Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (Umschulung)

von
MaxW.

Hallo,
ich habe o.g. Antrag gestellt, bin aber vorher in eine med.Reha geschickt worden und aus dem Gutachten geht eindeutig hervor: Bin zwar mind. 6 Stunden arbeitsfähig, aber für meinen zuletzt ausgeübten Beruf nur unter 3 Stunden mit Empfehlung zur Umschulung. Nach knapp 6 Wochen nach Erhalt des Gutachtens erkundigte ich mich bei der DRV, warum ich nichts mehr höre. Die lange Bearbeitungsdauer zehrt sehr an den Nerven, liebe Experten der DRV!!!
Nun sei meine Akte beim ärztlichen Dienst.
Ist diese Vorgehensweise normal, wird das Gutachten nicht von den Sachbearbeitern der Reha-Abteilung ausgewertet? Ist eine erneute Untersuchung trotz 4-wöchiger Reha möglich?
Danke

von
SW

Hallo Max,

ich hatte im Oktober Widerspruch eingereicht und bei mir ist es seit dem so wie bei dir.
Im Januar habe ich mal was gehört und seit dem nix mehr.
Verstehe es auch nicht wie die mit Personen umgehen die eigentlich Beruflich wieder Fuß fassen wollen. Bei mir muss erstmal ausgetestet werden was ich noch kann.
Die Agentur f. Arbeit hat ein Gutachten und eine psychologische Stellungnahme angefordert. Es ist ja schön wenn die beiden Stellen sagen nicht mehr der Beruf aber jetzt will die AfA erstmal auf die DRV warten.
Die lassen einen ohne skrupel ins ALG2 laufen. Mich würde mal interessieren wie die sich fühlen würden wenn man mit denen so umspringt.

von
Grit

Diese willkürlichen Methoden setzen einem derart zu, dass man zusätzlich zur Erkrankung auch psychisch noch destabilisiert wird.

Ohnmachts.und Auslieferungsgefühle verbunden mit Wehrlosigkeit und Existenznot - das erzeugt Traumafolgestörungen und Depressionen.
Dieses System gibt den Schwachen den Rest!

Wen wundert es da, dass "immer mehr psychische Erkrankungen zur Erwerbsminderungsrente führen"??

KK´en und DRV basteln sich ihre Rentner doch selbst durch ihre menschenverachtenden Methoden.

von
MaxW.

Das ganze läuft nun schon seit August 2012, angefangen mit einem Antrag auf Umschulung bei der Agentur für Arbeit..., dann abgegeben wegen Zuständigkeit der DRV (mind. 15 Berufsjahre). Ich trete nun, abgesehen von der 4-wöchigen Reha, seit einem halben Jahr auf der Stelle... mir sind die Hände gebunden und laufe ins offene Messer, da mein ALG I bald ausläuft... Wenn das so weitergeht, gerate ich tats. das erste Mal in meinem Leben mit 43 Jahren in Hartz 4... die totale Panik packt mich täglich und ich kann schon kaum mehr schlafen! Warum machen die das mit einem???

von
Amsel

Ich kann gut nachvollziehen, dass Sie verzweifelt sind. Habe auch ein Jahr warten müssen, bis mein Antrag durch war. Auch verstehe ich die Verzweiflung, da man ja in der Luft hängt und überhaupt nicht weiß, wie es für einen weiter geht.
Aber, bitte gedulden Sie sich! Es dauert alles seine Zeit. Oft müssen noch zusätzliche Gutachten erstellt werden. Hier geht es eben auch um was, alles ist sorgfältig zu prüfen und hat seinen Ablauf.
Alles Gute für Sie!

von
Amsel

Folgende Anmerkung noch:

Immer wieder telefonisch nachfragen, lassen Sie sich mit der Sachbearbeiterin verbinden. Sich den Namen der Sachbearbeiterin aufschreiben, Gesprächsnotiz formulieren... Druck machen!!!

