Antrag Altersrente bei Wohnsitz im Ausland

von
Peter-Hans

Guten Tag,
meine Fragen stelle ich aus einem Land in Zentralamerika, in dem ich seit 1999 lebe.
Hoffentlich ist es nicht zu kompliziert fuer die Auskunftserteilung.

Geboren bin ich 06/1945, habe viele Jahre Beitraege an die BfA gezahlt, bevor ich 1999 nach hier gekommen bin und keine weiteren Beitraege geleistet habe ( Arbeit hat es damals fuer mich in D. nicht gegeben, nur Bewerbungen, Vorstellungen, Job-Vermittler, etc.).
Nun bin ich 63, hier verheiratet, 1 Kind (8 Jahre).
Meine Fragen auf die ich im Forum keine ausreichenden Antworten finden konnte.

1. Kann ich einen Antrag auf Altersrente stellen, ohne das Abzuege (wegen des Lebensalters 63 1/2) gemacht werden?
2. Falls die Altersrenten-Regelung das nicht erlaubt: Wann ist der beste Antrags-Zeitpunkt fuer eine Altersrente ohne Abzuege?
3. Aus Taetigkeiten hier enstand kein Rentenaspruch; Krankenversicherung besteht (freiwillig). Wird das beruecksichtigt?
4. Das Kind hat auf Grund der Rechtslage drei Staatsangehoerigkeiten, u.a. die Deutsche (mit Kinderpass). Gibt es Kinderzulagen zur Altersrente?
4. Wo kann ich den Antrag einreichen (Botschaft? BfA Berlin?) und sind Formulare anzufordern und ggfs. zu beglaubigen?

Das sind meine aktuellen Fragen.

Und eine Frage zum Nachdenken:
Ich bin in Deutschland geschieden worden. 2 Jahre danach ist meine erste Frau im Alter von 54 verstorben ohne die zugeteilten Rentenansprueche in Anspruch nehmen zu koennen. Koennen diese an mich "zurueckueberwiesen" werden? Gibt es diese Moeglichkeit? Oder sind das "verlorene Beitraege"?

In der Hoffnung auf Antworten,
freundlichen Gruss und Dank
Peter Hans

von
KSC

1) mit 63 könnten Sie eine Rente mit Abschlägen (bei 63 1/2 wären es 5,4% erhalten, wenn Sie 35 Versicherungsjahre aufweisen.

Anschlagsfrei ist die Rente erst wenn sie mit 65 beginnt.

2) Sie sollten spätestens 6 Monate vor Rentenbeginn das Verfahren einleiten - bei Ihrem Wohnsitz dauert es garantiert länder als die normalen 2-3 Monate, wenn der Rentenbewerber in D wohnt.

3) Bei Wohnsitz in Zentralamerika ist die Krankenversicherung allein "Ihr Problem. Da beteiligt sich niemand daran.

4) nein das Kind spielt bei Ihrer Altersrente keine Rolle - egal wann die Rente beginnt.

5) wenden Sie sich ca 9 Monate vor Rentenbeginn formlos an den RV Träger und fragen dort nach dem günstigsten Weg. Den Antrag auf Regelaltersrente kann man downloaden, eine Beglaubigung der Personalien dürfte auch kein Problem sein, wenn man sich rechtzeitig drum kümmert und nicht erst 2 Wochen vorher:)))

Und PS: beantragen Sie beim Rentenantrag, dass der Versorgungsausgleich nach dem Härteregelungsgesetz rückgängig gemacht wird, weil die Frau ohne Leistungen verstorben ist.

von
Peter-Hans

Danke fuer die schnelle Auskunft.

Abschlag 5,4% : Gilt der fuer "ewig" oder wird mit 65 (also 06/2010 = 65. Geb-Tag) die Rente ungekuerzt gezahlt?

Gibt es sowas wie eine Tabelle, wenn weniger als 35 Jahre Beitraege entrichtet wurden?

Kennen Sie den "RV-Traeger" in meinem Fall (aus Deutschland abgemeldet)? Zentrale in Berlin?

6 Monate : Waere es da vielleicht besser mit dem Antrag bis 06/2009 (64 Lj) zu warten? Oder ist das immer der gleiche Abschlag bis zur Vollendung des 65. Lj?

