Anrechnung von Riester auf die gesetzl. Rente

von
Jens W.

Hallo zusammen,

bis vor kurzem war ich eigendlich ein Freund der Riester-Rente. Immer mehr Leute sprachen mir zu, dass die Riester-Rente an die gesetzl. Rente angerechnet wird. Ich pers. habe eine Riesterrente vor einigen Jahren abgeschlossen, bin mir aber mitlerweile unsicher, ob es richtig ist diese weiter laufen zu lassen.

Man kann ja auch wirklich lesen was man will. es gibt keine eindeutige Richtung in die man bedenkenlos gehen kann. Leider habe ich auch bisher nicht erlesen können, ob sich die Riester für ´´Gut´´-verdienende lohnt.

Ich bin noch recht jung ( 26 Jahre ), gehe in 3 Schichten arbeiten und verdiene auch recht gut ( ca48500 Euro/Jahr ). Eine Betriebsrente gibt es auch noch vom Unternehmen. Diese beträgt ( Bsp. kollegen die jetzt in Rente gehen ) ca. 500 Euro.

Die Frage für mich ist jetzt : Lohnt sich die Riester-Rente für mich oder nicht ?????

Für wirklich sinnvolle Antworten wäre ich sehr sehr dankbar. Denn in diesem Würr-Warr hier überall blickt man nicht mehr wirklich durch.

Vielen Dank für Ihr Bemühen !!!!

Mit freundlichem Gruß
Jens

von
Nix

Hallo Jens!
Also:
1) Die Riesterrente wird später nicht auf die gesetzliche Altersrente angerechnet. Sie soll parallel dazu gezahlt werden, da uns alle weisen Alters-Propheten prophezeien, dass wir alle 100 Jahre alt werden und dass die staatliche Rente für das Auskommen im Alter nicht ausreichen wird.

2) Als Single lohnt sich die Riesterrente eigentlich nicht, aber wenn Du "heiss" auf die EUR 154,-- staatliche Zulage bist, dann kannst Du Dein Produkt guten Gewissens weiterbesparen. Dieses Produkt eignet sich am Besten für Leute, die Kinder haben und noch satte Kinderzulagen einstreichen können.

Eines ist klar: AUF DIE staatliche RENTE WIRD ES AUF KEINEN FALL ANGERECHNET WERDEN!

Der Staat lässt Dich nicht riestern, um sich selbst anschliessend die staatliche Rente zu ersparen, indem er sie um die Riesterrente kürzt- auch einen Teil davon nicht. Deshalb ist das Blödsinn mit der Anrechnung der Riesterrente auf die staatliche Rente.

Doch die Riesterrente allein wird im Alter nicht ausreichen.
Du bist noch sehr jung, und solltest Aktienfonds für die private Vermögensbildung - ohne jegliche staatliche Zulagen - nutzen.

3) Auf jeden Fall solltest Du Dir auch privat monatlich EUR 100,-- bis 200,-- zur Seite legen und einen Aktienfonds besparen, um im Alter zusätzliches Vermögen zu haben, welches Du "für den Verzehr" benötigen wirst.

Riesterrente ist keine Garantie für Altersarmut.

Bei zahlreichen Direktbanken und Fondsshops bekommst Du diese komplett ohne Ausgabeaufschlag.

Staatliche Zulagen bekommst dann auf dieses "Privatvermögen nicht"; Aktienfonds schonen aber den Kapitalertragssteuerfreibetrag und bringen eine höhere Rendite als Tagesgeldkonten, Sparbücher, Lebensversicherungen und der ganze andere Finanz-Blödsinn.

Noch was:
Wichtig bei der Riesterrente ist:
Du musst selbst jährlich dran denken, den Riesterbeitrag anzupassen, sonst beträgt die Zulage keine EUR 154,-- mehr!!!!!

