Anrechnung von Fachhochschul- und Hochschulzeiten

von
Stefan Heimann

Ich werde meine Rente im Herbst 2010 zum 1.1.2011 beantragen. Ich habe 7,5 Jahre Fachhochschul- und Hochschulzeiten. Diese erhöhen aber meine Rente nicht. Wer vor 2009 in Rente ging, profitierte noch von der Anrechnung von Fachhochschul- und Hochschulzeiten. Gegen diese Ungleichbehandlung läuft ein Musterverfahren vor dem Landessozialgericht NRW (Az. L18R183/06). Wie ist der Stand dieses Verfahrens? Was kann ich tun, um meine Rechte zu wahren?

von
????

Hallo,

ich denke sie sind wohl etwas sehr dürftig informiert. Sie schreiben "Wer vor 2009 in Rente ging, profitierte noch von der Anrechnung von Fachhochschul- und Hochschulzeiten".

Das stimmt natürlich so nicht. Die Zeiten werden auch weiterhin als Anrechnungszeiten berücksichtigt ( hier gilt Höchstdauer von 96 Kalendermonaten ). Das sdiese nicht mehr angerechnet werden ist demnach falsch.

Die Zeiten werden jedoch ab dem 01.01.2009 nicht mehr bewertet. Wobei, wer vor iesem Datum Rentner wurde zum Teil auch nicht mehr die volle Bewertung erhalten hat, sondern die Abschmelzung bereits seit einiger Zeit lief.

Ob hier eine Ungleichbehandlung vorliegt ist m. E. doch sehr subjektiv. Fachschulzeiten, die noch bewertet werden, sind nahe an den meist erlenerten Beruf gebunden, und dauern nicht, wie die meisten Hochschulbesuche 5,6, oder teilweise auch über 7 Jahre ( das sind dann die sogenannten Langzeitstudenten, kennen wir ja alle die Klientel, das Studium steht meist deutlich im Hintergrund !!!)
Warum sollten dann diese ewig dauernden Hochschulzeiten auch noch mit Entgeltpunkten bewertet werden??? Wobei diese Langzeitstudenten während der gesamten Dauer Ihres Studiums ( teilweise über 12 Semster!!!!!!) keinen Cent ( damals Pfennig ) zur Rentenversicherung gezahlt haben.Sollten sie dafür auch noch belohnt werden??
Sehr seltsame Lebenseinstellung.

Ich würde Ihnen bezüglich des Urteils raten einfach mal zu googeln. Da werden sie sicher fündig.

Experten-Antwort

Hallo Stefan Heimann,
bei einem Rentenbeginn ab 1.1.2009 erhalten Anrechnungszeiten für Schul- bzw. Hochschulausbildung bei der Rentenberechnung keinen eigenen Wert. Leider kann ich Ihnen nicht sagen, wie weit das Mustersstreitverfahren fortgeschritten ist. Sie hätten die Möglichkeit, innerhalb der Rechtsbehelfsfrist wegen der Nichtbewertung der Ausbildungszeiten gegen den Bescheid Widerspruch einzulegen. In der Begründung könnten Sie auf das Musterstreitverfahren hinweisen.

von
Booster

Zitiert von: ????

Hallo,

ich denke sie sind wohl etwas sehr dürftig informiert. Sie schreiben "Wer vor 2009 in Rente ging, profitierte noch von der Anrechnung von Fachhochschul- und Hochschulzeiten".

Das stimmt natürlich so nicht. Die Zeiten werden auch weiterhin als Anrechnungszeiten berücksichtigt ( hier gilt Höchstdauer von 96 Kalendermonaten ). Das sdiese nicht mehr angerechnet werden ist demnach falsch.

Die Zeiten werden jedoch ab dem 01.01.2009 nicht mehr bewertet. Wobei, wer vor iesem Datum Rentner wurde zum Teil auch nicht mehr die volle Bewertung erhalten hat, sondern die Abschmelzung bereits seit einiger Zeit lief.

Ob hier eine Ungleichbehandlung vorliegt ist m. E. doch sehr subjektiv. Fachschulzeiten, die noch bewertet werden, sind nahe an den meist erlenerten Beruf gebunden, und dauern nicht, wie die meisten Hochschulbesuche 5,6, oder teilweise auch über 7 Jahre ( das sind dann die sogenannten Langzeitstudenten, kennen wir ja alle die Klientel, das Studium steht meist deutlich im Hintergrund !!!)
Warum sollten dann diese ewig dauernden Hochschulzeiten auch noch mit Entgeltpunkten bewertet werden??? Wobei diese Langzeitstudenten während der gesamten Dauer Ihres Studiums ( teilweise über 12 Semster!!!!!!) keinen Cent ( damals Pfennig ) zur Rentenversicherung gezahlt haben.Sollten sie dafür auch noch belohnt werden??
Sehr seltsame Lebenseinstellung.

Ich würde Ihnen bezüglich des Urteils raten einfach mal zu googeln. Da werden sie sicher fündig.

