Anrechenzeiten für Rente für besonders langjährig Versicherte

von
Globus Eins

Hallo,

können bzw. werden Zeiten der Ausbildung, Studium und Wehrdienst auch für die Rente für besonders langjährig Versichtere angerechnet?
Im Detail:
06/71 - 08/71 Fachschule (mittlere Reife)
09/71 - 01/74 Lehre
(02/74 - 09/74 normal gearbeitet)
10/74 - 06/75 Fachhochschulreife als Voraussetzung fürs Studium
07/75 - 09/76 Wehrdienst
10/76 - 07/80 Studium

im Voraus schon mal herzlichen Dank für die Antworten

von
DRV

Schule, Fachschule und Studium sind keine Beitragszeiten und werden nicht für die erforderlichen 45 Beitragsjahre angerechnet.

von
Rentenschmied

Hallo,
Für die Wartezeit von 45 Jahren zählen:
– Pflichtbeitragszeiten für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit,
– Berücksichtigungszeiten,
– Zeiten des Bezugs von Entgeltersatzleistungen der Arbeitsförderung, soweit sie Anrechnungszeiten sind, wobei die letzten zwei Jahre vor Rentenbeginn nur berücksichtigt werden, wenn der Bezug durch eine Insolvenz oder vollständige Geschäftsaufgabe bedingt ist,
– Zeiten des Bezugs von Leistungen bei Krankheit und Übergangsgeld, soweit sie Anrechnungszeiten sind,
– Zeiten, für die freiwillige Beiträge gezahlt worden sind, wenn mindestens 18 Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit vorliegen, wobei die letzten zwei Jahre vor Rentenbeginn nur berücksichtigt werden, wenn nicht gleichzeitig Anrechnungszeiten wegen Arbeitslosigkeit vorliegen,
– Ersatzzeiten,
– Monate aus Zuschlägen für eine geringfügige versicherungsfreie Beschäftigung
und
– Monate aus Zuschlägen für eine geringfügige Beschäftigung, für die Beschäftigte von der Versicherungspflicht befreit sind.

Aber keine Anrechnungszeiten wegen Schul-, Fach- oder Hochschulbesuch.

Mit besten Grüßen

Experten-Antwort

Hallo Globus Eins,
ich kann auf die Vorantworten verweisen. Schule, Fachschule, Studium gehört regelmäßig nicht zu den Zeiten, die für die 45 Jahre berücksichtigt werden können. Grund sind die fehlenden Beiträge.
Für Zeiten der Berufliche Ausbildung (mit Lehrlingsgehalt) und für den Wehrdienst sind Beiträge tats. gezahlt worden bzw. gelten als gezahlt, daher sind diese Zeiten bei den 45 Jahren mitzurechnen.

von
Globus Eins

Zitiert von: Experte/in
Hallo Globus Eins,
ich kann auf die Vorantworten verweisen. Schule, Fachschule, Studium gehört regelmäßig nicht zu den Zeiten, die für die 45 Jahre berücksichtigt werden können. Grund sind die fehlenden Beiträge.
Für Zeiten der Berufliche Ausbildung (mit Lehrlingsgehalt) und für den Wehrdienst sind Beiträge tats. gezahlt worden bzw. gelten als gezahlt, daher sind diese Zeiten bei den 45 Jahren mitzurechnen.

Warum werden denn dann diese Zeiten überhaupt im Versicherungsverlauf aufgeführt.
Macht ja dann keinen Sinn, oder?

von
Globus Eins

Zitiert von: Experte/in
Hallo Globus Eins,
ich kann auf die Vorantworten verweisen. Schule, Fachschule, Studium gehört regelmäßig nicht zu den Zeiten, die für die 45 Jahre berücksichtigt werden können. Grund sind die fehlenden Beiträge.
Für Zeiten der Berufliche Ausbildung (mit Lehrlingsgehalt) und für den Wehrdienst sind Beiträge tats. gezahlt worden bzw. gelten als gezahlt, daher sind diese Zeiten bei den 45 Jahren mitzurechnen.

Warum werden denn dann diese Zeiten überhaupt im Versicherungsverlauf aufgeführt.
Macht ja dann keinen Sinn, oder?

Experten-Antwort

Neben der Altersrente für besonders langjährige Versicherte, gibt es weitere Rentenarten, mit anderen Wartezeiten, bei denen ggf. diese anderen (beitragsfreien Zeiten) rentenrechtlichen Zeiten mitgezählt werden.
Außerdem sind Wartezeitprüfung und Rentenberechnung nicht gleichzusetzen.
Bei der Berechnung der Rente werden verschiedene rentenrechtliche Zeiten berücksichtigt. Das sind zum Einen die Monate mit direkten Beitragszahlungen (Beitragszeiten), aber auch die beitragsfreien Monate. Die Auswirkungen auf die Rentenhöhe sind dabei unterschiedlich, dies können Sie auch aus Ihrer Rentenauskunft ersehen.

von
Globus Eins

Bei der Berechnung der Rente werden verschiedene rentenrechtliche Zeiten berücksichtigt.
Das sind zum Einen die Monate mit direkten Beitragszahlungen (Beitragszeiten), aber auch die beitragsfreien Monate.
Die Auswirkungen auf die Rentenhöhe sind dabei unterschiedlich, dies können Sie auch aus Ihrer Rentenauskunft ersehen.[/quote]

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Können Sie sagen wie hoch die Entgeldpunkte bei der Ausbildung (Lehre) sind bzw. sein können oder müssen.
Kann mich noch daran Erinnern, dass ich im 1. Lehrjahr 190 DM verdient habe.
Das dürfte dann wohl gegen Null tendieren.

