Arbeit neben EM-Rente

von
EM

Hallo,

bei einer Rente wegen voller Erwerbsminderung ist bekanntlich eine Nebentätigkeit von 3 Stunden am Tag erlaubt. Was genau bedeutet das?

7 x 3 Std je Woche?
5 x 3 Std je Woche?
15 Std. je Woche?

Wäre es z.B. auch möglich, an 2 Tagen wöchentlich 6 Stunden und an den anderen gar nicht zu arbeiten?

von
Realist

Wer länger als drei Stunden am Stück arbeiten kann, ist nicht voll erwerbsgemindert!

von
Schade

schon herzig, welche Fragen so aufkommen (in der Gier die Grenzen auszunutzen)!

Ausgerechnet ein voll erwerbsgeminderter, der womöglich die Rente eingeklagt hat weil er ja sooo krank ist, kommt anschließend auf die Idee plötzlich kein Wochenende mehr zu brauchen?

Und wer an 2 Tagen jeweils 6 Stunden arbeiten kann, könnte dies vielleicht auch an einem dritten oder vierten Wochentag.

Wer als Rentner so blöde Arbeitszeitregelungen trifft, braucht sich gar nicht wundern, dass die Verwaltung die volle EM anzweifelt.

Natürlich kann alles im ernstfall funktionieren....

Experten-Antwort

Bei einer Rente wegen voller Erwerbsminderung müssen Sie nur die Hinzuverdienstgrenze in Höhe von 400 € einhalten, in wie vielen Stunden Sie die 400 € verdienen wird nicht geprüft.

von
Realist

"...........in wie vielen Stunden Sie die 400 € verdienen wird nicht geprüft."

DAS halte ich für einen großen Systemfehler!

von
EM

Das überrascht mich jetzt sehr, weil auf den Internetseiten der DRV Bund steht:

"Wird das Einkommen im Rahmen einer wöchentlichen Arbeitszeit von 15 Stunden und mehr erzielt, wird vom Rentenversicherungsträger geprüft, ob die festgestellte Erwerbsminderung weiterhin vorliegt."

Anderswo ist aber immer von 3 Std./Tag die Rede, deshalb meine Frage.

von
Schade

normalerweise passiert nichts, wenn die 400 € Grenze eingehalten wird (s. Expertenantwort)

Erwerbsminderung heißt, man kann täglich nur unter 3 Stunden arbeiten - das sind 15 Wochenstunden. Diese Stundenzahl war früher ein Kriterium, ist es heute jedoch nicht mehr.

Würde sich aber anläßlich einer Kontrolle o.ä. herausstellen, dass der voll Erwerbsgeminderte "ganz komische Arbeitszeiten" hat, bräuchte er sich nicht wundern, wenn ein Arzt daraus bestimmte Schlußfolgerungen zieht (s. mein erster Beitrag). Und am Ende einer solchen Schlußfolgerung könnte theoretisch auch stehen, dass der Mensch nicht mehr voll erwerbsgemindert ist....und die Rente entzogen bekommt.

von
Micha

Zur Sichtweise eines Schreibers hier möchte ich schon bemerken, dass es ein Unterschied ist, ob ein EM-Rentner 2 x 6 Stunden die Woche arbeitet und dazwischen jeweils 2 Tage Ruhezeit hat oder ob jemand man 5 x 6 Std. in der Woche arbeitet.
Einem EM-Renter, der 2 x 6 Stunden die Woche arbeitet zu unterstellen, er sei nicht mehr erwerbsunfähig, zeugt nur vom missgünstigen Charakter des Schreibers.
Einem EM-Rentner, der sich 400,00 Euro monatlich hinzuverdienen möchte (soweit er das gesundheitlich kann) ist es nicht möglich, einem Job-Anbieter eine Arbeitszeit von 5 x 2,9 Std. die Woche auf Auge zu drücken.
Überall wird Flexibilität verlangt.
Das kann somit auch heißen: 3 x 4,5 Stunden.

Zwischen den Arbeitstagen (oder danach) gibt es dann Regenerationszeiten für den EM-Rentner.
Dies wäre z. B. nicht mehr der Fall, wenn (wie unterstellt wurde) die Arbeitszeit ausgedehnt würde.
Außerdem: Die Arbeitszeit wird bereits automatisch begrenzt durch den Stundenlohn.
Setzt man z. B. einen niedrigen Stundenlohn von 6,50 Euro an, so würde die bei 400,00 Euro im Monat einer monatlichen Arbeitszeit von 61,54 Std. bedeuten.
Das sind ca. 14,3 Std. die Woche.
Daran sieht man, dass in der Praxis niemand länger als 15 Stunden die Woche arbeitet wird.
Ein solches Gefasel, wie hier von einigen Leuten vom Stapel gelassen wird, womit alle EM-Renter untergründig als Simulanten behandelt werden, lässt nur auf den jeweiligen Charakter der Schreiber schließen.

von
-_-

Die Rentenversicherungsträger prüfen die Einhaltung der Entgeltgrenzen.

