Antragsformulare

von
Daggi

Mein Hausarzt hat mir geraten einen Rentenantrag zu stellen. Die im Internet verfügbaren Formulare sind doch alle sehr verwirrend und erklärungsbedürftig. Ich habe da eine erste Frage:

In den Formblättern zur Rentenantragstellung wegen Erwerbsminderung werden Antragsteller aufgefordert ein seitens der Krankenkasse ausgefülltes Formblatt oder einen Ausdruck mit den Arbeitsunfähigkeitszeiten und den Diagnosen samt Diagnoseschlüsseln der letzten drei Jahre mit einzureichen.
Da das Verlangen im Formblatt nicht begründet wird, hätte ich gerne von den Experten hier gewusst, was die Rechtsgrundlage für dieses Verlangen ist und ob man seine Mitwirkungspflichten verletzt, wenn man die Weitergabe von Diagnosen unterbindet. Wozu muss ein Sachbearbeiter wissen, woran man leidet oder gelitten hat und weshalb man krank geschrieben war? Ich dachte immer, dass das nur Ärzte was angeht.

mfg
Daggi

von
Formularversteher

Hi Daggi,

die Rentenversicherung gibt Geld aus, das andere durch ihre Steuern bezahlt haben. Deswegen muss sie gewissenhaft prüfen, ob tatsächlich eine Berechtigung für einen Leistungsbezug besteht. Dafür braucht sie alle Angaben von Arzt und Krankenkasse.

Um Ihnen gleich weitere Enttäuschungen zu ersparen: Das Prozedere kann dauern. Es müssen Gutachten eingeholt werden, Ärzte befragt werden, Diagnosen bewertet werden u.s.w....

Am Ende kann man sich idR aber darauf velassen, dass man das, was einem rechtlich zusteht auch wirklich bekommt.

Leider führt kein Weg an der Datenweitergabe vorbei. Aber die Mitarbeiter der Rentenversicherung haben eine Schweigepflicht und sehen im Monat hunderte ärztliche Befunde. Unangenehm muss Ihnen also nichts sein.

Wenn Sie Probleme mit den Formularen haben, können Sie sich jederzeit an dieses Forum wenden oder eine Beratungsstelle aufsuchen (Suchfunktion links auf dieser Homepage). Keine Angst, die Sachbearbeiter beißen nicht ... jedenfalls nicht im Dienst.

Ich drücke Ihnen die Daumen.

von
Daggi

Hört sich ja erst mal plausibel an, was Sie als "Formularversteher" schreiben. Nur meine Frage beantwortet das nicht.

Aber was ist denn, wenn mein Arzt ne falsche Diagnose gestellt hat? Kann ich die korrigieren lassen?

Außerdem:

Beratungsstellen der DRV beraten nicht anonym, sondern jedwedes Aufsuchen führt zu einem Eintrag.

Ich möchte eine möglichst objektive Beratung.

von
Antonius

Wenn Sie Rente haben wollen, dann müssen Sie sich nunmal an die gesetzlichen Vorgaben halten. Sie können Ihren Rentenantrag übrigens in jedem Rathaus oder Bürgeramt direkt aufnehmen lassen. Gerade weil die Formulare "sehr verwirrend und erklärungsbedürftig" sind, kann ich Ihnen das nur empfehlen. Ohne genaue Kenntnis Ihrer gesundheitlichen Einschränkungen, kann Ihr Antrag nicht bearbeitet werden. Und wenn Sie der Meinung sind, dass den Sachbearbeiter Ihre Erkrankungen nichts angehen, dann müssen Sie eben auf Ihre Rente verzichten ! (Wie soll jemand darüber entscheiden können, ob Sie Erwerbsgemindert sind, wenn er Ihre Krankheiten nicht kennt ?)

von
Schade

liebe Daggi,
natürlich können Sie mit vom Internet runtergeladenen Formularen kämpfen und so Ihre Rente beantragen. Da ist jedoch m.E. die Chance riesig groß durch falsches Verstehen irgendwelcher Fragen auch selbst Fehler zu produzieren, die das Verfahren letztendlich verzögern und Ihnen mehr Schaden als Nutzen bringen.

