Anrechnungszeiten Schwangerschaft

von
Sybille

Wielange dauert die rentenrechtliche Anrechnungszeit für ein Kind, was 1974 in der DDR geboren wurde?

von
Sybille

Noch eine ergänzende Frage dazu:
Ich habe bis 3 Wochen vor der Geburt gearbeitet. Mein Arbeitsverdienst wurde jedoch nur für dem Zeitraum bis 6 Wochen vor der Geburt zugeordnet. Daher kam es zu einer Kürzung desrentenrechtlichen Verdienstes, weil er durch den damit kürzeren Zeitraum die Beitragbemessungsgrenze überstieg.
Wurde das richtig bewertet?

von Experte/in Experten-Antwort

Für Geburten im Beitrittsgebiet im Zeitraum 1.7.72 - 26.5.76 beträgt die Mutterschutzfrist 6 Wochen vor und 12 Wochen nach der Geburt.
Grundsätzlich schließt das Vorliegen eines Pflichtbeitrages die Berücksichtigung einer Anrechnungszeit wegen Schwangerschaft aus. In ihrem Fall würde es sich anbieten,eine Überprüfung des Sachverhalts zu beantragen.

von
LS

Aussage von "Experte":
"Grundsätzlich schließt das Vorliegen eines Pflichtbeitrages die Berücksichtigung einer Anrechnungszeit wegen Schwangerschaft aus."

Aussage ist nicht korrekt.

Wenn der Beginn der Freistellung innerhalb eines Kalendermonats liegt, sind alle Verdienste bis zum letzten Tag vor Beginn der Freistellung Pflichtbeiträge und außerdem ist der Monat beitragsgemindert wegen Schwangerschaft.
Der Sachverhalt gilt in gleicher Weise, wenn die Schwangerschaft innerhalb eines Kalendermonats endet.

Der Verdienst ab dem Folgetag bis zum Monatsende ist Pflichtbeitragszeit und beitragsgemindert wegen Schwangerschaft.

Die Annahme von Sybille, dass Verdienste wegen Überschreitung der Bemessungsgrenze nicht in voller Höhe berücksichtigt werden, hat mit der Schwangerschaft eigentlich nichts zu tun.

Eine Reduzierung auf die BBG findet auch in jedem anderen Fall -Krankheit, Schulbesuch etc. statt.

Man sollte aber wissen, dass nur in seltenen Fällen der eigene, tatsächlich erzielte Verdienst gemindert wird.

Gemindert, nicht in vollem Umfang wirksam wird lediglich der Umrechnungsfaktor, mit dem der eigene Verdienst immer noch multipliziert wird und nur der hochgerechnete Wert wird bei bei Überschreitung der BBG nicht voll wirksam, reduziert sich.

von
Rosanna

In Ergänzung zur Antwort des Experten:

Die genannte Mutterschutzfrist wird PAUSCHAL genommen, wenn im SVA die tatsächliche, bei Ihnen kürzere Mutterschutzfrist nicht eingetragen ist! Können Sie nachweisen, dass Sie bis 3 statt 6 Wochen vor der Geburt gearbeitet haben, sollten Sie tatsächlich eine Neuberechnung der Rente beantragen. Aber wie gesagt, benötigen Sie dann den Nachweis!

MfG Rosanna.

von
Rese

Eine weitere Ergänzung:
Nach dem Recht der DDR verlängerte sich bei einer vorzeitigen Entbindung der Wochenurlaub um den Zeitraum des nicht in Anspruch genommenen Schwangerschaftsurlaubs. Der Gesamtzeitraum von damals 18 Wochen verminderte sich also nicht.
Da Sie offensichtlich nach dem Wochenurlaub nicht sofort wieder arbeiteten, wirkt sich die zu ändernde Zuordnung, gegenüber der pauschal in Abhängigkeit vom Geburtstermin festgelegten Zeit des Schwangerschafts- und Wochenurlaubs, auf die Rentenberechnung günstig aus.
Als Nachweis kann jede Bescheinigung dienen, in der der voraussichtliche Geburtstermin vermerkt war, z.B. der damalige Ausweis für Schwangere und Wöchnerinnen.