Anspruch auf EM-Rente aufrecht erhalten ?

von
Lore

Ich war über 32 Jahre ununterbrochen berufstätig und pflichtversichert, habe danach einige Jahre eine Pflegetätigkeit innerhalb der Familie durchgeführt, für die auch Rentenversicherungsbeiträge abgeführt wurden.

Seit 03/2008 kann ich aus persönlichen Gründen keiner vollschichtigen Beschäftigung nachgehen. Beziehe kein ALG oder andere Leistungen, die ggf. einen (Pflicht)Beitrag zur Rentenversicherung auslösen.

Meine Frage: Wie kann ich mit dem geringstmöglichen finanziellen Aufwand meinen Anspruch auf eine evtl. EM-Rente aufrechterhalten ? Eine stundenweise Tätigkeit wäre eventuell möglich.

Herzlichen Dank an alle, die mir einen Tipp geben.

Experten-Antwort

Hallo Lore,

hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. So z. B. die Ausübung einer geringfügigen Tätigkeit (Minijob) mit Verzicht auf die Versicherungsfreiheit (Aufstockung der Beiträge zu vollwertigen Pflichtbeiträgen durch Sie). Soweit Sie vor 1984 die allgemeine Wartezeit (5 Jahre Beiträge) erfüllt haben, ist u. U. auch die Anwartschaftserhaltung mit freiwilligen Beiträgen möglich. Hierzu sollten Sie sich aber beeilen, da die freiwilligen Beiträge für das Jahr 2008 nur noch bis zum 31.03.2009 gezahlt werden können.

Am Besten lassen Sie sich individuell in einer Auskunfts- und Beratungsstelle eines Rentenversicherungsträgers beraten. Hier kann man auch auf Ihre persönlichen Umstände, die genauen Voraussetzungen und die zu erwartenden Kosten besser eingehen als dies im Rahmen dieses Forums möglich ist. Wo Sie Ihre nächstgelegene Beratungsstelle finden, erfahren Sie z. B. hier: http://www.ihre-vorsorge.de/Beratungsstellen.html

von
Lore

Welches Einkommen müßte ich mindestens erzielen, damit Beiträge zur RV abgeführt werden ?

Gibt es da eine Untergrenze ?

Ist der Schluß der Beitragslücke aus 2008 durch Nachzahlungen für den Anspruch auf eine evtl. EM-Rente unbedingt erforderlich oder reicht es aus, wenn ich bspw. ab 03/2009 wieder dauerhaft eine stundenweise Beschäftigung aufnehme und auf die Versicherungsfreiheit verzichte?

Experten-Antwort

Soweit Sie im Minijob auf die Versicherungsfreiheit verzichten, ist für das Eintreten der Versicherungspflicht die Höhe des Verdienstes völlig egal. Lediglich bei der Beitragsberechnung gibt es eine Untergrenze. Hier ist (ggf. fiktiv) mindestens ein Verdienst von 155 Euro/Monat zugrundezulegen. Der Arbeitgeber zahlt dann weiterhin den Pauschalbeitrag (15%) und Sie die Differenz zum "normalen" Beitragssatz von derzeit 19.9% (siehe auch Broschüre unter http://www.deutsche-rentenversicherung-bund.de/nn_18798/SharedDocs/de/Inhalt/04__Formulare__Publikationen/02__info__broschueren/04__vor__der__rente/minijobs__midijobs__bausteine__f_C3_BCr__die__rente,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/minijobs_midijobs_bausteine_für_die_rente). Im Ergebnis erhalten Sie vollwertige Pflichtbeiträge, mit denen Sie die "normale" versicherungsrechtliche Voraussetzung für eine Erwerbsminderungsrente (= 3 Jahre Pflichtbeiträge in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung) erfüllen können.

Der Schluss der Beitragslücke ist dann zwingend notwendig, wenn Sie mit freiwilligen Beiträgen die Anwartschaft auf eine EM-Rente erhalten wollen. Hierzu müssen Sie neben der Wartezeiterfüllung vor 1984 sämtliche Zeiten von 1984 bis zum Eintreten der Erwerbsminderung lückenlos mit rentenrechtlichen Zeiten belegt haben. Ob Sie die Voraussetzungen für diese Art der Anwartschaftserhaltung erfüllen, kann ich hier jedoch nicht ermitteln. Ich kann Ihnen daher nur nochmals dringend empfehlen, sich direkt an eine Auskunfts- und Beratungsstelle Ihres Rentenversicherungsträgers zu wenden. Nur hier ist eine wirklich effektive individuelle Beratung möglich.

von
-_-

Die eventuell beabsichtigten freiwilligen Beiträge für 2008 können nur noch bis 31.03.2009 entrichtet werden! Danach ist das nicht mehr möglich.