Antrag auf Erwerbsminderungsrente von 2018

von
Pauline

Liebe Experten,
ich beziehe seit 2014 eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung und bin nun seitüber 2 Jahren krankgeschrieben. Ein Antrag auf die volle Erwerbsminderungsrente wurde im März 2018 gestellt und bis heute nicht entschieden. Nach Ablauf des Krankengeldanspruches habe ich ALGI nach der sogenannten Nahtlosigkeitsregelung gestellt. Dieser Anspruch endet nun im Februar 2020.
Auf meinen Antrag hat sich bis jetzt nichts bewegt, heute habe ich eine Einladung für eine ärtzliche gutachterliche Stellungnahme bekommen.
Ich gehe davon aus, daß die DRV im Falle einer Bewilligung der vollen Erwerbsminderungsrente die Leistungen rückwirkend ab Antragstellung März 2018, also nach altem Recht bewilligt.
Meine Frage ist nun: Kann ich den Zeitraum, ab wann die Rente zu bewilligen ist bestimmen und die DRV bitten, die volle Rente für die Zukunft, bzw. ab Erstellung des Gutachtens zu bewilligen. In diesem Fall könnte ich von der wesentlich besseren Berechnung nach dem neuen Recht profitieren.
Ich bedanke mich im voraus für Ihre Tipps.

von
Doppeloma

Zitiert von: Pauline
Liebe Experten,
ich beziehe seit 2014 eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung und bin nun seitüber 2 Jahren krankgeschrieben. Ein Antrag auf die volle Erwerbsminderungsrente wurde im März 2018 gestellt und bis heute nicht entschieden. Nach Ablauf des Krankengeldanspruches habe ich ALGI nach der sogenannten Nahtlosigkeitsregelung gestellt. Dieser Anspruch endet nun im Februar 2020.
Auf meinen Antrag hat sich bis jetzt nichts bewegt, heute habe ich eine Einladung für eine ärtzliche gutachterliche Stellungnahme bekommen.
Ich gehe davon aus, daß die DRV im Falle einer Bewilligung der vollen Erwerbsminderungsrente die Leistungen rückwirkend ab Antragstellung März 2018, also nach altem Recht bewilligt.
Meine Frage ist nun: Kann ich den Zeitraum, ab wann die Rente zu bewilligen ist bestimmen und die DRV bitten, die volle Rente für die Zukunft, bzw. ab Erstellung des Gutachtens zu bewilligen. In diesem Fall könnte ich von der wesentlich besseren Berechnung nach dem neuen Recht profitieren.
Ich bedanke mich im voraus für Ihre Tipps.

Nein, natürlich nicht! Die Entscheidung trifft die RV alleine.

von
Schorsch

Zitiert von: Pauline
Kann ich den Zeitraum, ab wann die Rente zu bewilligen ist bestimmen und die DRV bitten, die volle Rente für die Zukunft, bzw. ab Erstellung des Gutachtens zu bewilligen. In diesem Fall könnte ich von der wesentlich besseren Berechnung nach dem neuen Recht profitieren.

Warum sollte die DRV wohl freiwillig eine höhere Rente bewilligen als sie muss?
Bestimmt nicht deswegen, weil Sie das so möchten...

MfG

von
Realist

Ein eindeutiges Nein.

Der Rentenbeginn richtet sich nach dem Eintritt des Leistungsfalls (der dürfte in der Vergangenheit, vor dem Antrag liegen), dann ob eine Zeitrente oder Dauerrente bewilligt wird und dem Antragsdatum.
Alles liegt weit vor 2019, damit wird, wenn Sie denn voll erwerbsgemindert sind, der Rentenbeginn vor 2019 liegen und nur das vor 2019 geltende Recht angewandt werden.

Die Chancen auf einen Rentenbeginn in 2019 sind daher mehr als gering.

Letztendlich werden Sie den Bescheid abwarten müssen.

