Antragsfristen "Mütterrente" Update

von
B´son

Zur allgemeinen Info :
AGFAVR Sitzung 03/2014

Die Antragsfrist für den Rentenbeginn 01.07.2014 läuft bis zum 01.12.2014, WENN :
die (ursprünglichen) KEZ bereits zum 30.06.2014 gespeichert waren und die Mütter über die Ausweitung der zusätzlichen KEZ-Monate schriftlich informiert wurden.

Und jetzt die "Krönung" :
Sind noch keinerlei KEZ im Versicherungskonto gespeichert, oder wurden trotz gespeicherter KEZ kein Bescheid über die zusätzlichen KEZ-Monate erteilt, dann kann über den sozialrechtlichen Herstellungsanspruch grundsätzlich IMMER (also unabhängig vom Antragsdatum) die Rente zum 01.07.2014 beantragt werden (das entsprechende Alter natürlich vorausgesetzt ;-)).

Meine Frage :
Wird das bei allen Regionalträgern (meiner machts offensichtlich...) so gehandhabt und weiß jemand zufällig, wie die DRV Bund damit umgeht ?

von
KSC

Schaun wir mal; aber wir Berater sind ja Kummer gewöhnt.
Für die Mütter ist es im Zweifel nur positiv - und das Ganze ist ja ein Wahlgeschekumsetzungsgesetz, da kann die Verwaltung doch auch großzügig sein.

Hatte gerade gestern wieder ne 77 jährige Dame mit 4 Kindern und "sonst nichts" - die wird sich nicht beschweren, wenn sie Ihre ca 200 € ab Juli und nicht erst ab Antragsmonat November bekommt - und die 4 x 200 € mehr? Was solls?

von
Versichertenältester

ACHTUNG bei der DRV Bund, die sitzen auf dem hohen Ross und haben Ihre eigenen Entscheidungen.
Ich habe für eine 72. jährige Kundin einen Antrag auf Mütterrente für 4 Kinder am 02.09.14 zum 01.07.14 gestellt. Der Rentenbescheid wurde übersandt mit Beginn 01.09.2014 ( Antragsmonat )
Nach tel. Rücksprache mit der Sachbearbeitung und dem Hinweis, der Beginn ist hier der 01.07.14, wurde mir gesagt das ist falsch. Die Rente beginnt mit dem Antragsmonat. Trotz des Hinweises auf die Broschüre der DRV wurde die MA nicht einsichtig und gab mir zur Antwort, dann legen Sie doch Widerspruch ein, dann bewilligen wir die Rente zum 01.07. und zahlen die Differenz nach.
So kann man sich den Beratern vor Ort und sich selbst natürlich doppelte Arbeit machen, aber wir haben ja sonst nix zu tun.

von
KSC

Typisch DRV Bund.

Wenn so gearbeitet wird, stimmt auf jeden Fall die Laufzeitstatistik, d.h. die Fälle sind schnell abgeschlossen.

:)

von
zelda

Zitiert von: KSC

Typisch DRV Bund.

Wenn so gearbeitet wird, stimmt auf jeden Fall die Laufzeitstatistik, d.h. die Fälle sind schnell abgeschlossen.

:)

Hallo KSC,

mal abgesehen davon, dass hier (zweimal !) falsch gehandelt wurde, wie wird bei Ihnen denn die Laufzeit berechnet ?

Die Laufzeit beginnt mit Antragstellung/ dem Antragseingang und endet mit der Erstellung / Absendung des Bescheides.

Dabei ist der Rentenbeginn irrelevant, egal ob 01.09.2014 oder richtigerweise 01.07.2014.

MfG

zelda

von
W*lfgang

Hallo B´son,

danke für die Info.

So schafft man Präzedenzfälle (Krönung) ...aber, sind diese AG's nicht 'bundesweite' Institutionen, die _alle_ DRV-Träger bei den vereinbarten Ergebnissen binden?! ...auch wenn es Zeit braucht, bis das in den Sachbearbeiterbereich reinkleckert (siehe Beitrag von Versichertenältester).

Gruß
w.

von
Nanu Aber

jepp. hab ich auch schon gehört. Mannomann die "Berliner" :-)

Anscheinend ist bei der DRV-Bund noch nicht jeder/jede Sachbearbeiter(in) mit dem "Thema" vertraut. Hoffen wir mal, dass der "abrufende" Vorgesetzte dann entsprechend reagiert und dem SB die Akte "um die Löffel" haut :-)

Aber keine Sorge...

spätestens das RPA kümmert sich dann darum :-)

bye bye

von
Aha

Solang beim vgl. der RV-Träger die Gesamtlaufzeit zählt ist es sowieso Schwachsinn darüber zu diskutieren. Wie bestimmte Träger auf 2-3 Gesamtlaufzeit kommen ist mir sowieso ein Rätsel.

von
Lorenz

Dieser Beschluss ist vom 02.10.2014 und lt. Auskunft der DRV Schwaben vom 06.11.2014 noch nicht verbindlich.

Oder hat sich hier zwischenzeitlich etwas geändert?

von
B´son

Zitiert von: Lorenz

Dieser Beschluss ist vom 02.10.2014 und lt. Auskunft der DRV Schwaben vom 06.11.2014 noch nicht verbindlich.

Oder hat sich hier zwischenzeitlich etwas geändert?

Mein rechtliches Grundsatzreferat sagt ja ;-)

Experten-Antwort

Die Antragsfrist endete grundsätzlich am 31.10.2014 (ggf. am 03.11.2014, wenn 31.10.2014 ein Feiertag war). Soweit ein Versicherter den Rentenantrag erst nach dem 31.10.2014 stellt, kann laut der besagten Auslegungsfrage ein sozialrechtlicher Herstellungsanspruch anzuerkennen sein; mit der Folge, dass die Rente zum 01.07.2014 beginnt. Das gilt dann nicht, wenn der Rentenantrag außerhalb jedes zeitlichen Zusammenhangs mit der Erteilung des Bescheids über die zusätzlich anzuerkennenden Kindererziehungszeiten gestellt wird. Ob also IMMER ein Herstellungsanspruch besteht ist fraglich. Ich gehe davon aus, dass die DRV Bund dieser Auslegung ebenfalls folgt.

von
B´son

Zitiert von: Lorenz

Die Antragsfrist endete grundsätzlich am 31.10.2014 (ggf. am 03.11.2014, wenn 31.10.2014 ein Feiertag war). Soweit ein Versicherter den Rentenantrag erst nach dem 31.10.2014 stellt, kann laut der besagten Auslegungsfrage ein sozialrechtlicher Herstellungsanspruch anzuerkennen sein; mit der Folge, dass die Rente zum 01.07.2014 beginnt. Das gilt dann nicht, wenn der Rentenantrag außerhalb jedes zeitlichen Zusammenhangs mit der Erteilung des Bescheids über die zusätzlich anzuerkennenden Kindererziehungszeiten gestellt wird. Ob also IMMER ein Herstellungsanspruch besteht ist fraglich. Ich gehe davon aus, dass die DRV Bund dieser Auslegung ebenfalls folgt.

Das sieht mein Grundsatzreferat anders ;-)

von
Achill

Jeder Träger wird dies höchstwarscheinlich anders auslegen. Am Ende entscheidet hier wohl wieder der Jurist im Einzelfall.

von
123

Zitiert von: Achill

Jeder Träger wird dies höchstwarscheinlich anders auslegen. Am Ende entscheidet hier wohl wieder der Jurist im Einzelfall.

....ach wie schön..