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Anrechnung Kindererziehungszeit nach Adoption im Ausland?

von
LeFay

Hallo Expertinnen und Experten,
ich habe jetzt geraume Zeit gegoogelt, gelesen und trotzdem noch keine Antwort auf meine - sicherlich knifflige - Frage, die da lautet:

Meine Ehefrau (Ausländerin m. derzeit Niederlassungserlaubnis, Einbürgerung folgt) hat aus erster Ehe einen Sohn (*1996), den ich adoptiert habe. Mit Adoption verfügt er jetzt über eine dt. Geburtsurkunde, praktisch als wäre er immer schon Deutscher, lediglich im Ausland geboren.

Seit 2005 leben wir gemeinsam in DE. Die Adoption dauerte mehrere Jahre und ist seit 24.12.2008 rechtsgültig.

FRAGE:
Besteht Anspruch auf Kindererziehungszeit? Wenn ja für wen (Frau / Mann)? Wenn für Mann (Beamter), kann dieser die evtl. Ansprüche auf die Frau abtreten?

Vielen Dank für jegliche Antworten

von
Hinkelstein

Es besteht kein Anspruch auf Kindererziehungszeit, da dass Kind in den ersten 3 Jahren nach der Geburt im Ausland erzogen wurde, und keine Ausnahmen wie Entsendung, etc. vorliegen.

von
Schade

Für die Kindererziehungszeit von 1996 bis 1999 (=3 Jahre) müssen Erziehender und Kind in D gelebt haben. Da der Zuzug des Kindes erst 2005 erfolgte, liegen vorher die Voraussetzungen nicht vor. Weder für die Frau noch für Sie.

von
Simpel

Simple Frage, kurze AW: Njet!

von
LeFay

Allen Antwortenden herzlichen Dank.
Wäre ja auch zu schön gewesen um wahr zu sein. Wir waren nur verunsichert, weil wir beide Kinder im V0800 angeben sollten (lt. Auskunft RV). Aber wir werden noch einen Bertungstermin haben und dann wird es sich amtlich klären.
Danke und schönen Tag

Zitiert von: LeFay

Hallo Expertinnen und Experten,
ich habe jetzt geraume Zeit gegoogelt, gelesen und trotzdem noch keine Antwort auf meine - sicherlich knifflige - Frage, die da lautet:

Meine Ehefrau (Ausländerin m. derzeit Niederlassungserlaubnis, Einbürgerung folgt) hat aus erster Ehe einen Sohn (*1996), den ich adoptiert habe. Mit Adoption verfügt er jetzt über eine dt. Geburtsurkunde, praktisch als wäre er immer schon Deutscher, lediglich im Ausland geboren.

Seit 2005 leben wir gemeinsam in DE. Die Adoption dauerte mehrere Jahre und ist seit 24.12.2008 rechtsgültig.

FRAGE:
Besteht Anspruch auf Kindererziehungszeit? Wenn ja für wen (Frau / Mann)? Wenn für Mann (Beamter), kann dieser die evtl. Ansprüche auf die Frau abtreten?

Vielen Dank für jegliche Antworten

von
RFn

Der Nachweis der Elterneigenschaft (auch für adoptierte Kinder) hat nach dem gegenwärtigem Recht bei einer Rentengewährung Einfluss auf die Höhe des Beitrages zur Pflegeversicherung.
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Es schadet also nichts, in den Formularen zur Kontenklärung alle Angaben zu tätigen; über die Anerkennung oder Ablehnung entscheidet sowieso der Rentenversicherungsträger.
Zum Abschluss des Kontenklärungs- oder Kontenergänzungsvefahrens wird vom Rentenversicherungsträger ein Feststellungsbescheid erteilt, in dem nicht anerkennungsfähige Zeiten mit einer kurzen Begründung abgelehnt werden.

von
Hans

Für die Kindererziehung gibt es neben den Kindererziehungszeiten noch Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung für die erszen 10 Jahre nach der Geburt. Für die Anerkennung dieser Zeiten gelten die gleichen Voraussetzungen wie bei den Kindererziehungszeiten.

Das bedeutet, dass die Berücksichtgungszeiten ggf. von 2005 (ab Zuzug nach Deutschland) bis 2006 (Vollendung des 10 Lebensjahres des Sohnes) bei Ihrer Frau anerkannt werden können.

Auch können für die Mutterschutzfristen ggf. Anrechnungszeiten anerkannt werden. Diese Anrechnungszeiten sind im Gegensatz zu den Kindererziehungzeiten bzw. Berücksichtigungszeiten gebietsneutral, d.h. sie werden auch bei einer Geburt / Erziehung im Ausland anerkannt.

Es ist somit für Ihre Frau sehr vorteilhaft, wenn der Antrag auf Kindererziehungszeiten gestellt wird.

von
KSC

Aber wenn es um den Pflegebeitrag bei der späteren Rente geht, reichts es doch "einfach" zu gegebener Zeit die Adoptionsurkunde mit dem Rentenantrag einzureichen.