Experten-Antwort

Hallo User Pauline,

wie die User Ihnen bereits mitgeteilt haben, können Sie nicht entscheiden, ob das Recht vor 2019 oder das Recht ab 2019 angewandt wird. Da Sie bereits im Jahr 2018 Ihren Antrag gestellt haben, wird auf jeden Fall das Recht vor der Änderung zum 01.01.2019 angewandt werden

von
Modi1969

Hallo,

ein Rentenbeginn 2019 wäre nur denkbar, wenn die medizinische Sachaufklärung einen Leistungsfall 2019 zum Ergebnis hätte. Da die Ärzte gerne auf das Datum der Au datieren, die bei Ihnen seit mehr als 2 Jahren besteht, ist die Chance, das 2019er Recht (Zurechnungszeit 65+) zu bekommen, verschwindend gering. Endgültige Klarheit kann nur der Rentenbescheid bringen...

von
Valzuun

Falls Ihr Dispositionsrecht nicht durch die KK / AA eingeschränkt ist, können Die folgendes tun:
1. Antrag zurückziehen.
2. Sofort neuen Antrag stellen.

Das kann natürlich weitreichende Konsequenzen haben, also (meiner Meinung nach) unbedingt vorher individuell beraten lassen.

von
Doppeloma

Zitiert von: Valzuun
Falls Ihr Dispositionsrecht nicht durch die KK / AA eingeschränkt ist

Nach dem folgenden könnte man davon ausgehen das der §145 SGB III eingetreten ist, also die AfA mit im Boot ist. Da fehlen aber noch Informationen

Zitiert von: Pauline
ALGI nach der sogenannten Nahtlosigkeitsregelung gestellt. Dieser Anspruch endet nun im Februar 2020.

Zitiert von: Valzuun
können Die folgendes tun:
1. Antrag zurückziehen.
2. Sofort neuen Antrag stellen.

Das kann natürlich weitreichende Konsequenzen haben, also (meiner Meinung nach) unbedingt vorher individuell beraten lassen.

Das halte ich für eventuelle 10, 20, 30 Euro im Monat für ein gewagtes Spiel mit dem Feuer.

von
Pauline

Vielen Dank für die vielen Antworten.

Es geht leider nicht nur um 30 EUR, sondern um ca. 100 EUR monatlich, die ich nach der alten Gesetzgebung weniger bekomme.
Es sind Krankenkasse und AfA im Boot, ich kann also den Antrag nicht so einfach zurücknehmen.
Es stellt sich für mich noch eine Frage. Wie soll ich mich verhalten, falls der Antrag abgelehnt wird, also weiterhin nur die Teilerwerbsminderungsrente bezahlt wird. Kann mich die Krankenkasse oder die AfA zwingen, einen Widerspruch einzulegen? Wenn nein, könnte ich doch einen neuen Antrag stellen?

von
Berater

Zitiert von: Pauline
Vielen Dank für die vielen Antworten.

Es geht leider nicht nur um 30 EUR, sondern um ca. 100 EUR monatlich, die ich nach der alten Gesetzgebung weniger bekomme.
Es sind Krankenkasse und AfA im Boot, ich kann also den Antrag nicht so einfach zurücknehmen.
Es stellt sich für mich noch eine Frage. Wie soll ich mich verhalten, falls der Antrag abgelehnt wird, also weiterhin nur die Teilerwerbsminderungsrente bezahlt wird. Kann mich die Krankenkasse oder die AfA zwingen, einen Widerspruch einzulegen? Wenn nein, könnte ich doch einen neuen Antrag stellen?

Ob die KK oder AfA Sie zu einem Widerspruch zwingen kann, wage ich stark zu bezweifeln. Letztendlich handelt es sich bei der Frage auch nicht um Rentenrecht.
Aber was erwarten Sie von einem neuen Antrag, den Sie natürlich stellen können?. Warum sollte dann eine andere Entscheidung getroffen werden? Aus meiner Sicht ist da ein wenig Naivität im Spiel.

von
Valzuun

Zu 1) Ganz klares nein. Die Entscheidung der DRV bindet die andren Träger. Egal ob es denen passt. Die können Sie auf Knien anflehen einen Widerspruch einzulegen, mehr aber auch nicht.

Und natürlich können Sie jederzeit einen neuen Antrag stellen falls Sie sich falsch beurteilt fühlen oder eine Verschlechterung eingetreten ist. Im letzteren Fall kein Problem.

Im ersten Fall könnte es ein Problem wenn DRV im Rahmen des (neuen) Antrages festgestellt, dass der alte Bescheid falsch war. Dann müsste dieser nämlich eventuell (auch nach Ablauf der Widerspruchsfrist) korrigiert werden.

Aber Sie sehen, es wird langsam reichlich spekulativ.