Die Stundenzahl wird normalerweise nicht überprüft.

Steht jedoch eine Überprüfung an, ob Erwerbsminderung noch unverändert fortbesteht, kann eine tägliche Arbeitszeit von 3 und mehr Stunden u. U. als Indiz dienen. Zu prüfen wäre dann aber weiter, ob die Arbeitsleistung zu Lasten der Restgesundheit oder unter arbeitsmarktunüblichen Bedingungen erbracht wird, z. B. mit besonderen Pausen.

von
Erkan

Ich arbeite auch schwarz. Aber die Rentenversicherung wird das im Normalfall gar nicht mitkriegen. Offiziell arbeit ich 4 mal 3 Stunden pro Woche. In Wahrheit aber 5 mal 6 Stunden.

(Das machen übrigens viele Rentner so, wie ich erfahren habe!)

von
Stefan

Naja wenn der Betriebsprüfer zum Arbeitgeber kommt, dann kann (!) das auffliegen.

von
Rosanna

... und viele Rentner werden irgendwann "erwischt", z.B. durch eine Betriebsprüfung, wie schon von @Stefan erwähnt wurde.

Und dann ist das Geschrei groß, wenn die Rente überzahlt ist und zurückgefordert wird.

So "blöd", wie manche Menschen denken, sind die von der DRV halt doch nicht. Nur wird durch solche schwarzen Schafe leider oft das Image der nebenbei arbeitenden Rentner, was ja völlig in Ordnung ist, wenn die Hinzuverdienstgrenze eingehalten wird, ZERSTÖRT.

Aber das interessiert Menschen wie Sie nicht.
Ich hoffe, SIE erwischt es auch mal...

von
Nicki

Leider ist die EM-Rente in vielen Fällen so gering, dass man geradezu gezwungen wird noch wenigstens 300 oder 400€ dazu zu verdienen.Nach 40 Jahren Arbeit bekomme ich eine EM-Rente von der allein man nicht leben kann. Da bleibt einem nur entweder das Sozialamt oder soweit es die Krankheit noch zu läßt, dazu zu verdienen.

von
Rosanna

Hallo Nicki,

das verstehe selbst ich als DRV-Mitarbeiterin, dass die Rente oftmals nicht zum Leben reicht!

Aber es gibt nun mal gesetzliche Bestimmungen für die Gewährung einer Rente! Und diese sollten - will man die volle EM-Rente "behalten" - auch eingehalten werden.

Gerade die EM-Rente wird ja nur unter der medizinischen Voraussetzung gezahlt, DASS EIN ENTSPRECHEND NIEDRIGERES LEISTUNGSVERMÖGEN als bei einem gesunden Beschäftigten besteht. Arbeitet jetzt jemand täglich 6 Stunden, obwohl sein von der DRV festgestelltes Leistungsvermögen bei weniger als 3 Stunden liegt, besteht doch schon der begründete Verdacht, dass der Rentenanspruch zu Unrecht besteht. Es sei denn, es wird wirklich auf Kosten der Restgesundheit gearbeitet. Genau das muß aber sozialmedizinisch geprüft werden. Dass dann das Entgelt vermutlich höher als die erlaubten 400,- EUR (Hinzuverdienstgrenze für eine volle EM-Rente in voller Höhe) liegt, ist uns auch klar. Es MUSS aber gemeldet werden, damit eine Überprüfung erfolgen kann (Mitwirkungs- und Meldepflicht steht in jedem Rentenbescheid)!

Wer wie @Erkan meint, die DRV austrixen zu können, indem er schwarz mehr als erlaubt arbeitet, hat unter Umständen irgendwann dafür gerade zu stehen und möglicherweise die Rente zurückzuzahlen.

Wenn Sie nach 40 Jahren Arbeit eine so geringe Rente beziehen, hatten Sie vermutlich Ihr Leben lang einen SEHR geringen Verdienst. Wird eine volle EM-Rente auf Dauer gezahlt, haben Sie aber evtl. einen Anspruch auf Grundsicherungsleistungen oder ergänzende Sozialhilfe. Stellen Sie doch einen entsprechenden Antrag! Mehr als abgelehnt werden kann er ja nicht ... Das ist immer noch besser, als die Rente evtl. ganz zu verlieren, oder?

MfG Rosanna.