Antrag auf Erwerbsminderunsrente

von
Sinn

Fange mal ganz von Anfang an zu schreiben:

Nach einer schweren Erkrankung wurde ich durch die Krankenkasse aufgefordert einen Reha Antrag bei der RV zu stellen, der wurde aber wegen verminderte Erfolgsaussichten abgelehnt und in einen Rentenantrag umgewandelt. (laut SGB VI) Durch die Ablehnung wurde der Reha-Antrag in einen Rentenantrag durch die DRV umgedeutet und somit unterlag ich der Einschränkung des sogenannten Dispositionsrechts der Krankenkasse.

Jetzt habe ich ein Schreiben des Krankenkasse erhalten indem steht, dass nach Abstimmung mit dem MDK die Entscheidung aufgehoben wurde, und ich nicht mehr den Einschränkungen des sogenannten Dispositionsrechts unterliege und kann den Zeitpunkt der Rentenantragstellung frei bestimmen. Nachdem jetzt die verbesserte Erwerbsminderungsrente durch die Rentenreform 2014 beschlossen ist, möchte ich einen eigenen EMR bei der DRV-Bund stellen, mit Datum vom 07.07.2014.

Jetzt meine eigentliche Frage an die Forum:

Der jetzt neu von mir gestellte EMR - Antrag muss doch neu bewertet und bearbeitet werden? So das ich den Genuss der neuen und verbesserten Erwerbsminderungsrenten Berechnung komme.

Danke

MFG.
Sinn

Experten-Antwort

Das neue Recht ist immer dann anwendbar, wenn die EM Rente ab 01.07.2014 beginnt.

Es ist also der Rentenbeginn wichtig.

So gesehen haben Sie mit Antrag am 07.07.14 keine Garantie ins neue Recht zu kommen.

Läge beispielsweise der Eintritt der Erwerbsminderung Mitte April und es gäbe eine Dauerrente, dann hätten Sie den Antrag innerhalb von 3 Monaten nach Eintritt der EM gestellt und die Rente würde am 01.05.14 beginnen - damit würden Sie im alten Recht landen.

Auf der sicheren Seite ist auf jeden Fall derjenige, der den Rentenantrag erst im Oktober stellt.

Mehr kann man m.E. im Onlineforum dazu nicht sagen.

von
Tim13

Danke für Ihre Antwort: Bei mir liegt der Fall aber etwas anders. Eine Reha wurde von der DRV im Februar 2014 abgelehnt und der Reha Antrag wurde umgedeutet in ein Rentenantrag. Somit lag ich erst mal der Einschränkungen des sogenannten Dispositionsrechts der KK. Dieses sogenannten Dispositionsrechts wurde aber von der KK nach Abstimmung mit dem MDK im Juni 2014 aufgehoben. Laut KK unterliege ich somit keinen Einschränkungen des sogenannten Dispositionsrechts und kann den Zeitpunkt der Rentenantragstellung frei bestimmen. Diesen Antrag wollte ich jetzt selber stellen um in dem Genuss der verbesserte EMR zu kommen.

Experten-Antwort

Hallo Tim13,

zunächst verweise ich auf die Experten-Antwort vom 05.07.2014.
Der Beginn einer Rente wegen Erwerbsminderung ist immer davon abhängig,
- wann der Leistungsfall (also die Erwerbsminderung) eingetreten ist,
- wann der Antrag gestellt wurde und
- ob es sich um eine Rente auf Zeit oder eine Dauerrente
handelt.

Nachdem sie angeben, dass im Februar 2014 der Reha-Antrag in einen Rentenantrag umgedeutet wurde, lag wohl auch zu diesem Zeitpunkt bereits die Erwerbsminderung vor.

Die Beantragung einer Rente wegen Erwerbsminderung im Juli müsste somit (egal ob Rente auf Zeit oder auf Dauer) zur Anwendung des neuen Rechts führen.

Mangels genauer Kenntnis des Sachverhalts können in diesem Forum jedoch keine weiteren Auskünfte erteilt werden.

Sollte - aus welchen Gründen auch immer - es zu einen Rentenbeginn vor dem 01.07.2014 (und somit zur Anwendung des bisherigen Rechts) kommen, so bestünde - sofern bis dahin nicht erneut die Dispositionsbefugnis eingeschränkt wurde - die Möglichkeit der Antragsrücknahme (und ggf. erneute Antragstellung) bis zur Bestandskraft des Rentenbescheids.

von
Tim13

Danke für Ihre so ausführliche Auskunft!

von
Tim13

Danke für Ihre so ausführliche Auskunft!