Im Gegensatz zu den KV-Beiträgen, Arbeitslosenversicherungsbeiträgen etc, die der Arbeitgeber selbst nach gesetzlicher Vorgabe anpasst, muss der Sparer bei der Riesterrente selbst dafür sorgen, dass der Arbeitgeber den korrekten Beitrag an den Riesterrentenanbieter überweist.

Sonst gibt es die EUR 154,-- nicht in voller Höhe!!!!

Ansonsten rate ich Dir: Lasse Dich von dem von Dir eingeschlagenen Weg, die Riesterrente zu besparen, nicht abbringen.

Viele Grüsse
Nix

von
santander

Die "Riesterrente" wird aber sehrwohl angerechnet, sollte man im Alter auf Sozialhilfe angewiesen sein.

von
Nix

Lieber Santander!
Können Sie uns zahlen liefern, wieviele Riester-Rentner Sozialhilfe bekommen?

Nix

von
Nix

Lieber Santander!
Können Sie uns Zahlen liefern, wieviele Riestersparer Sozialhilfe beziehen?
Ich denke, dass dieses Argument nicht zieht.

Soll man also, nur weil man weiss, dass die Rente später auf Sozialhilfe-Niveau sein wird, das Sparen ganz sein lassen? Besser alles Geld "auf den Putz" hauen?

Ich denke, lieber Santander, Sie berauben uns jeder Sparmotivation.

Viele Grüsse
Nix

von
santander

ich will keinem den Spass an zusätzlicher Alterversorgung vermiesen. Tatsache ist, dass viele, ehemals sehr gut verdienende sich heute mit Hartz IV über die Runden bringen - der soziale Abstieg kann schneller kommen als einem lieb ist. Wie das in 20, 30 oder gar 40 Jahren aussieht kann keiner vorhersagen. Tatsache ist trotzdem - "Rieserrente" wird auf Sozialhilfe angerechnet.

von
Nix

Hallo Santander!
Danke für den Netten Hinweis bezüglich der Sozialhilfeanrechnung von Riesterrenten.
....aber meine privat zurückgelegten "Peseten" werden ja auch angerechnet....

Der Vollständigkeit halber sei Dein Hinweis sicher hilfreich. Von der Tatsache, dass jeder von uns etwas für das Alter tun muss, soll uns dieser "kleine Sozialhilfe-Anrechnungs-§§" nicht abbringen.

Tatsache ist aber auch, dass Aktienfonds die beste Rendite bringen...über lange Zeiträume von 40 Jahren etc sowieso....

Und bis dahin hat man ein dickes Vermögen bespart und kommt garnicht "in die Sozialhilfe".....Streuung des Vermögens über mehrere Anlageklassen ist hier die Devise.

Die meisten sind selbst mit der Abzahlung der eigenen Immobilie ausreichend gefordert/überfordert, so dass es zu grossem "sonstigen Privatvermögen" garnicht kommen wird.

Nix

von
re

Für die Diskussion und insbes. für Jens, damit er sich nicht verunsichern lässt:

http://www.ihre-vorsorge.de/magazin/nachrichten/finanzen/news-single/article/kein-hindernis.html

von
DGB

Hallo Jens,
ich bin in ähnlicher Situation wie du.
Zahle inzwischen jährlich 10000 Euro EinkommenSteuern.
Dann noch die Sozialbeiträge oben drauf.

Riester ist nix für dich !
Nur bei mehr als drei Kindern rentiert sich Riester für dich.
Du kannst in einer betrieblichen Altersvorsorge bis zu 4440 Euro steuerfrei einzahlen.
Brutto-Entgeltumwandlung.
2640 Euro davon sind dann auch noch Sozialabgabenfrei.
Ich würde einen Vertrag bis 2640 Euro machen, weil du in der Auszahlphase für das Geld Steuern und Krankenversicherung zahlen mußt.
Keine Krankenversicherung, wenn du privat versichert bist.
Ich würde aber generell gesetzlich versichert bleiben.
Als Rentner später ist das allemal günstiger.

