Antrag auf Reha gilt als Rentenantrag

von
Kurt

Hallo... Ich bin seit 8Wochen im Krankengeldbezug...nach meiner Anschlussheilbehandlung hat mir die DRV Bund ein Schreiben geschickt, dass ich erwerbsgemindert sei und mir mitgeteilt, dass ich einen Rentenantrag stellen möge.und eine Frist genannt.Ich soll mich bei anderen Sozialleistungsträgern über die Auswirkungen der Antragstellung informieren. Wie soll ich jetzt verfahren? Ich habe noch lange Anspruch auf Krankengeld.

von
???

Nachdem Sie erst 8 Wochen Krankengeld bekommen, werden Sie ja noch nicht von Ihrer Krankenkasse nach § 51 zur Reha-Antragstellung aufgefordert worden sein. Von daher müssen sie jetzt gar nichts beantragen. Das Schreiben der DRV ist ein Angebot, dass Sie annehmen können oder auch nicht.
Ich persönlich würde mit meinen behandelnden Ärzten reden, ob sie die Chance sehen, dass ich wieder arbeiten kann. Falls ja, würde ich das der DRV mitteilen und das Angebot dankend ablehnen. Dann kann die Krankenkasse auch die Aufforderung nicht mehr nachschieben.
Sinnvoll wäre in Ihrer Situation natürlich auch eine Rentenberatung. Dann haben Sie zumindest mal eine Vorstellung, wie hoch Ihre Rente derzeit wäre und - falls Sie das entsprechende Alter schon haben - Klarheit über mögliche Altersrenten.

von
=//=

Ich muss dem Beitrag von @??? leider widersprechen. Die KK hat zwar nicht zur AHB aufgefordert, sie kann aber die Aufforderung sehr wohl "nachschieben", da die Leistung offensichtlich nicht erfolgreich war. Von der Dauer des KG-Bezuges hängt dies nicht ab. Es gibt Fälle, da wurde schon nach 1 Monat zur Reha-Antragstellung aufgefordert, vor allem bei schweren Erkrankungen.

von
???

"Haben Versicherte gegenüber dem Rentenversicherungsträger bezüglich der Antragsfiktion bereits disponiert (die Umdeutung abgelehnt oder den späteren Rentenbeginn bestimmt) und schränkt die Krankenkasse erst danach das Gestaltungsrecht rückwirkend ein, sind sie in ihrem Gestaltungsrecht weiterhin nicht eingeschränkt. Dies gilt selbst dann, wenn zum Beispiel noch kein Rentenbescheid erteilt wurde. Auch eine vor der Bescheiderteilung erlangte Kenntnis des Rentenversicherungsträgers von der Aufforderung ist in diesem Fall unbeachtlich. Für die Frage, ob die Versicherten vor der Einschränkung der Krankenkasse disponiert haben, ist auf den Zugang der Dispositionserklärung beim Rentenversicherungsträger abzustellen. Hier reicht zum Beispiel der Eingang der Erklärung in der Poststelle oder der Anruf der Versicherten. "
Quelle: http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_116R4.4

Danach kann die Krankenkasse die Aufforderung nach § 51 nicht mehr "nachschieben", wenn Kurt die Umdeutung bereits abgelehnt hat. Sie können dann nur noch neu auffordern und dann kann man zu gegebener Zeit wieder einen Reha-Antrag stellen.

von
=//=

Kurt hat die Umdeutung aber noch nicht abgelehnt. Und wenn er sie doch ablehnt, kommt die KK ganz schnell und fordert ihn zur (erneuten) Reha auf. Macht zwar keinen Sinn, da die Erwerbsminderung ja festgestellt wurde, aber die KK wird trotzdem auf einer Reha bzw. Umdeutung bestehen. SO sieht´s in der Praxis aus.

von
???

Da haben Sie natürlich Recht. Aber Kurt geht es doch wahrscheinlich darum, möglichst lange das höhere Krankengeld zu beziehen. Oder vielleicht einen späteren Rentenbeginn wegen "verspäteter Antragstellung" (über 3 Monate nach dem Versicherungsfall) zu produzieren. Das sollte, zumindest meines Wissens nach, niedrigere Rentenabschläge = höhere Rente zur Folge haben.
Wenn man jetzt vielleicht eine eher magere Rente erwartet, könnte eine Ablehnung der Umdeutung im jetzigen Zeitpunkt durchaus vorteilhaft sein.
Geht aber alles nur, wenn die Krankenkasse noch nicht nach § 51 aufgefordert hat.

von
???

Nachtrag:
Ein späterer Rentenbeginn könnte (!) natürlich nur die Rentenabschläge beeinflussen. Hängt schließlich von Kurt's Alter ab.

Experten-Antwort

Den Ausführungen von ??? werden zugestimmt. Alternativ können Sie sich persönlich in einem unserer Außenstellen/Regionalzentren beraten lassen.