Bitte meine Nachfragen zu entschuldigen, aber einen Rentenberater habe ich hier nicht. Mehr will ich auch nicht stellen.
Muss wohl fuer einige Zeit nach D zurueckkommen um alles abzuwickeln. Vielleicht geht's dann schneller :). Oder?

Vielen Dank jedenfalls
Peter-Hans

von
KSC

wenn Sie keine 35 Versicherungsjahre haben, gibt es die Rente erst mit 65!

Hätten Sie 35 Jahre, könnten Sie ab 63 und hätten für jeden Monat, den Sie früher gehen 0,3% Abschlag - lebenslang!
(daher mein Beispiel: Rente mit 63 1/2 = 18 Monate vor 65 mal 0,3 = 5,4%)

Schreiben Sie an die DRV Bund, 10704 Berlin - wenn ein anderer Träger zuständig sein sollte, wird Ihr Schreiben weitergeleitet.
Das sollte wirklich kein Problem sein....

von
Agnes

Hallo Peter-Hans,

In Deutschland beginnt die Regelaltersrente mit dem 65. Lebensjahr; sie wird allerdings stufenweise auf das 67. Lebensjahr angehoben. Der Jahrgang 1945 ist hiervon aber nicht betroffen.

Für alle Altersrenten, die vor dem 65. Lebensjahr beginnen, erfolgt ein Abschlag von 0,3% für jeden Kalendermonat.
Die Altersrente für langjährig Versicherte, Voraussetzung sind mindestens 35 Versicherungsjahre, beginnt frühestens mit dem 63. Lebensjahr, also 24 Monate vor dem 65. Lebensjahr. 24 x 0,3 = 7,2% Abschlag.

Bei einem Rentenbeginn zwischen dem 63. und dem 65. Lebensjahr verringern sich die 24 Kalendermonate und damit auch der Abschlag.

Sie sind 06/1945 geboren. Theoretisch hätte der Rentenbeginn der 1.7.2008 sein können. Da Renten aber frühestens ab dem Antragsmonat gezahlt werden, kommt man dem 65. Lebensjahr immer näher. Entsprechend geringer fällt der Abschlag dann auch aus.

Ein Rentenabschlag bleibt auf Lebenszeit bestehen. Bei Vollendung des 65 Lebensjahres ergibt sich keine Veränderung. Überdies setzt sich der Abschlag ggf. auch in einer hnterbliebenenrente fort.

Soweit die rechtlichen Bedingungen.

>>>Gibt es sowas wie eine Tabelle, wenn weniger als 35 Jahre Beitraege entrichtet wurden<<<

In Ihrem ersten Beitrag haben Sie erwähnt, dass Sie "viele Jahre Beiträge an die BfA" gezahlt haben.
Ihr zitierter Satz läßt aber den Schluß zu, dass es weniger als 35 Jahre gewesen sind. Damit wären die Voraussetzungen für eine Altersrente für langjähring Versicherte ab dem 63. Lebensjahr nicht erfüllt. Ein Rentenanspruch auf diese Rentenart besteht also nicht. Eine Tabelle, wenn weniger als 35 Jahre entrichtet sind, gibt es nicht, warum auch. Es gilt alles oder nichts.

Sie haben also nur einen Anspruch auf die Altersrente ab dem 65. Lebensjahr. Einen Antrag sollten Sie etwa sechs Monate vor, also Anfang 2010 stellen. Hierfür extra nach Deutschalnd zu kommen ist sicher nicht nötig.

Ihr früherer Rentenversicherungsträger war offenbar die BfA, Berlin. Die BfA heist jetzt "Deutsche Rentenversicherung Bund". Die Anschrift ist die gleiche geblieben. Sie finden alle Anschriften übrigens wenn Sie unten auf dieser WebSite den Link "deutsche-rentenversicherg" anklicken und dann oben links "Versicherungsträger"

Mit Grüßen aus der Heimat
Agnes

von Experte/in Experten-Antwort

Soweit Sie die Wartezeit (= Mindestversicherungszeit) von 35 Jahren nicht erfüllen, verbleibt nur die Regelaltersrente mit Vollendung des 65. Lebensjahres. Diese Rente wäre nicht mit einem Abschlag belastet.
Eine Einreise nach Deutschland ist hierfür nicht erforderlich. Es genügt, wenn Sie sich schriftlich an den zuständigen Träger wenden.