Falls man in der Metall und Elektroindustrie arbeitet gibt es den MetallPensionsFonds.
Da verwaltet der deutsche Gewerkschaftsbund ein Aktien und Fonds-Portfolio.
Schau mal da nach !
http://www.metallrente.de

Gruß
DGB

von
Vorsicht

Hier wird mal wieder der gerade für Gutverdiener, die dazu noch viel Steuern zahlen, der sehr wesentliche SONDERAUSGABENABZUG nach § 10 a EstG vergessen!!! Und der ist wesentlich höher als die Grundzulage von 154,-Eur!

Bsp für Jens: SVBrutto(vor)jahresverdienst: 48500,-Eur

4% davon 1940,- abzgl. 154,- Grundzulage = 1786 Jährliche Einzahlung in der Riestervertrag oder mtl. ca 148,84 Eur.

Im Rahmen des Lohnstuerjahresausgleichs Bescheinigung des Anbieters beim Finanzamt einreichen und diese prüft, wie hoch die Steuererstattung wäre, wenn man Gesamtzahlung des Jahres (incl.Zulage!!) steuerfrei stellt. Dies wird dann verglichen mit der Höhe der Zulage, die der Sparer bereits in den Vertrag gezahlt bekommen hat. Eine evt. Differenz wird dann erstattet. Bei Steuerklasse 1 und derartigem Verdienst kämen da bestimmt noch ca. 600,- Eur extra vom Finanzamt, vorbehaltlich einer individuellen Prüfung!! Die Föderquote liegt hier bei ca. 40%!!

Lohnt sich das nicht???

Viel entscheidender als die Grundzulage ist bei "Gutverdienern" ohne Kinder die Wirkung der Sonderausgabenabzug!!!

Und jens: Von der Betriebsrente wird (Stand: Rechtslage heut) der volle Beitrag zur KV/PV verlangt, es sei denn sie sind im Alter privat versichert. Wäre ca. 17,5 - 18%, also bei 500,- Eur ca. 87,- Eur.

MfG

von
-

Die Riesterrente wird nicht auf die gesetzliche Rente angerechnet.

von
Nundenn

Nicht vergessen:
die Riester-Rente muss bei der Auszahlung zu 100% versteuert werden.

von
Jens W.

Hallo an alle Beitragschreiber,

ich freue mich wirklich sehr, dass sich so zahlreiche Beiträge finden konnten. Vielen Dank dafür.

Ich werde den Riestervertrag weiter laufen lassen. Den Aspekt, dass ich die Beiträge steuerlich geltend machen kann, hab ch wirklich nicht mit berücksichtigt. Ich habe es zwar bisher jedes Mal gemacht, aber im Unterbewustsein . . . . Was mich noch ein bisschen stört, sind die Verwaltungskosten, Aktenkosten etc., die jedes jahr von dem Anbieter abgezogen werden.

Die Variante mit den Fonds ist auch sehr gut. lange Laufzeiten hat man bei beiden Verträgen. Muss man ja auch haben :-) . Aber in diesem Fall würde man doch die Bearbeitungsgebühren, Verwaltungsgeb. etc sparen. Die zahlt man am Anfang und dann ist gut. kann man Beiträg von Fonds o.ä. auch von der Steuer absetzen bzw steuerlich geltend machen ??

Mit freundlichem Gruß
Jens

von
Jens W.

Riester-Rente muss bei der Auszahlung zu 100 % versteuert werden. Wie darf ich das denn verstehen?? Aktien, Fonds etc wird doch bei der späteren Auszahlung auch versteuert oder nicht ?

von
Nundenn

bei normalen privaten Aktien/Fonds wird nur der jährliche Ertrag mit max. 25 % Abgeltungssteuer belegt.

Bei der Riesterrente muss die Jahresrente später zu 100 % in der Steuererklärung angegeben werden. Es gibt hier keinen Freibetrag sondern diese Rente wird in voller Höhe dem zu versteuernden Jahreseinkommen hinzugefügt.