Es geht nicht darum, daß extrem lange Studienzeiten mit Entgeltpunkten versehen werden. Selbstverständlich kann man da je nach Studiengang eine angemessene Regelstudienzeit von z. B. 4 Jahren zugrunde legen bzw. berücksichtigen und damit die Zahl der Entgeltpunkte begrenzen.

von
Ebenfalls Betroffener

Der Teilnehmer ???? hat Ihre Frage nicht verstanden.
Schulzeiten und Fachschulzeiten werden derzeit mit zusammen max. 3 Jahren für die Rente anerkannt, auch mit Erhöhung der Rente.
Fachhochschul- und Hochschulzeiten werden zusätzlich derzeit nur noch bis zu 5 Jahren als Anrechnungszeit anerkannt, als Zeiten, aber ohne Geld.
Ab August 1971 wurden die Fachschulen zu Fachhochschulen aufgewertet. Wenn Sie Ihren Fachhochschulabschluss vor August 1971 gemacht haben, ist dies eigentlich ein Fachschulabschluss und würde noch anerkannt.
Früher wurden 4 Jahre Ausbildungszeit, 4 Jahre Fachschulzeit und 5 Jahre Hochschulzeit für die Rente anerkannt, auch mit Rentenerhöhungen.
Mit jedem Rentenreformgesetz wurden die Renten für Studienzeiten gekürzt. Es erscheint rechtlich bedenklich, dass diies auch für vergangene Zeiten durchgeführt wurde. Man muss auch wissen, dass Fachhochschul- und Hochschulstudienzeiten bei Beamten noch anerkannt werden, zumindest zum Teil. Wenn man weiss, dass Gesetze von Beamten und Politikern gemacht und von Richtern bestätigt werden, die selbst davon nicht betroffen sind, braucht man siich nicht zu wundern. Auch die Führungskräfte bei der Deutschen Rentenversicherung und die sogenannten Berater (Wissenschaftler) sind Beamte.
Nachdem durch alle Instanzen (Sozialgericht, Landessozialgericht, Bundessozialgericht, Verfassungsgericht) die "unabhängigen Richter" die Anerkennung der Hochschulzeiten für "normale Arbeitnehmer" abgelehnt haben, läuft derzeit eine Beschwerde beim "Europäschen Gerichtshof für Menschenrechte".
Ich selbst werde gegen den Rentenbescheid Widerspruch einlegen und bei der Klage vor dem Sozialgericht, die absehbar ist, auf die Entscheidung zur "Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof" hinweisen und auch rechtlich durch alle Instanzen gehen.
- Ein Betroffener, der sich wehrt

von
Springbrunnen

Zitiert von: Ebenfalls Betroffener

Der Teilnehmer ???? hat Ihre Frage nicht verstanden.
Schulzeiten und Fachschulzeiten werden derzeit mit zusammen max. 3 Jahren für die Rente anerkannt, auch mit Erhöhung der Rente.
Fachhochschul- und Hochschulzeiten werden zusätzlich derzeit nur noch bis zu 5 Jahren als Anrechnungszeit anerkannt, als Zeiten, aber ohne Geld.
Ab August 1971 wurden die Fachschulen zu Fachhochschulen aufgewertet. Wenn Sie Ihren Fachhochschulabschluss vor August 1971 gemacht haben, ist dies eigentlich ein Fachschulabschluss und würde noch anerkannt.
Früher wurden 4 Jahre Ausbildungszeit, 4 Jahre Fachschulzeit und 5 Jahre Hochschulzeit für die Rente anerkannt, auch mit Rentenerhöhungen.
Mit jedem Rentenreformgesetz wurden die Renten für Studienzeiten gekürzt. Es erscheint rechtlich bedenklich, dass diies auch für vergangene Zeiten durchgeführt wurde. Man muss auch wissen, dass Fachhochschul- und Hochschulstudienzeiten bei Beamten noch anerkannt werden, zumindest zum Teil. Wenn man weiss, dass Gesetze von Beamten und Politikern gemacht und von Richtern bestätigt werden, die selbst davon nicht betroffen sind, braucht man siich nicht zu wundern. Auch die Führungskräfte bei der Deutschen Rentenversicherung und die sogenannten Berater (Wissenschaftler) sind Beamte.
Nachdem durch alle Instanzen (Sozialgericht, Landessozialgericht, Bundessozialgericht, Verfassungsgericht) die "unabhängigen Richter" die Anerkennung der Hochschulzeiten für "normale Arbeitnehmer" abgelehnt haben, läuft derzeit eine Beschwerde beim "Europäschen Gerichtshof für Menschenrechte".
Ich selbst werde gegen den Rentenbescheid Widerspruch einlegen und bei der Klage vor dem Sozialgericht, die absehbar ist, auf die Entscheidung zur "Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof" hinweisen und auch rechtlich durch alle Instanzen gehen.
- Ein Betroffener, der sich wehrt

Hervorragender Beitrag!

von
Sozialamt

daß man Leute mit Hochschulabschluß bei der Rente so benachteiligt.

Das Argument, daß Leute mit Hochschulabschluß später mehr verdienen als andere, ist schlichtweg "hirnverbrannt".

Die Realität in den Unternehmen widerlegt sowas in jeder Hinsicht. Mit einem Hochschulabschluß ist noch lange nicht gesagt, daß man auch im Berufsleben zu einer entsprechenden Position kommt. Im Berufsleben herrschen andere Gesetze, da nützt die Fähigkeiten zu Büffeln und gute Klausuren zu schreiben nicht viel um es zu einer Topp-Position zu schaffen.

Ja, typisch SPD, auf die diese Regelung zurückgeht. Diese Partei ist bekannt für starken Realitätsverlust (z.B. Schröder, Müntefering)