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@ Antonius

von
Fachliteraturleser

Sehr geehrter Antonius,

ob Sie und andere, insbesondere die "Experten" immer noch "vertrauensselig" ärztlichen Gutachten der DRV-Gutachter und den Reha-Entlassungsberichten vertrauen werden?

Hier die Mängelliste von Dr. med. Ralph-M. Schulte, ab 1994 bis ? Leitender Medizinaldirektor der LVA B.-W.:

"II.) Überprüfung von 150 psychiatrischen sozialmedizinischen Gutachten im Hinblick auf die erarbeiteten Qualitätsstandards und Qualitätskriterien
12 % fehlende Darstellung der Vorberichte, Vorgutachten und Vorbefunde
18% unzureichende Darstellung des Krankheitsverlaufes einschließlich der durchgeführten Therapie
27 % unzureichende aktuelle Anamnese
13% fehlende Medikamentenanamnese
23% fehlende Suchtanamnese
72% unzureichende sozialmedizinische Anamnese
61 % unzureichende Sozial- und Arbeitsanamnese
52% unzureichende biographische Anamnese
92% fehlende Fremdanamnese
8% lückenhafter somatischer Untersuchungsstatus
19% inkompletter psychopathologischer Status
51 % überzogene, im Hinblick auf die Vorbefunde nicht erforderliche medizinisch-technische Abklärung
87% fehlende psychopathometrische und testpsychologische Abklärung
18% fehlende Ableitbarkeit der Diagnosen, mangelhafte diagnostische Spezifizierung
27% mangelhafte Epikrisen der diagnostizierten Erkrankungen
31 % unzureichende differentialdiagnostische Abklärungen und Überlegungen
71 % fehlende Aussagen zur Differentialtherapie
78% fehlende Berücksichtigung unerwünschter Arzneimitteleffekte
35% fehlende Begründung des dargestellten quantitativen Leistungsvermögens unter synoptischer Betrachtungsweise
47% fehlende Begründung der aufgelisteten, vorgeschlagenen, qualitativen Funktionsbeeinträchtigungen unter synoptischer Betrachtungsweise
39% fehlende Stellungnahme zur Prognose
66% fehlende Äußerungen zum Erfordernis medizinischer Rehabilitationsmaßnahmen
89 % fehlende Stellungnahmen zur Erfordernis beruflicher Rehabilitationsleistungen
76% fehlende Angaben des Zeitpunktes des Versicherungsfalles
24% ungerechtfertigter, unkorrekter Gebrauch der jeweiligen Rechtsbegriffe
82% fehlende Stellungnahme zur Geschäftsfähigkeit und zum Erfordernis einer Betreuung
46% fehlende Stellungnahmen zur Indikation weitergehender Begutachtungen
21% unbefriedigende persönliche Nachzeichnung des Probanden
18% mangelhafte Gliederung des Gutachtens
8% kritisierbare äußere Gestaltung des Gutachtens

Aus: Gutachten
Qualitätsstandards und Qualitätskriterien von besagtem Manne.

von
Antonius

Wozu die Mühe ? Das es auch unter den Gutachtern schwarze Schafe und berufliche &#34;Nieten&#34; gibt, wurde von mir niemals bestritten. Die mich betreffenden Gutachten und Befundberichte, die mittlerweile einen eigenen Ordner füllen, sind alle fair und nicht zu beanstanden.
Und es gibt für mich keinen Grund, alle Gutachter unter Generalverdacht zu stellen. Daran ändert auch Ihre Auflistung nichts !

MfG

Experten-Antwort

Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass ich mich als Vertreter der Deutschen Rentenversicherung zu dieser Mängelliste nicht positionieren werde.

von
dirk

Michberuhigt diese Mängelliste - zeigt sie doch dass Gutachten, die schon fast nach Gefälligkeitsgutachten riechen kein Einzlfall sind und nicht in der Person des Begutachtenden liegt.
Handeln die Gutachter in vorauseilendem Gehorsam oder liegt Beeinflussung vor?

