Anrechnung und Abschlaege

von
Bonsaibiker

Hallo@all,
ich erhalte eine rente wegen teilerwerbsunfaehigkeit, eine rente von der bg, habe eine anwartschaft bei der vbl und einen GdB von 80.
Gibt es abschlaege wenn ich mit 63,9 jahren( bin jahrgang ´55 )in rente gehe?
wie werden die einzelnen renten in anrechnung gebracht?
zudem zahlt die gegnerische versicherung den differenzbetrag zur rente von teilzeit zur vollzeit bis zum renteneintritt.
wie macht sich dieses bei der rente bemerkbar, wenn ueberhaupt?
fuer antworten waere ich dankbar.

von
B´son

Packen sie alle Unterlagen in eine große Tasche, nehmen sie sich eine halbe Stunde Zeit und gehen sie zu einer Auskunfts- und Beratumgsstelle :-)

Dort wird man Ihnen alle Fragen ausführlich beantworten.
Ein Online-Forum ist hier denke ich nungeeignet.

MfG

Experten-Antwort

Die hier aufgeworfenen Fragen sind viel zu komplex, als dass sie sich innerhalb dieses Forums abschließend klären ließen. Von daher empfiehlt sich auch aus meiner Sicht ein Termin zur Beratung in der nächst gelegenen Auskunfts- und Beratungsstelle der gesetzlichen Rentenversicherung.

von
haesvau

Hallo bonsaibiker,
B`son und Experte haben selbstverständlich Recht.
Zur Vorbereitung, damit das Gespräch in der A+B-Stelle nicht länger als eine halbe Stunde dauert, einige Anmerkungen:

Unter der Voraussetzung, dass Sie auch mit 63 + 9 Monaten noch einen gdB von mindestens 50% und die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt haben, hätten Sie Anspruch auf Altersrente für schwerbehinderte Menschen ohne Abschlag.
Da Sie allerdings schon eine Rente wegen teilweiser EM beziehen, behält die Hälfte der bisherigen Entgeltpunkte den momentan berücksichtigten Abschlag (Bin dabei von einem durchgehenden EM-Rentenbezug bis 63 ausgegangen).

Die VBL-Rente wird weder auf die EM- noch die Altersrente angerechnet.
Anders sieht es mit der Unfallrente aus. Diese Art der Anrechnung ist aber aus ihrem EM-Rentenbescheid ersichtlich.
Die Rente der ges. RV wird um den Betrag gekürzt, den die Summe aus RV- und BG-Rente den Grenzbetrag übersteigt.
Grenzbetrag ist der von der BG festgestellte Jahresarbeitsverdient x 70% x Rentenartfaktor der RV-Rente geteilt durch 12.
Rentenartfaktor bei teilw. EM: 0,5, bei der Altersrente 1,0

Um die Rentensumme zu ermitteln, können Sie von der Verletztenrente noch einen Betrag in Höhe der entsprechenden Grundrente nach dem Bundesversorgungsgesetz abziehen (Wohnsitz West: § 31 BVG, Wohnsitz Ost § 84a BVG)
Von der RV-Rente könnten nur Beträge abgezogen werden, wenn Sie auch mal im Bergbau gearbeitet hätten oder unter bestimmten Berufskrankheiten litten. Da es in ihrer Anfrage aber eher nach Unfallfolgen klingt, trifft zumindest letzteres wohl nicht zu.

Die Beiträge der gegnerischen Versicherung wirken sich auf die Höhe der späteren Altersrente aus, wenn sie einen höheren Ertrag an Entgeltpunkten bringen als die momentane Zurechnungszeit, die in ihrer Rente enthalten ist. Da die Zurechnungszeit mit dem 60. Geburtstag endet, hätten alle Beiträge ab 60 mit Sicherheit einen positiven Effekt, bis dahin vielleicht.
Eventuell bringt es aber auch gar nichts, wenn sich bei der späteren Rentenberechnung durch künftige negative Rechtsänderungen weniger persönliche Entgeltpunkte ergeben als bei Ihrer jetzigen Rente. Dann wären die jetzigen besitzgeschützt und eine höhere Rente würde sich nur aus dem höheren Rentenartfaktor ergeben (s. o.)

Also am besten so ca 2017/2018 nochmal eine Probeberechnung machen lassen :-)

von
Bonsaibiker

Ein herzliches Dankeschoen an alle die Geantwortet haben, besonders an haesvau.
Letzterer hat mir schon mal ein paar Anhaltspunkte an die Hand gegeben die hilfreich waren. Sicher ist es zu umfangreich und auch ein bisschen verfrueht, aber eventl. sollte ich bezueglich einer "Rentenabfindung" nochmal mit der gegnerischen Versicherung in kontakt treten.

mfG Bonsaibiker

von
Kurze Frage

Hallo hauesvau,

ich habe nur eine kurze Frage an Sie. Sie sprachen in Ihrem Beitrag an, " damit das Gespräch in der Beratungsstelle nicht länger als eine halbe Stunde dauert".

Ist das ein ( stiller ) Richtwert. Wir haben ( leider ) sehr viel mit den AT Angestellen von RWE zu tun, da dauern die Gespräche meist weit über eine std, weil diese Klientel immer alles 5 mal erklärt haben müssen, und die gleichen Fragen ca. 10 mal stellen,weil sie einfachste Sachverhalte nicht nachvollziehen können( oder wollen ) Nur,wenn wir diese nach einer halben std rausbitten würden, würden die grösstenteils sehr arroganten Personen einen riesigen Aufstand machen, weil sie sich immer für etwas besonderes halten.

Halten sie die 30 min Beratungen ein mit den Kunden?

von
haesvau

Ich bin nicht in der Beratung tätig und kenne daher die Richtwerte auch nicht. Das war nur so eine Schätzung, weil ich denke, spätestens nach einer halben Stunde Rentengedöns klappen bei den meisten eh Augen und Ohren zu :-)
...außer bei beratungsresistenten RWE-ATlern eventuell.

von
Kurze Frage

Hallo,

vielen Dank für die Antwort. Naja selbst wenn es diesen Richtwert geben würde, diese Klientel stehen sowieso über allem und halten sich an keinerlei vorgaben. Ausser die Vorgabe möglichst Arrogsnt und Selbstherrlich zu sein :-)

Einen schönen Tag wünsche ich.