Daher rate ich auch dazu aufs Rathaus zu gehen oder eine Beratungsstelle aufzusuchen.
Natürlich können Sie auch einen Sozialverband aufsuchen oder zum privaten Rentenberater gehen (dem zahlen Sie aber nicht wenig Geld für den Antrag).

Der Berater der Rentenversicherung har kein Interesse Ihnen zu schaden, er füllt mit Ihnen die Formulare aus.
Gerade bei Rentenanträgen für Renten aus gesundheitlichen Gründen, wird er gar nichts über die Erfolgsaussichten sagen.
Er weiß nämlich - da er nicht Mediziner ist - nicht, was beim Antrag heraus kommt.

Dass jede Vorsprache statistisch erfasst wird, hat nichts damit zu tun, dass Sie ausspioniert werden sollen. Das dient dem Arbeitsnachweis und kann auch belegen, dass ein Kunde zur Beratung da war (es gibt durchaus Fälle, bei denen es im Nachhinein positiv ist, wenn man die Beratung belegen kann).

Und zu möglichen Fehldiagnosen Ihres Arztes: Wenn der was falsches diagnostiziert, dann reden Sie mit Ihm und lassen sich die Diagnose erklären.

Haben Sie Mut auch mal anderen zu vertrauen, nicht jeder will Ihnen Böses!

von
kacper

Was für Vorstellungen haben Sie eigentlich??
Glauben Sie wirklich, es wird Ihnen eine Erwerbsminderungsrente gewährt, ohne dass medizinische Unterlagen zur Auswertung vorgelegt werden?
Der Sachbearbeiter der RV sieht im Monat hunderte von Akten.
Und so hart wie es klingen mag:
Aber für einen Sachbearbeiter sind Sie nur eine von vielen Akten, den Mensch der hinter der Akte steckt, kennt man in 99% der Fälle nicht.

von
Daggi

Wieso muß ein Sachbearbeiter meine Erkrankungen kennen? Bisher dachte ich immer, dass allein Ärzte die beurteilen können.

Meine Frage nach der Rechtsgrundlage zum Abfragen der Diagnosen ist damit nicht beantwortet.

von
Daggi

Medizinische Unterlagen zur Auswertung? Wer wertet die denn aus? Doch nicht etwa die Sachbearbeiter? Und wie will ein Sachbearbeiter beurteilen, ob die Dignosen richtig sind?

Jetzt bin richtig verwirrt!

von
Michael1971

Eigentlich sollten sämtliche medizinischen Unterlagen in einem verschlossenen Umschlag mit dem Vermerk "nur vom Arzt zu öffnen" übersandt werden.

Natürlich entscheidet der Sachbearbeiter nicht über Erwerbsminderung. Als Verwaltungsbeamter/-angestellter prüft dieser nur, ob die üblicherweise benötigten Unterlagen beiliegen. Deshalb genügt für ihn auch die Übersendung im gekennzeichneten verschlossenen Umschlag.

Und bevor hier wieder die Grundsatzdiskussion losgeht. Die Rentenversicherungsträger fordern in aller Regel mehr Daten an, als Sie dürften und dass auch noch in unzulässiger Weise. Hintergrund ist aber lediglich die schnelle Erledigung des Falles.

Es bleibt jedem Versicherten unbenommen, diesem Verfahren zu widersprechen und genau zu prüfen, ob und welche Daten er dem Rentenversicherungsträger zukommen läßt.

