Anrechnungszeit

von
Reinhard M.

geb.1954,Rentenbeg.mit 63J.u.4Mon.,werde am 30.04.2015 arbeitslos, bin dann 60J. u.4M.
alt und beziehe dann 2J. Alg1, da Alg1 in diesem Fall nur bis 61J. 4M. angerechnet wird
komme ich nur auf 537 Monate Beitragszeit.
Meine Frage: Wenn ich erst mit 63J. 7M. Rente
beantrage wird dann das Alg1 bis 61J. 7M.
angerechnet, so dass ich auf 540M. Beitrags-
zeit komme.

von
Paule

"... dabei werden Zeiten nach Buchstabe a in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn nicht berücksichtigt, ..."

Nach dem Gesetzestext müsste das so gehen. Wenn Sie den Rentenbeginn um 3 Monate nach hinten schieben, werden 3 Monate Arbeitslosengeld 1 zusätzlich angerechnet, weil diese 3 Monate dann mehr als 2 Jahre vor dem Rentenbeginn liegen. Es müssten auch keine Beiträge nachgezahlt werden.

Aber:
Was machen Sie nach Ende von ALG 1 mit 62 Jahren und 4 Monaten? Im Falle von Harz 4 wird man Sie auffordern, mit 63 Jahren und 4 Monaten einen Rentenantrag zu stellen. Da ist nichts gewonnen.

Ich würde das so machen:
Nach Ende von ALG 1 mit 62 Jahren und 4 Monaten versuchen, mindestens 3 Monate in einem Minijob zu arbeiten, oder 3 Monate von Erspartem leben und Rentenbeiträge nachzahlen. Zur Not geht dann mit 62 Jahren und 7 Monaten immer noch Harz 4 bis zum Rentenbeginn mit 63 Jahren und 4 Monaten.

Wenn ich nicht richtig liegen sollte, Wolfgang ist hier der große Experte ;-)

von
Reinhard M.

Hallo Paule,
da meine Frau berufstätig ist, werde ich kein Alg2 bekommen, müsste demnach die Zeit von
62J4M bis 63J7M überbrücken.

von
KSC

Zwischen dem ALG 1 Ende (62+4) und dem Rentenbeginn (63+4) liegt doch ein ganzes Jahr.

Da können Sie doch entweder 3 Monate freiwillige Mindestbeiträge nachzahlen ( Sie dürfen sich dann nur nicht ohne Leistungsbezug arbeitslos melden) oder Sie finden zwischen 61+4 und 63+4 einen Minijob bei dem Sie den Eigenanteil von 3,9% bezahlen.

Da brauchen Sie m.E. nicht bis 63+7 auf die Rente warten und 3 Monate "verschenken".

von
Reinhard M.

Hallo KSC,
wenn ich einen Job bekomme, werde ich sicher nochmal arbeiten gehen. Die Frage ist, ob man was passendes in dem Alter findet.
Zu den 3 Monaten freiwillige Beiträgen dachte ich immer, dass die Zeit nicht angerechnet wird, wenn sie 2J. vor Rentenbeginn liegt.

von
KSC

...dann dachten Sie bislang falsch......

Gruß

Experten-Antwort

Die bereits aufgezeigten Optionen einer geringügigen Beschäftigung/freiwillige Beitragszahlung sind gute Alternativen.
Ggf. könnten Sie noch eine Auskunft und Beratungsstelle der DRV aufsuchen, dann könnte man den Sachverhalt mal mit Ihnen durchgehen und Ihnen sagen, was das ganze finanziell ausmacht.

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