Antragstellung Altersteilzeit

von
Sanya

Hallo, meine Mutter ist Jahrgang 1951 und ist gerade dabei ihre Altersteilzeit zu beantragen. Sie arbeitet im sächs. Hochbauamt. Im gespräch mit dem Personalchef wurde ihr gesagt, dass ihre Chancen schlecht wären, da in dem Jahr,in dem meine Mutter ihre ATZ antreten würde,mit einigen Abgängen zu rechnen wäre und somit das Amt nicht mehr arbeitsfähig wäre.
Was hat nun meine Mutter für Möglichkeiten?
Vielen Dank im voraus,
mfG S. Fischer

von
HLRT67

Es sit schwierig, hier eine konkrete Auskunft zu geben - zumal die Frage eigentlich nicht die gesetzliche Rente berührt. Ob ein Recht auf ATZ besteht, wird in tarifverträgen oder betriebsvereinbarungen (bzw. den jeweilig entsprechenden vereinbarungen im öff.Dienst) geregelt - Ihre Mutter müsste sich also am besten beim Personalrat erkundigen, ob und ggf. welche Rechtsansprüche auf ATZ bestehen.

von
Rosanna

Hallo Sanya,

zunächst einmal möchte ich @HLRT67 beipflichten. Und es wird Ihnen kein User dieses Forums eine befriedigende Anwort geben können, da ja keiner von uns "in der Haut des Arbeitgebers steckt".

Sofern eine ATZ tatsächlich nicht möglich ist, bleibt Ihrer Mutter evtl. noch die Reduzierung ihrer Arbeitszeit um wö. XX Stunden, so dass sie in den letzten Jahren vor einer Rente nicht mehr so viel arbeiten muß. Vielleicht läßt sich der Arbeitgeber hierauf ein, denn ob er in einigen Jahren OHNE Mitarbeiter dasteht oder zumindest noch einige Teilzeitarbeitskräfte hat, sollte er auch überdenken.

Andererseits kann ich nicht nachvollziehen, weshalb das Amt in einigen Jahren plötzlich ohne Mitarbeiter sein sollte!? Selbst wenn es viele Abgänge gibt, können doch neue Mitarbeiter eingestellt werden! Es ist doch ganz logisch, dass irgendwann die Fluktation eintritt, die MA in Rente gehen, kündigen oder wegen Mutterschutz ausfallen. Weshalb bleiben die Arbeitsplätze dann unbesetzt, so dass es zum personellen Chaos ausartet?

Ihre Mutter sollte dies vielleicht mal beim Personalrat hinterfragen. Schließlich handelt es sich bei ihrem Arbeitgeber nicht um eine "kleine Klitsche" mit 10 Leuten, oder?

MfG Rosanna.

von
Wolfgang

> Andererseits kann ich nicht nachvollziehen, weshalb das Amt in einigen Jahren plötzlich ohne Mitarbeiter sein sollte!? Selbst wenn es viele Abgänge gibt, können doch neue Mitarbeiter eingestellt werden! Es ist doch ganz logisch, dass irgendwann die Fluktation eintritt, die MA in Rente gehen, kündigen oder wegen Mutterschutz ausfallen. Weshalb bleiben die Arbeitsplätze dann unbesetzt, so dass es zum personellen Chaos ausartet?

Das nennt sich 'Personalanpassungskonzept'. Stellenreduzierung im ÖD über ATZ. Die kostet natürlich auch weiterhin Geld, bis die Mitarbeiter dann endlich aus der passiven ATZ-Phase tatsächlich in Rente gehen. In der passiven Phase Neueinstellungen - kosten zusätzliches Geld. Zu den Stichtagen 31.12.2003 und 31.12.2006 wurden ATZ-Verträge Jahre vor Ihrem Beginn abgeschlossen (um die Vertrauensschutzregelungen schnell noch zu sichern) ...und ganz plötzlich merkt man dann, dass auf einen Schwung ja viele in einem relativ kurzem Zeitraum ausscheiden. Klar, dass da kein Personalchef sagt, 'dich' lass ich auch noch vorzeitig in ATZ gehen. Der TV ATZ im ÖD sieht erst ab 60 eine Sollbestimmung für ATZ vor, so dass für viele der Zug (2009) einfach abgefahren ist.

Gruß
w.

von
Rosanna

Hallo Wolfgang,

das ist mir ja alles klar.

Sanya schrieb:

"...mit einigen Abgängen zu rechnen wäre und somit das Amt nicht mehr arbeitsfähig wäre."

In der freien Wirtschaft wäre für mich die Einstellung des Personalchefs noch nachvollziehbar, aber im ÖD??? Haben Sie schon mal ein Amt/eine Behörde gesehen, die plötzlich oder zu einem bestimmten Zeitpunkt GANZ ohne Mitarbeiter dasteht, weil alle, aus welchen Gründen auch immer, gegangen sind?

ICH NICHT!

Und wenn ich mich recht an den Beitrag von Sanya erinnere, will ihre Mutter ja auch nicht sofort in ATZ gehen, sondern erst später.

Selbst wenn es mit der ATZ nicht klappen sollte, besteht immer noch die Möglichkeit, die Arbeitszeit zu reduzieren und eben bis zum Rentenbeginn weiterzuarbeiten. Ich wollte nur diese Variante aufzeigen.

MfG Rosanna.

von
Wolfgang

Hallo Rosanna,

ich kenne eine Behörde, die jedem ATZ (ab 55 - 65) angeboten hat, der sie haben wollte. Da das zentral kam, konnte nicht in die besondere Altersstruktur einiger Ämter geschaut werden und wäre im Wege der Gleichbehandlung auch nicht möglich gewesen, darauf Rücksicht zu nehmen. So kommt es dann zu Situationen, dass bestimmte Fachbereiche 'plötzlich und unerwartet' ausbluten, am Rande des Machbaren arbeiten und jeder weitere Abgang das Funktionieren weiter einschränkt. Nur, was kümmert es den Haushaltssanierer (1. Ziel erreicht: Personalkosten auf kurze Sicht spürbar runtergefahren), welche Folgewirkungen das in den Jahren auslöst - die schwarze Null steht erst mal.

Im Rahmen der dezentralen Budgetierung muss dann jeder Fachbereich selbst sehen, wo er die Mittel für Neueinstellungen (sprich anderweitige Einsparungen) hernimmt.

Dass dann auf die ATZ-Bremse getreten wird (und sich nur an der Verpflichtung im ÖD ab 60 orientiert), um nicht noch mehr Personal (vorzeitig) zu verlieren, kann ich nachvollziehen - auch wenn es für die/den Einzelnen bedauerlich ist. Aber das kann/ist in der Nachbarkommune schon wieder ganz anders.

Sollte letztendlich nur heißen, wer im ÖD bis Ende 2009 nicht 60 ist, hat ohne Fürsprache seines Arbeitgebers keine Chance, ATZ zu 'erzwingen'.

Gruß
w.
... aber ich bin sicher, wir werden uns bald an 'neuen' Teilrentenmodellen erfreuen dürfen ;-)

von
Unbekannt

Ich kann gut verstehen, dass der Personalchef keine ATZ anbieten kann.

Da der öffentliche Dienst im Hand der Politik ist, und diese jederzeit für negative Überraschungen gut ist, hat der Chef wahrscheinlich keine Planungsgarantie.