von
Erfahrener

Dummes Zeug ! Wissen Sie eigentlich, dass es mehrere Millionen Erwerbsminderungsrentner in Deutschland gibt ? Sind die alle falsch begutachtet worden ? Es ist ebenfalls eine Tatsache, dass sich viele Antragssteller für kränker halten, als sie in Wahrheit sind oder die Begriffe Arbeitsunfähigkeit mit Erwerbsunfähigkeit verwechseln. Und im übrigen beweist diese Liste, dass die allermeisten Gutachten korrekt sind !

von
dirk

Nein ich werde mich nicht auf das Niveau &#34; dummes Zeug&#34; und so begeben.
Aber: die Anzahl der EM Rentner sagt nix aus über die Qualität der Begutachtungen. Die notwendigen Widersprüche und Gerichtsstreite würden da schon eher eine Aussage treffen können. Eine Statistik über die Antragsteller, die den Rechtsweg nicht beschreiten, obwohl es erfolgreich wäre gibt es nicht.
Und: Jeder Fall eines unrichtigen Gutachtens ist einer zuviel!!
da werden sie wohl zustimmen können

von
dirk

Nachtrag:
eine Fehlerquote bis 92 pro Hundert Gutachten ist eindeutig!!

von
Erfahrener

........na Sie müssen es ja wissen ! Ich bin selber EM-Rentner und habe nur positive Erfahrungen mit Gutachtern gemacht. Und die ANGEBLICHEN, durch nichts bestätigten, &#34;Fehlerquoten&#34;, die Sie hier ansprechen, sprechen allenfalls für die schlampige Arbeit MANCHER Gutachter, sind aber keinesfalles Indizien für vorsätzliche Falschgutachten ! (Woher wissen Sie eigentlich, dass die aufgestellte Liste representativ ist ? Sowas kann sich theoretisch jeder ausdenken !)

von
dirk

Am bestn, sie schaun mal, wer diese Daten erfasst hat.

Also: ich habe in zwei Rentenverfahren schlechteste Erfahrungen mit einigen Gutachtern gemacht.
Die RV müsste doch eigentlich ein höchstes Interesse an qualitativ hochwertigen, richtigen und damit unanfechtbaren Gutachten haben. Zum Einnem im Intresse ihrer Versicherten, um eben denen Rechtsstreitereien zu ersparen, die am Ende keinem nützen. Zum Anderem torpedieren diese fehlerhaften G. doch die Arbeit der Mitarbeiter der RV.

von
DN

Ich habe mir mal die Statistik unseres Hauses der DRV für den Monat Juli angesehen:

Von 1288 erledigten Anträge auf Rente wegen Erwerbsminderung wurden 776 Anträge bewilligt, 512 Anträge wurden abgelehnt.

Dies entspricht einer Bewilligungsquote von rund 60%.

Von den Anträge die abgelehnt werden, wurden im Rechtsmittelverfahren immerhin noch 38% bewilligt.

Wie kommt dann die relativ hohe Bewilligungsquote zustande, wenn die DRV angeblich nur Gefälligkeitsgutachten&#34; erstellt?

Jetzt bin ich mal auf die Antworten gespannt...

von
dirk

Immerhin 38 %, diie korrigiert werden mussten.
Aber: wer hat gesagt, dass die DRV überhaupt Gutachten erstellt??
Wie ich schon andeutete: das Interesse der DRV müsste sein, diejenigen Gutachter, die der Meinung sind. im Schein - Interesse des Auftraggebers DRV entgegen med. Fachliteratur usw. zu Begutachten, die wahrscheinlich meinen, dann mehr Aufträge zu erlangen und so ihren Kontostand zu verbessern, herauszufinden und zur Verantwortung zu ziehen.
38% hatten Erfolg mit ihrem Wiederspruch. Da muss doch die vorhergehende Ablehnung falsch gewesen sein, sonst wäre ja die jetzige Bewilligung falsch!
Ich habe leider zumindest eine derartige Erfahrung machen müssen.
Derartiges kann nicht Interesse der DRV sein, da es ja deren Arbeit selbst in ein schlechtes Licht rückt.

Und wie ich schon darlegte: jedes einzelne falsche oder verfälschte Gutachten ist eins zuviel, wer will hier widersprechen? Wer hat dargelegt, dass nur falsche Gutachten erstellt werden. Aber es sind solche dabei und dass muß erkannt und für die Zukunft verhindert oder zumindest minimiert werden.

von
DN

Mit so einer Antwort habe ich gerechnet....

