Antrag auf Leistungen zum Arbeitsleben

von
Wuermchen

Liebes Forum,

im Anschluss an einem Krankenhausaufenthalt war ich in einer Anschlussheilbehandlung, welche durch den Rentenversicherungsträger übernommen wurde. Der Kurarzt empfahl mir einen höhenverstellbaren Schreibtisch sowie einen rückengerechten Bürostuhl. Ferner stimmte er einer Reduzierung der täglichen Arbeitszeit zu, was er auch in dem Abschlussbericht vermerkte. Nach der AHB habe ich noch an dem IRENA-Projekt teilgenommen, welches sehr schlecht verlaufen war und die bisherigen Beschwerden noch verstärkte. Anmerkung: Nach der Entlassung aus de AHB bin ich wieder meinem Beruf nachgegangen. Nach einigen Unmengen an Papierkrieg erfolgte dann auch noch im Rahmen des Antragsverfahrens für den Tisch und Stuhl eine Vorstellung bei unserem Betriebsarzt, welcher die Notwendigkeit bestätigte. Ein halbes Jahr nach der Antragsstellung musste ich dann noch über 100 km Anfahrtsweg zu dem Gutachter der Rentenversicherung über mich ergehen lassen. Die Dame dort war so "pampig" mir gegenüber, das ich das Gespräch gerne abgebrochen hätte! Sie untersuchte lediglich Körperpartien, die nichts mit meiner Grunderkrankung zu tun haben. Nach der zweistündigen Untersuchung meinte sie nur, dass aufgrund der vorliegenden Verstrickung der Krankheiten eine volle EM-Rente angezeigt sei. Ich bin aus allen Wolken gefallen; die Ärztin beharrte aber auf ihre Aussage. Nunmehr liegt mir das medizinische Gutachten vor. Darin sind Sachen vorhanden, die ich nie gesagt habe oder die sich nie so ereignet haben! Ferner wurde eine Diagnose von einem Facharzt, die seit über sieben Jahren behandelt wird, von der Ärztin komplett abgesprochen! Andere Diagnosen wurden heruntergespielt und wiederum andere Diagnosen, die überhaupt nicht stimmen, hinzugedichtet! Ferner sei ich komplett arbeitsfähig, bis auf einigen Einschränkungen. Alles, was die Ärztin im Gespräch von sich gegeben hatte, hatte sich nicht bestätigt. Darf ein Gutachter, der Facharzt für andere Gebiete ist, Diagnosen einfach so streichen bzw. hinzuerfinden?! Es wurden sämtliche Fachärzte in ihrer Kompetenz angegriffen, dass diese schon fast unfähig aussehen lässt! Ferner stört es mich immens, dass es überhaupt so ein umfangreiches Verfahren gab, obwohl die Rentenversicherung aufgrund der Schwerbehinderung von Anfang an die beantragten Hilfsmittel hätte ablehnen können! Der Rentenversicherung habe ich eine bitterböse Email geschrieben, in der ich mich über die Ärztin beschwert habe und auf die unrichtigen Punkte im Gutachten eingegangen bin.

Für Eure Erfahrungen und/oder Ratschläge bin Euch sehr dankbar. Es ging zwar um nicht gerade viel bei der Beantragung, doch werde ich früher oder später einen Antrag auf eine Teil-EM-Rente stellen müssen, da sich mein Gesundheitszustand zusehends verschlechtert. Ich möchte aber nicht, das dann eventuell dieses offensichtlich falsche Gutachten für die Beurteilung herangezogen werden kann!

Vielen Dank und liebe Grüße

Wuermchen

Experten-Antwort

Bitte haben sie Verständnis, wenn von Seiten des Experten keine Aussagen zum Ablauf der Begutachtung und zu der medizinischen Einschätzung der Gutachterin getroffen werden können.

Solange die Fristen für die Aufbewahrung nicht abgelaufen sind, bleibt das Gutachten aktenkundig und wird bei der Beurteilung einer Erwerbsminderung im Rahmen eines (eventuellen) Rentenverfahrens vorliegen.
Sofern Sie einen Antrag auf Rente wegen Erwerbsminderung stellen, können Sie durchaus darauf hinweisen, dass Sie mit dem aktenkundigen Gutachten vom tt.mm.jjjj nicht einverstanden sind.

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