Genauso eindeutig ist jedoch, dass Sie als Antragsteller den Vollbeweis über das Vorliegen von Erwerbsminderung zu erbringen haben. Und wenn Sie da mit Unterlagen und Informationen geizen, haben Sie zwar wunderbar von Ihrem informationellen Selbstbestimmungsrecht Gebrauch gemacht, Rente bekommen Sie aber keine.

von
Theodor Tunte

Wenn Sie nicht wollen, dass Ihr ominöser Sachbearbeiter etwas von Ihren Erkrankungen erfährt, dann stellen Sie doch ganz einfach keinen Antrag. Es zwingt Sie doch keiner.

von
kacper

Auch wenn der Versicherte die medizinischen Unterlagen in einem verschlossen Umschlag übersendet, spätestens bei der maschinellen Umsetzung der Rentengewährung hat der Sachbearbeiter, einen Einblick auf alle Untersuchungsergebnisse, da diese zur späteren Überprüfung in die Akte gehängt werden.
Also wenn Sie nicht möchten, dass irgendjemand von Ihren Krankheiten erfährt, dann sollten Sie lieber gar keinen Antrag stellen. Denn ohne offenlegung der medizinischen Unterlagen werden Sie keine Rente bekommen.
Das wäre ja wohl ein witz, wenn jeder Versicherte lediglich in seinem Antrag angibt, dass er EM ist und schwuppdiwupps eine EM-Rente erhält.
Dann wäre die Rentenversicherung wohl schon pleite!!!!!!!!

von Experte/in Experten-Antwort

Für die Aufnahme eine Antrages wegen Erwerbsminderung sind mindestens drei Formblätter notwendig. Das Formblatt R 100 benötigt der Sachbearbeiter um den Antrag bearbeiten zu können, das Formblatt R 810 braucht die Krankenkasse ausgefüllt und das Formblatt R 210 benötigt nicht der Sachbearbeiter sondern unsere Untersuchungsstelle um sich ein Bild zu machen.

von
M

In welchem Formblatt werden sie bei der Rentenantragstellung ihrer Meinung nach eigentlich aufgefordert, die von ihnen genannten Angaben ihrer Krankenkasse einzureichen ?????

Sollte dem so sein, dann mache ich wohl seit Jahren was falsch ;-)

Das interessiert doch überhaupt nicht...

von
Daggi

Die Formulare R810 und R100 sind ja OK, aber bei R 210 versteh ich nicht, warum da nicht drauf steht, für wen der Bogen ist und wo er archiviert wird.

Das gleiche Problem habe ich mit der Schweigepflichtentbindungserklärung. Wenn nur Ärzte die Unterlagen brauchen, warum dann Entbindung gegenüber dem ganzen Träger?

Was geschieht denn mit den ärztlichen Unterlagen und dem Formular R210?

von
M

Hätten Deine Eltern mal lieber Deinem Namen alle Ehre gemacht.............

von
Londoner

Nur wer so denkt

wie SIE ist eine SAU...

bin nun mal in Paris

geboren Du A....

Grüße für Dich

Londoner oder

Berner????

Wie du willst...

von
Daggi

Reha geht doch vor Rente und da muß ich doch wohl, wenn ich Rente haben will - will ich ja eigentlich nicht - erst nen Rehaantrag stellen. Und da wird das verlangt. Oder seh ich da was falsch?

von
Antonius

Sie können sofort einen Rentenantrag stellen. Und der RV - Träger entscheidet dann individuell, ob für Sie eine Reha - Maßnahme oder eine Rentenzahlung in Frage kommt. Überlassen Sie das Ausfüllen der Antragsvordrucke am besten Leuten, die etwas davon verstehen.

von
M

Sie müßen vor dem Rentenantrag definitiv keinen Rehaantrag stellen.

Ob eine Reha unter Umständen erfolgversprechend ist und somit vor der Rente durchgeführt wird wird im Rahmen des Rentenverfahrens geprüft.

Warum stellen Sie denn eigentlich einen Rentenantrag, wenn sie gar keine Rente wollen *kopfschüttel* ?

Sie widersprechen sich mitunter gehörig.....

von
M

Alles klar skat...

Mein Mitleid haben sie schon lange