von
SW

Hallo,

man hat ja nicht dagegen, das ein Antrag geprüft werden muss und man weiß als Antragsteller auch das man nicht der einzige ist der so einen Antrag gestellt hat. Ich finde es aber unmöglich das man dann nicht wenigstens mal Bescheid bekommt wie weit die Bearbeitung ist. Es ist auch nicht normal das man im Oktober einen Widerspruch stellt und der DRV erst ende Januar auffällt das derren Arzt nichts mit MRT Befunden anfangen kann. Man hatte neue Befunde angefordert. Gut auch dieser Aufforderung kann man führer oder später folgen. Mein neuer Facharzt wollte sich aber erstmal ein Bild machen. Bericht habe ich deshalb erst jetzt bekommen und sofort eingereicht. Bin mal gespannt wie die DRV jetzt reagiert und vor allem wann. Sind ja nur 4 neue Krankheiten dazu gekommen.

von
Nix

Ihre Sorgen sind absolut unbegründet.
Nach der Reha wird ein Entlassungsbericht erstellt. Die Übersendung an den RV-Träger kann bis zu 3 Wochen dauern. Anschließend legt der Sachbearbeiter den Vorgang dem Ärztlichen Dienst der DRV vor. Dieser beurteilt den Entlassungsbericht und schlägt berufsfördernde Leistungen vor.
Erst danach wird der Vorgang dem Sachbearbeiter wieder zurückgesandt.
Dieser legt den Aktenvorgang dem Fachberater für Rehabilitation vor.
Dieser hat eine Menge Akten von Versicherten die alle zu einem Beratungsgespräch eingeladen werden müssen, damit über möglichkeiten der berufsfördernden Leistungen gesprochen wird.
Das kann dann schonmal bis zu 2 Monaten dauern, die Ihr Aktenvorgang beim Fachberater vorliegt, bis SIE endlich einen Brief mit der Einladung zu einem Gespräch erhalten.
Da hilft nur eins: Immer mal anrufen in der Sachbearbeitung und nachfragen, wo der Vorgang im Moment vorliegt. Das beschleunigt nicht das Verfahren aber beruhigt bei dem einen oder anderen Versicherten die Nerven.

Viele Grüsse und einen schönen Sonntag!

Nix

von
SW

Nachtrag. Angerufen habe ich auch schön das ein oder andere mal aber da hat man immer das Gefühl unerwünscht zu sein. Das bedeutet wenn man überhaupt mal jemanden telefonisch erwischt.
Am Servicetelefon sitzen eindeutig freundlichere Mitarbeiter aber die können einem ja auch nicht so recht helfen.

von
Alltagsbegleiter

Es ist natürlich für Sie sehr bedauerlich, dass die Bearbeitungszeiten bei der Rentenversicherung sind. Zwei Monate sind dabei tatsächlich noch sehr im Rahmen.

Es muss zur Entscheidung der sozialmedizinische Dienst hinzugezogen werden.

Dort wird wahrscheinlich nach Aktenlage entschieden. Eine erneute Untersuchung so kurz nach Beendigung einer Reha ist sehr unwahrscheinlich.

Sachbearbeiter, auch die in der Reha-Abteilung, dürfen ärztliche Akten aus Datenschutzgründen nicht einsehen, sie sind auch nicht qualifiziert, sie auszuwerten. Das steht nur ausgebildeten Medizinern zu.

von
Grit

Warum die das machen??

Machtperversion ist das.
Das gabs 1933 und das gibts heute genauso in den staatlichen Systemen.

Eigentlich weiss das jeder - nur wird es für den Einzelnen bedeutungsvoller wenn er "dran" ist.

von Experte/in Experten-Antwort

Die Auswertung des Gutachtens durch den ärztlichen Dienst ist regelmäßig erforderlich.
Die Bearbeitungsdauer ist unterschiedlich lang. Ob eine erneute Untersuchung nötig ist, ergibt sich jeweils im Einzelfall.

von
MaxW.

Da sich das ganze Verfahren über das Ende meiner ALG I-Leistung hinauszieht und mein zuständiger Sachbearbeiter auch sagte, ich müsse mich dann wohl oder übel zum Jobcenter begeben, um einen Antrag auf ALG II zu stellen, würde ich gerne wissen, ob ich einen Fehler mache, wenn ich mir so schnell wie möglich einen Job suche? Etwas in meinem alten Beruf kann ich nicht suchen, in diesem kann und darf ich nicht mehr zurück.
Mit einer Tätigkeit im alten Beruf würde ich sicher die Umschulung riskieren. Aber kann ich irgendetwas anderes annehmen, um nicht in Hartz IV zu rutschen bis evtl. eine Umschulung stattfindet?
Ich habe Frau und Kind und wir würden mit Hartz IV viel verlieren..