Anrechnung auf die Beitragsjahre

von
July

Sehr geehrte Damen und Herren,

1981 – 1983 Besuch der Techniker-Schule. Ist diese Leistung rentenversicherungspflichtig und auf die 45 Beitragsjahre anzurechnen.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

July

Experten-Antwort

Hallo July,

Auf die Wartezeit von 45 Jahren werden Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit, Zeiten mit geringfügiger, nicht versicherungspflichtiger Beschäftigung (anteilig), Kindererziehung bis zum zehnten Lebensjahr des Kindes, Wehr- oder Zivildienstpflicht, freiwilliger Wehrdienst, nicht erwerbsmäßige Pflege von Angehörigen sowie Ersatzzeiten angerechnet. Auch Zeiten des Bezugs von Übergangsgeld und von Leistungen bei Krankheit zählen mit. Unter bestimmten Voraussetzungen werden auch Zeiten der Arbeitslosigkeit und freiwillige Beiträge berücksichtigt.

Sollte es sich also um Zeiten eines reinen Schulbesuches handeln, können Sie diese zwar als Anrechnungszeiten geltend machen, auf die Wartezeit von 45 Jahren werden diese Monate allerdings nicht angerechnet.

Oftmals wurden neben einer Technikerausbildung Leistungen von der Arbeitsagentur bezogen. Unter Umständen können hierdurch Monate auf die Wartezeit von 45 Jahren angerechnet werden.

Wir empfehlen Ihnen, dies mit Ihrem Rentenversicherungsträger oder durch einen Termin bei einer Auskunft- und Beratungsstelle vor Ort zu klären.

Freundliche Grüße

von
July

Recht herzlichen Dank für Ihre rasche Antwort!

Im vorliegenden Falle wurden Leistungen von der Arbeitsagentur bezogen (Unterhaltsgeld AFG).

Sie schreiben, dass in diesem Falle, unter Umständen Monate auf die Wartezeit von 45 Jahren angerechnet werden können.

Können Sie diese Umstände benennen? Im Netz habe ich gelesen, dass diese Leistung (Unterhaltsgeld) mal rentenversicherungspflichtig und in anderen Zeiträumen halt nicht rentenversicherungspflichtig in der Rentenversicherung waren. Wie verhält es sich diesbezüglich für den Zeitraum 1981 bis 1983?

Vielen, vielen Dank!

July

Experten-Antwort

Hallo July,

bei der Wartezeit von 45 Jahren werden Entgeltersatzleistungen der Arbeitsförderung (zum Beispiel Arbeitslosengeld), die gleichzeitig Pflichtbeitrags- oder Anrechnungszeiten sind berücksichtigt; [sollten Sie die Leistungen der Arbeitsförderung jedoch in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn bekommen haben, wird diese Zeit nur berücksichtigt, wenn die Leistung durch eine Insolvenz oder vollständige Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers bedingt war.]

Es spielt also keine Rolle ob es sich bei der Zeit um eine Beitragszeit oder eine Anrechnungszeit handelt. Vielmehr ist die Art der Leistung maßgebend. Sollten Sie sich unsicher sein ob Ihr Leistungsbezug bei der Wartezeit von 45 Jahren berücksichtigt wurde, wenden Sie sich bitte an Ihren Rentenversicherungsträger. Sollte noch nicht geprüft worden sein ob die Zeiten anrechenbar sind, wird ggf. ein Nachweis über die Art der damals bezogenen Leistung benötigt.

Freundliche Grüße

von
July

In welchem Zeitraum war Übergangsgeld AFG rentenversicherungspflichtig?
Bei Leistungsbezug vom Arbeitsamt z. B. in den Jahren 1990/1991 waren diese Leistungen nicht rentenversicherungspflichtig. Es kann also auch nicht als Beitragszeit berücksichtigt werden, wenn keine Beiträge gezahlt worden sind. Ab 01.01.1992 wieder versicherungspflichtig.

Und wie verhält es sich in dem Zeitraum 1981 bis 1983?
Wer weiß Rat?

von
Rentner

Schauen Sie doch einfach mal in Ihren Versicherungsverlauf ob diese Zeit als Pflichtbeitragszeit ausgewiesen sind, dann sind ist Ihnen doch schon geholfen. Sollten Sie einen Verlauf nicht haben fordern Sie diesen bei der Rentenversicherung an.

von
Susi

@july wollen Sie wissen wie die Zeit in der Sie Leistungen bekommen haben grundsätzlich angerechnet wird? Dann müssen Sie Ihre Frage anders stellen...
Sie haben doch gefragt ob die Zeit auf die Wartezeit von 45 Jahren angerechnet wird - Unterhaltsgeld müsste eine Entgeltersatzleistung sein, also anrechenbar auf die 45 Jahre. Aber das sollte man von der RV klären lassen.

von
W°lfgang

Zitiert von: Susi
@july wollen Sie wissen wie die Zeit in der Sie Leistungen bekommen haben grundsätzlich angerechnet wird? Dann müssen Sie Ihre Frage anders stellen...
Sie haben doch gefragt ob die Zeit auf die Wartezeit von 45 Jahren angerechnet wird - Unterhaltsgeld müsste eine Entgeltersatzleistung sein, also anrechenbar auf die 45 Jahre. Aber das sollte man von der RV klären lassen.

Ergänzend:

Unterhaltsgeldbescheid vom AA (dürfte ein 'rosa' Bescheid sein) aus den eigenen Unterlagen raussuchen/alternativ den 'gelben' Leistungsnachweis und Kopie davon ab an die DRV.

Sofern eigene Unterlagen nicht vorhanden sind, mit der damaligen Krankenkasse (KK) in Verbindung setzten, die könnten die Art des Leistungsbezugs ggf. noch bescheinigen - obwohl, für diese alten Zeiten sind die Verjährungsfristen dann längst abgelaufen, dann hier 'Negativbescheinigung' der KK an die DRV übersenden.

Erst danach letzte Alternative zu Anrechnung/Zuordnung zu den 45: die DRV bewertet diese Alo-Zeit mit Logik - Ausbildungsbescheinigung vorlegen und die Zeit wird als wahrscheinliche Zeit des Unterhaltsgeldsbezug den 45 Jahren zugeordnet.

Auf die Möglichkeit, hier selbst im Rahmen einer Eidesstattlichen Versicherung den Unterhaltsgeldbezug zu erklären, wird regelmäßig verzichtet – der 'gesunde Menschenverstand'/haben auch MA der DRV :-), wird regelmäßig verzichtet.

Nebenbei: bis 1982/3 bestand zwar Beitragspflicht aus AFG-Leistungen. Trotzdem kann diese Zeit nicht (sofort) zu den 45 Jahren zugeordnet werden, weil die Leistungsart aus der damaligen AFG-Meldung nicht erkennbar ist ...deswegen ja das Gedöns mit den speziellen Nachweisen/Leistungsarten - wenn es überhaupt wichtig ist /diese Rentenart/vorzeitiger + ungekürzter Beginn angestrebt wird + es ohne diese Zeiten nicht möglich ist.

Gruß
w.

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