Zählt das Studium zu den Beitragsfreien Zeiten? Spielt das damals erhaltene Bafög irgendwie eine Rolle?

von
Damals

Zitiert von: Globus Eins
Bei der Berechnung der Rente werden verschiedene rentenrechtliche Zeiten berücksichtigt.
Das sind zum Einen die Monate mit direkten Beitragszahlungen (Beitragszeiten), aber auch die beitragsfreien Monate.
Die Auswirkungen auf die Rentenhöhe sind dabei unterschiedlich, dies können Sie auch aus Ihrer Rentenauskunft ersehen.

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Können Sie sagen wie hoch die Entgeldpunkte bei der Ausbildung (Lehre) sind bzw. sein können oder müssen.
Kann mich noch daran Erinnern, dass ich im 1. Lehrjahr 190 DM verdient habe.
Das dürfte dann wohl gegen Null tendieren.

Zählt das Studium zu den Beitragsfreien Zeiten? Spielt das damals erhaltene Bafög irgendwie eine Rolle?[/quote]

Hallo,

das Bafög spielt überhaupt keine Rolle. Die EGP während der Ausbildung müsste ungefähr bei 0,1985 liegen. Ich überlege wie alt du sein könntest. Meine Tochter hat vor 4 Jahren im ersten Ausbildungsjahr 930 Euro erhalten.

Grüße

von
Globus Eins

Sind die 0,1985 pro Jahr oder für alle drei Jahre?
Wie kann man sowas ausrechnen oder nachlesen?

Übrigens, bin 64, noch.

von
chi

Entgeltpunkte werden berechnet, indem der Verdienst durch das Durchschnittsentgelt des betreffenden Jahres geteilt wird. Das Durchschnittentgelt für 1972 war beispielsweise 16335 DM. Bei 12*190 DM = 2280 DM Jahresverdienst ergeben sich also 2280/16335 = 0,1396 Entgeltpunkte.

Für Zeiten der beruflichen Ausbildung wird allerdings in den meisten Fällen eine Aufwertung vorgenommen. Das heißt, die Zeiten gehen in die Rentenberechnung so ein, als wäre ein durchschnittlicher Verdienst erzielt worden (1 Entgeltpunkt pro Jahr).

von
FFM

Zitiert von: chi
Entgeltpunkte werden berechnet, indem der Verdienst durch das Durchschnittsentgelt des betreffenden Jahres geteilt wird. Das Durchschnittentgelt für 1972 war beispielsweise 16335 DM. Bei 12*190 DM = 2280 DM Jahresverdienst ergeben sich also 2280/16335 = 0,1396 Entgeltpunkte.

Für Zeiten der beruflichen Ausbildung wird allerdings in den meisten Fällen eine Aufwertung vorgenommen. Das heißt, die Zeiten gehen in die Rentenberechnung so ein, als wäre ein durchschnittlicher Verdienst erzielt worden (1 Entgeltpunkt pro Jahr).

Hm...?
Ist die Aufwertung nicht eher max. 0,75 EP für max. 3 Jahre, also bestenfalls?

von
chi

In den Gesamtleistungswert geht es mit (knapp) 1 EP ein. Die Bewertung der Zeit selbst ist dann in der Tat begrenzt.

von
Globus Eins

Wie ist es dann (mit den EP), wenn man z.B. in einem Kalenderjahr 3 Monate Ausbildung hat und dann vollerwerbstätig ist.
Also die Ausbildung Ende März fertig ist und man dann voll arbeitet?

von
W°lfgang

Zitiert von: Globus Eins
Wie ist es dann (mit den EP), wenn man z.B. in einem Kalenderjahr 3 Monate Ausbildung hat und dann vollerwerbstätig ist.
Also die Ausbildung Ende März fertig ist und man dann voll arbeitet?

Hallo Globus Eins,

da die EP Pflichtbeitragszeit/Berufsausbildung konkret für diese 3 Monate zu ermitteln ist /im Rahmen der EP aus Gesamtleistungsbewertung 'aufzuwerten' ist, verstehe ich Ihre Nachfrage nicht.

Vielleicht hinterfragen Sie aber auch, wenn der AG/Lehrherr für dieses Jahr nur eine Jahresmeldung abgesetzt hat, wie ist das aufzudröseln? Wird 'aufgedröselt' - für die Berufsausbildung wird ggf. das 'wahrscheinliche/niedrige' Entgelt in den ersten 3 Monaten angesetzt (Logigprinzip aus Lehrvertragsentgelten und/oder Vorjahreslehrlingsentgelt), um es hintendran auf max. 75 % aufzuwerten.

Gruß
w.