Zu dem 38%: Im Widerspruchs- bzw. Klageverfahren ergeben sich oftmals Änderung des Gesundheitszustandes des Versicherten die eine Rentenzahlung begründen oder es werden weitere Unterlagen vorgelegt über deren Existenz die DRV vor der Ablehnung nichts bekannt war oder es treten Erkranken hinzu etc.

Viele Versicherte sind schlicht und ergreifend nicht erwerbsgemindert (auch wenn &#34;gefühlte Erwerbsminderung&#34; vorliegt) oder erfüllen z. B. versicherungsrechtliche Voraussetzungen nicht.

von
dirk

Sie halten also fehlerhafte Gutachten für nicht schlimm und damit für duldbar???

Sie halten es also für richtig, wenn alle Diagnosen leines langjährig behandelnden Ärzteteams verworfen und durch faklsch ersetzt werden?

es sei zugutegerechnet, dass eine relativ seltene multiple Erkrankung in diesem Einzelfall vorliegt.

Ich bleibe dabei:
Jede Fehlbegutachtung ist eine zuviel!

von
Antonius

Gutachter sind auch nur Menschen, die mal einen schlechten Tag haben dürfen. Auch unter Gutachtern gibt es Kompetente und Unkompetente, wie in allen anderen Berufsgruppen auch. Wie soll man denn bitteschön zu 100 % gewährleisten, das keine Fehlgutachten erstellt werden ? Genau deshalb gibt es doch die Möglichkeit Rechtsmittel einzulegen. Auch mein Rentenverfahren wurde erst auf dem Klageweg entschieden. Das lag aber garantiert nicht an der Qualität der Gutachten sondern an der Inkompetenz des zuständigen DRV-Sachbearbeiters. (So etwas gibt es nämlich auch, in AUSNAHMEFÄLLEN !)

MfG

von
dirk

Wo gearbeitet wird, werden Fehler gemacht.
Dazu sollte eigentlich jeder stehen. Es kann niemand vermeiden, dass Fehlgutachten erstellt werden.
Aber niemand sollte sich anmaßen, zu behaupten es gäbe soetwas nicht !
Schlimm für den, den es trifft

Danke Antonius

von
Mitleser

"(Woher wissen Sie eigentlich, dass die aufgestellte Liste representativ ist ? Sowas kann sich theoretisch jeder ausdenken !)"

Die Quelle ist angegeben und das Buch gibt es. Der Autor arbeitet(e) für einen RV-Träger. Die Liste ist also seriös und öffentlich zugänglich.

von
Mitleser

"Von den Anträge die abgelehnt werden, wurden im Rechtsmittelverfahren immerhin noch 38% bewilligt."

Spricht doch wohl eindeutig für "schlampige" Arbeit der "Gutachter", wie sie aus der Liste erkennbar wird. Oder sind 38% von 512 (194 Schicksale) ein Nichts?

von
Mitleser

"Viele Versicherte sind schlicht und ergreifend nicht erwerbsgemindert"

Nach Ihren Angaben sind 300 von 1300 der Antragsteller sehr viele? Die 1000 "richtig" Beurteilten von denen immerhin 200 erst mal falsch beurteilt wurden, sind also wenige?

Bei Gutachten existiert also bereits im Ergebnis eine Fehlerquote von 20%. Das ist schlampige Arbeit. Steigen Sie in ein Flugzeug mit ner 80% Zuverlässigkeit?

von
Mitleser

"Wie soll man denn bitteschön zu 100 % gewährleisten, das keine Fehlgutachten erstellt werden ?"

Nullfehler verlangt niemand, aber 20% sind entschieden zuviel.

von
Mitleser

"Schlimm für den, den es trifft"

Und das sind nach Auskunft von DN immerhin 20% derjenigen, die tatsächlich erwerbsgemindert sind.

Man stelle sich mal vor, ein Briefträger stellte 20% seiner Briefe falsch zu?

Ob der weiterhin Briefträger wäre?

Aber Gutachter dürfen weiterhin schlampige Arbeit abliefern. Bezahlt von den Zwangsbeiträgen der anderen Versicherten. Ne Sauerei ist das!