Nur deshalb jetzt die Kontenklärung zu betreiben, darin das Zuzugsdatum nachzuweisen, die Frage klären, wann der Aufenthaltsstatus möglicherweise zur Anerkennung der "paar Monate" Berücksichtigungszeit von 2005 bis 2006 reicht.....und zu wissen, dass die Berücksichtigungszeit unbewertet ist und die paar Monate als Zeit vielleicht nichts bringen????

Wer Spaß daran hat die Bürokratie zu beschäftigen, dem kann ich da nur zuraten.

von
W*lfgang

> Aber wenn es um den Pflegebeitrag bei der späteren Rente geht, reichts es doch "einfach" zu gegebener Zeit die Adoptionsurkunde mit dem Rentenantrag einzureichen.

Die 'neue' Geburtsurkunde lässt keinen Rückschluss auf eine Adoption zu - da stehen die "neuen" Eltern einfach so als tatsächliche drin. Da braucht's keine Zauberei mit einer Adoptionsurkunde, die Vorlage der Geburtsurkunde reicht, im R100 abgestempelt und fertig - wir wollen doch 'einfach' nicht mehr Papier auf den (Post-)Weg bringen, als nötig ...nur so nebenbei ;-)

Gruß
w.

Experten-Antwort

Nachdem das Thema schon ausgiebig diskutiert wurde, möchte ich nur noch zusammenfassen:

Kindererziehungszeiten gibt es für die Erziehung in den ersten drei Lebensjahren eines Kindes. In dieser Zeit lebte Ihre Familie noch nicht in Deutschland. Erziehungszeiten im Ausland können bei Vorliegen weiterer Voraussetzungen zwar rentenrechtlich berücksichtigt werden, diese Voraussetzungen liegen aber in Ihrem Fall wahrscheinlich nicht vor (versicherungsrechtliche Beziehungen zur dt. Rentenversicherung während der ausländischen Erziehung).

Berücksichtigungszeiten gibt es für die Erziehung bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres eines Kindes. Für die rentenrechtliche Anerkennung dieser Zeiten, müssen die gleichen Voraussetzungen erfüllt sein, wie bei den Kindererziehungszeiten. Bis zur Einreise Ihrer Familie ist also auch die Anerkennung der Berücksichtigungszeiten ausgeschlossen. Ab dem Einreisetag kann die Berücksichtigungszeit Ihrer Frau angerechnet werden, da sie mit der Niederlassungserlaubnis einen zukunftsoffenen Aufenthaltstitel hat und sich damit aus rechtlicher Sicht gewöhnlich in Deutschland aufhält. Die Voraussetzung des § 56 Abs. 3 S. 1 SGB VI ist somit ab dem Einreisetag erfüllt. Ob die Berücksichtigungszeit für eine spätere Leistung relevant sein wird, lässt sich heute noch nicht absehen.

Da Ihre Frau und Sie ein Kind haben, werden Sie den Zuschlag zur Pflegeversicherung von 0,25 % während eines späteren Leistungsbezugs nicht zahlen müssen.

von
RFn

Aus den Beiträgen von LeFay ist abzuleiten, dass er oder seine Frau oder beide offenbar einen Aufruf zur Kontenklärung erhalten hat (haben) und er dabei ist, die vielen Vordrucke auszufüllen. Da ja üblicherweise der V800 von der Mutter eingereicht wird, war ich so frei, zur Abrundung der Problematik ergänzend dem Vater einen Hinweis zu geben, was für ihn später bei einer Rente (falls er als Beamter einen Rentenanpruch aus der gesetzlichen Rentenversicherung hat) die Elterneigenschaft bewirkt.
War das verkehrt ?

von
W*lfgang

Zitiert von: RFn

Aus den Beiträgen von LeFay ist abzuleiten, dass er oder seine Frau oder beide offenbar einen Aufruf zur Kontenklärung erhalten hat (haben) und er dabei ist, die vielen Vordrucke auszufüllen. Da ja üblicherweise der V800 von der Mutter eingereicht wird, war ich so frei, zur Abrundung der Problematik ergänzend dem Vater einen Hinweis zu geben, was für ihn später bei einer Rente (falls er als Beamter einen Rentenanpruch aus der gesetzlichen Rentenversicherung hat) die Elterneigenschaft bewirkt.
War das verkehrt ?

Hallo RFn,

nunja, Beamte und Rentenanspruch aus vorvergangenen Zeiten - da sind die Beamten, was die PV und Begünstigung durch Elterneigenschaft betrifft, so was von außen vor, da sie zu 99,9 % PKV sind - und da interessiert es die GRV nicht, ob die Elterneigenschaft besteht - die kriegen die Renten Brutto für Netto - und die PKV bzw. PPV kassiert nach Einheitstarif ;-)

Nur deswegen gab es wohl 'kleine' Nackenschläge, dass die Elterneigenschaft dann per Geb.Urkunde (auch bei Adoptionen) problemlos nachzuweisen ist, wenn es denn erforderlich ist - und für Beamte eher völlig nutzlos.

Gruß
w.