Anrechnungszeiten 35/45 Jahre

von
Josh

Es geht um meinen Bekannten, der hat 440 Monate Zurechnungszeit und 58 Monate beitragsfreie Anrechnungszeit ( Uni/ Schule)
Nun schrieb die RV das letzteres leider nicht zur der Rente für besonders langjährige Versicherte dazu zählt nur für die langjährige Versicherte.
Richtig?

von
Groko

Zitiert von: Josh
Es geht um meinen Bekannten, der hat 440 Monate Zurechnungszeit und 58 Monate beitragsfreie Anrechnungszeit ( Uni/ Schule)
Nun schrieb die RV das letzteres leider nicht zur der Rente für besonders langjährige Versicherte dazu zählt nur für die langjährige Versicherte.
Richtig?

Ja!

von
Josh

Das heißt das Leute die studiert haben, quasi gar keine Chance haben, 45 Jahre zu schaffen? Ist das nicht bisschen unfair?

von
Rudi

Zitiert von: Josh
Es geht um meinen Bekannten, der hat 440 Monate Zurechnungszeit und 58 Monate beitragsfreie Anrechnungszeit ( Uni/ Schule)

Und wie viele Beitragszeiten sind vorhanden? Ohne Beitragszeiten sind keine Zurechnungszeiten möglich.

Zitiert von: Josh
Das heißt das Leute die studiert haben, quasi gar keine Chance haben, 45 Jahre zu schaffen? Ist das nicht bisschen unfair?

Also manchmal...
Was ist daran unfair?
1. Wer 45 Jahre Beiträge eingezahlt hat, soll dafür ab einem bestimmten Lebensalter (früher) abschlagsfrei in Rente gehen können. Der Zeitpunkt des Eintritts ist aber kein fixes Lebensalter. Wer weniger einzahlt - also wirklich weniger Beiträge zahlt - was Studierende während des Studiums in der Regel nicht tun, profitiert eben nicht davon.
2. Auch Studierende können die 45 Jahre voll kriegen. Niemand hindert sie daran - sie haben alle Chancen:
a) Sie arbeiten einfach länger - besagtes nicht vorhandenes fixies Datum ("wenn zum Zeitpunkt X nicht 45 Jahre - dann auch keine Rente" = ist halt so nicht richtig)
b) Sie können auch während des Studiums freiwillige Beiträge einzahlen - und somit auch Beiträge einzahlen, wie jemand, der statt zu studieren arbeiten geht. Die freiwilligen Beiträge zählen zu den 45 Jahren auch dann, wenn insgesamt mindestens 216 Kalendermonate/18 Jahre an Pflichtbeiträgen vorhanden sind, was ja für einen Studierenden möglich sein sollte.
c) Studierende könn(t)en auch zeitgleich zum Studium Beiträge durch einen Minijob entrichten. (Hab ich auch gemacht - und somit keine Nachteile auf die (frühzeitige) Erfüllung der Wartezeit von 45 Jahre).

Experten-Antwort

Hallo Josh,

angerechnet werden auf die Wartezeit von 45 Jahren
- Zeiten mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit,
- Berücksichtigungszeiten,
- Zeiten des Bezugs von Übergangsgeld, Leistungen bei Krankheit und Entgeltersatzleistungen der Arbeitsförderung, soweit sie Pflichtbeitragszeiten oder Anrechnungszeiten sind; Zeiten des Bezugs von Leistungen der Arbeitsförderung in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn werden jedoch nur berücksichtigt, wenn die Leistung durch eine Insolvenz oder vollständige Geschäftsaufgabe bedingt war.
- Ersatzzeiten,
- freiwillige Beiträge, wenn insgesamt 18 Jahre Pflichtbeiträge gezahlt wurden. Das gilt jedoch nicht, wenn die freiwilligen Beiträge in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn gezahlt wurden und gleichzeitig eine Anrechnungszeit wegen Arbeitslosigkeit vorliegt.

Auf diese Wartezeit werden beispielsweise Anrechnungszeiten ohne Bezug von Entgeltersatzleistungen (zum Beispiel während Ausbildungssuche oder eines Schul-, Fachschul- oder Hochschulbesuchs) nicht angerechnet.

Auf die Wartezeit von 35 Jahren werden alle Kalendermonate mit rentenrechtlichen Zeiten angerechnet.

Ihr Bekannter sollte sich mit einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung in seiner Nähe in Verbindung setzen und sich beraten lassen.

Viele Grüße
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung