:
Nach §190a SGB VI sind versicherungspflichtige Selbständige zur verpflichtet sich beim Rententräger zu melden. Versicherungspflichtige Selbständige sind jedoch insbesondere die geringfügig selbständig Tätigen nicht!!
Trotzdem ist eine Meldung beim Rententräger sinnvoll.
Zum einen kann geprüft werden ob evtl. andere Varianten der Selbständigenrentenpflicht (für nur einen Auftraggeber zB) in Betracht kommen, zum zweiten bleiben sie in einer regelmäßigen Überprüfung des Rententräger, was böse Überraschungen verhindert falls sie selbst ihre Selbständigkeit "vom heimischen Sofa aus" falsch beurteilt haben sollten.
Am Ende wird nix weiter passiert sein (außer ein durchaus zu bewältigenden, kleiner Papierkram) wenn die Selbständigkeit tatsächlich ohne gesetzl. Rentenversicherung ablaufen kann.
Dann haben sie aber Gewissheit darüber.