von
tim13

Frage an den von Experten!
Ich habe heute mit die Sachbearbeiterin vom DRV-Bund telefoniert und gesprochen. Es hatte noch zur weiteren Bearbeitung des Rentenantrags (EMR) der Bescheid der KK über die Bewilligung der KVDR gefehlt, diese liegt aber jetzt vor sodass die zügige Bearbeitung fortgesetzt werden kann. Was mich nur etwas wundert, ist das man mir gesagt wurde, dass der Rentenantrag nach § 116 Abs. 2 Nr. 1 bearbeitet wird. Zum verdeutlichen: Die Aufforderung zur Reha von der KK kam im Mitte Nov. 2013, den Reha Antrag gestellt habe ich dann zwangsläufig Anfang Jan. 2014. Der Bescheid über die Ablehnung der Reha und Umdeutung in Rente kam von der DRV-Bund dann Anfang Feb. 2014. Die KK hat mir am 12.06.2014 Mitgeteilt das Sie nach Abstimmung mit dem MDK die Entscheidung vom 7. November 2013 aufhebt; und somit unterläge ich keinen Einschränkungen des sogenannten Dispositionsrechts und kann den Zeitpunkt der Rentenantragstellung frei bestimmen. Denn Rentenantrag habe ich dann selber am 07.07.2014 gestellt. "" Meine Frage wäre nun, darf die DRV-Bund überhaupt noch den Rentenantrag nach §116 Abs.2 Nr. 1 bearbeiten, oder gilt der neue Antrag vom 07.07.2014. Die all entscheidende frage ist, wird die Rente nach der alten Regelung oder nach der neuen bearbeitet. 40 - 60 EUR mehr im Monat wäre schon schön! - Freue mich auf weitere ausführliche Antworten von den Forumsmitglieder und auch von den Experten diesen Forums: Danke Tim

von
tim13

Frage an den von Experten!
Ich habe heute mit die Sachbearbeiterin vom DRV-Bund telefoniert und gesprochen. Es hatte noch zur weiteren Bearbeitung des Rentenantrags (EMR) der Bescheid der KK über die Bewilligung der KVDR gefehlt, diese liegt aber jetzt vor sodass die zügige Bearbeitung fortgesetzt werden kann. Was mich nur etwas wundert, ist das man mir gesagt wurde, dass der Rentenantrag nach § 116 Abs. 2 Nr. 1 bearbeitet wird. Zum verdeutlichen: Die Aufforderung zur Reha von der KK kam im Mitte Nov. 2013, den Reha Antrag gestellt habe ich dann zwangsläufig Anfang Jan. 2014. Der Bescheid über die Ablehnung der Reha und Umdeutung in Rente kam von der DRV-Bund dann Anfang Feb. 2014. Die KK hat mir am 12.06.2014 Mitgeteilt das Sie nach Abstimmung mit dem MDK die Entscheidung vom 7. November 2013 aufhebt; und somit unterläge ich keinen Einschränkungen des sogenannten Dispositionsrechts und kann den Zeitpunkt der Rentenantragstellung frei bestimmen. Denn Rentenantrag habe ich dann selber am 07.07.2014 gestellt. "" Meine Frage wäre nun, darf die DRV-Bund überhaupt noch den Rentenantrag nach §116 Abs.2 Nr. 1 bearbeiten, oder gilt der neue Antrag vom 07.07.2014. Die all entscheidende frage ist, wird die Rente nach der alten Regelung oder nach der neuen bearbeitet. 40 - 60 EUR mehr im Monat wäre schon schön! - Freue mich auf weitere ausführliche Antworten von den Forumsmitglieder und auch von den Experten diesen Forums: Danke Tim

von
tim13

Hallo Renten-Experten!
ich habe heute meinen Rentenbescheid erhalten, leider wurde diesen nicht nach dem neuen Rechts bearbeitet. Im Rentenantrag steht das die Anspruchsvoraussetzungen seit dem ersten Krankentag (ab 19.02.2013) erfüllt sei. Nur weil die KK darauf bestand das ich am 07.01.2014 den Reha-Antrag stellen musste, und dieser schon Anfang Feb. 2014 von der DRV-Bund in einen Rentenantrag umgedeutet. Die Aufforderung der DRV-Bund noch die fehlenden Unterlagen einzureichen, bin ich nicht nachgekommen. Im Juni hat die KK dann mit Unterstützung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) nach Abstimmung die Entscheidung aufgehoben, und erklärt das ich nicht mehr den Einschränkungen des sogenannten Dispositionsrechts der KK unterliege und den Zeitpunkt der Rentenantragstellung frei bestimmen kann. Denn Rentenantrag habe ich dann am 07. Juli 2014 gestellt. Leider wurde dieser von mir gestellte Rentenantrag nicht berücksichtigt, statt dessen das Antragsdatum des Reha Antrages. Hierdurch fällt natürlich die monatliche Rentenzahlung geringer aus. Meine Frage - ist das rechtens wie die RV hier vorgegangen ist, was kann ich jetzt noch machen um eine EMR zu erhalten nach den neuen Recht mit der neuen Zurechnungszeit statt 60 jetzt 62 Jahre und das die letzten vier Jahre vor Eintritt der Erwerbsminderung aus der Berechnung herausfallen. Bin für jede Antwort und Hilfestellung dankbar.

Experten-Antwort

Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass ich mich als Vertreter der Deutschen Rentenversicherung zu einem Rentenverfahren mit so vielen „Wenn und Aber“ nicht eindeutig positionieren kann.

Zur individuellen Abklärung Ihrer Situation sollten Sie vorsorglich einen Termin bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle vereinbaren. Sollten Sie (wegen des großen Arbeitsaufkommens zum neuen Gesetz) auf die Schnelle keinen Termin bekommen, legen Sie vorab mal Rechtsmittel ein.

von
Tim

Ich habe so wie Sie mir geraten haben Rechtsmittel eingelegt. Wie lange dauert es denn bis so ein Widerspruchverfahren bearbeitet ist und ich einen neuen Rentenbescheid von der RV bekomme?