Anrechnungszeiten Schwangerschaft bei Frühgeburt

von
Mama

Die mutterschutzfrist von 6 Wochen vor der Geburt konnten nicht in Anspruch genommen werden, da es zu einer Frühgeburt kam. Teoretisch wurde die nicht in Anspruch genommenene Freistellung von 6 Wochen "hinten angehangen und so im SV-Ausweis vermerkt.
die Zeit nach der Geburt zählt doch aber rentenrechtlich als Kindererziehungszeit und nicht als Anrechnungszeit wegen Muterschaft. Wie ist da bei der Rentenberechnung korrekt zu verfahren?

von
zelda

Hallo „Mama“,

das Zusammentreffen der Anrechnungszeit wegen Schwangerschaft / Mutterschaft und Kindererziehungszeiten ist kein „Problem“ von Müttern frühgeborener Kinder.

Auch bei „normalgeborenen“ Kindern treffen beide Zeiten zusammen, da die Anrechnungszeit wegen Mutterschaft (heute) 8 Wochen nach der Geburt des Kindes endet (den Geburtstag selbst nicht mitgerechnet), die Kindererziehungszeit jedoch schon am Ersten des Folgemonats der Geburt beginnt.
Rententechnisch ist zu unterscheiden zwischen der Berechnung der sogenannten Wartezeitmonate (wichtig dafür, ob überhaupt ein Anspruch für eine bestimmte Rente besteht) und der eigentlichen Rentenberechnung zur Höhe der Rente.
Für die Berechnung der Wartezeitmonate wird jeder (angefangene) Monat nur einmal gezählt. Ab Beginn der Kindererziehungszeit zählen also „nur“ die Monate der Kindererziehung, die Anrechnungszeit wegen Mutterschaft fällt hierfür (bei allen Kindern) „unter den Tisch“.

Für die Rentenberechnung werden zunächst auch die Kindererziehungszeit als Beitragszeit mit einem festen Wert an sogenannten Entgeltpunkten (für jeden Kalendermonat 0,0833 Entgeltpunkte) bewertet.

Für die Anrechnungszeit wegen Mutterschaft gilt vereinfacht ausgedrückt Folgendes :

Da ab Beginn der Kindererziehungszeit eine Beitragszeit und eine sogenannte beitragsfreie Zeit (Anrechnungszeit) zusammentreffen, spricht man von einer „beitragsgeminderten“ Zeit. Diese Zeiten erhalten einen Zuschlag an Entgeltpunkten. Dieser ergibt sich, indem man die Anrechnungszeit als beitragsfreie Zeit mit dem Durchschnittswert aus allen Entgeltpunkten ermittelt (genaueres in den §§ 71 ff. des SGB VI) und dann eben die EP für die zeitgleichen Kindererziehungszeiten abzieht.

Als Beispiel:

Als Durchschnitt aller Entgeltpunkte ergibt sich ein Wert von 0,1 Entgeltpunkten pro Monat.
Jeder Monat der Kindererziehungszeit (für vor dem 01.01.1992 geborene Kinder max. 12 KM) werden (wie oben beschrieben) 0,0833 Entgeltpunkte zugrundegelegt. Für die Monate der gleichzeitigen Anrechnungszeit wegen Mutterschaft und Kindererziehungszeit wird für die Anrechnungszeit ein Zuschlag von (0,1 – 0,0833) = 0,0167 Entgeltpunkten je Monat zugrundgelegt.

Bei den von Ihnen angesprochenen verlängerten Anrechnungszeiten wegen Mutterschaft nach der Frühgeburt könnte also noch eventuell (mindestens) ein Monat mit Zuschlägen hinzukommen.

MfG

zelda

Experten-Antwort

Der Antwort von Zelda ist nichts hinzuzufügen.