Anrechnung der Auslandsjahre

von
Manuela

Ich arbeite seit 9 Jahren im Ausland, genau 4 Jahre in Moskau, 4,2 Jahre in Oesterreich und nun seit Mai 07 in Madrid. Ich habe natuerlich brav meine Sozialabgaben in jedem Land gezahlt und habe auch Nachweise dafuer. Mein Hauptwohnsitz ist immer noch in DE und das Finazamt dort wollte natuerlich auch immer einen Nachweis.
Bevor ich diese Jobs angenommen habe hat man mir versichert, das mir die Jahre in DE angerechnet werden.
Es gibt ein Abkommen zwischen diesen Ländern.
1.Stimmt das?
2.Sollte ich anfangen Kontakt aufzunehmen und alles einreichen?
Ich bekomme jedes Jahr einen Auszug von Ihnen, das Enddatum der lezten Einzahlung in DE war 1999.
Vielen Dank
Manuela

von
Schade

Sie werden später aus jedem Land eine separate Rente erhalten.

Immer wenn es um Mindestzeiten geht, werden die Zeiten zusammengezählt, sofern Deutschland mit den jeweiligen Ländern ein SV Abkommen besitzt (ist bei EU staaten kein Problem).

Grundsätzlich sehe ich für Sie 2 Wegen.

Sie teilen der DRV mit von wann bis wann Sie bei welchem Arbeitgeber unter welcher Rentennummer in den einzelnen Staaten versichert waren, dann fordert die DRV die Zeiten im jeweiligen Staat an- das kann man immer machen!

Oder sie entscheiden sich für die unbürokratischere Variante und wenden sich selbst direkt an die Rentenversicherung in Österreich und Russland und beantragen, dass man Ihnen eine Aufstellung der Versicherungszeiten zukommen lässt - so was kann man ja allein ohne staatliche Hilfe schreiben :).

Wegen Spanien würde ich das erst dann unternehmen, wenn diese Zeit zu Ende geht (heute sind möglicherweise die Zeiten aus 2007 noch gar nicht beim spanischen Träger gelandet, weil diese Zeiten vielleicht erst im Laufe des Jahres 2008 vom Arbeitgeber übermittelt werden.)

Vielleicht haben Sie ja auch sowas wie "unsere Jahresmeldung" aus den einzelnen Ländern? In DE bekommen Sie diese ja jährlich vom Arbeitgeber (und da steht, Zeit, Verdienst und Rentennummer drauf).
Da reicht als Beleg grundsätzlich aus.

Experten-Antwort

Guten Tag, Manuela,

zur Frage 1:
Ein deutsch-russisches Sozialversicherungsabkommen gibt es noch nicht. Das bedeutet, dass Sie sich zur Zeit direkt an den russischen Versicherungsträger wenden müssen, wenn Sie etwas klären wollen bzw. wenn Sie eine Leistung beantragen wollen.

Nach Ihren Angaben gelten für Sie wegen der Versicherungszeiten in Österreich, Spanien und Deutschland die Regelungen des Europäischen Rechts in Form der Verordnungen (EWG) Nr. 1408/71 und Nr. 574/72. Diese Regelungen besagen, dass für den Erwerb eines Rentenanspruchs die jeweiligen Zeiten zusammengerechnet werden, aber jeder Staat aus den in seinem Land zurückgelegten Versicherungszeiten eine Rente zahlt, sofern die jeweiligen nationalen Vorschriften erfüllt sind.

zur Frage 2:
Je früher Sie anfangen, Ihr Versicherungskonto zu klären, um so besser. Auf jeden Fall sollten Sie vorhandene Belege über die zurückgelegten Versicherungszeiten aufbewahren. Zumindest der österreichische und der spanische Versicherungsträger müssten die dort bereits zurückgelegten Zeiten außerhalb eines Leistungsverfahrens zum Zwecke der Kontenklärung bestätigen können. Ob diese Aussage auch für den russischen Träger gilt, kann ich nicht sagen.

Den Antrag auf Kontenklärung können Sie, da Sie - wie Sie sagen - Ihren Hauptwohnsitz in Deutschland haben, beim Versicherungsamt der für Sie zuständigen Stadtverwaltung stellen. Fügen Sie dem Antrag bitte ein ausgefülltes Formblatt E 207 bei, welches Sie auf der Internetseite der Deutschen Rentenversicherung Bund (www.deutsche-rentenversicherung-bund.de) finden. Ferner fügen Sie bitte insbesondere Nachweise über Ihre ausländischen Versicherungszeiten bei. Der deutsche Rentenversicherungsträger wird dann Ihre Versicherungszeiten aus Österreich und Spanien anfordern.