Arbeiten in der Schweiz

von
Jürgen

Mein Sohn muss aus bekannten Gründen einen Job in der Schweiz aufnehmen. Nun meine Frage: Wie erfolgt seine Absicherung hinsichtlich der Altersvorsorge. Er bleibt ja deutscher Staatsangehöriger. Der Sitz der Firma, der er dann angehören wird, ist aber in der Schweiz. Ich gehe mal davon aus, dass es hierzu auch eine Regelung gibt, die ich leider nicht kenne.
Vielen Dank im Voraus

Jürgen

von
Heinz_Nbg

Wenn Ihr Sohn in der Schweiz Einkommen aus Erwerbstätigkeit bei einer Schweizer Firma bezieht, ist er im Schweizer Sozialsystem rentenversichert.
In der Regel gibt es dort die erste Säule, AHV IV (=Alters-/Hinterbliebenenversorgung, Invalidenversorgung) und eine zweite Säule, BVG (=betriebliche Versorgung).

Bei Erfüllung der dortigen Wartezeiten erwirbt er Schweizer Rentenansprüche, die später auch ins Ausland (also Deutschland) ausbezahlt werden können.

Aufenthalts- und arbeitsrechtliche Bestimmungen sind in den sog. Bilateralen Verträgen zwischen der Schweiz und der EU geregelt.

Bzgl. Krankenversicherung gibt es einen Unterschied, je nachdem ob von einem deutschen Wohnsitz die schweizer Arbeitsstätte aufgesucht wird ("Grenzgänger") oder ob auch der Wohnsitz in der Schweiz liegen wird ("Aufenthalter").

Es gibt ja schon viele Deutsche, die in der Schweiz berufstätig sind. Nützliche Informationen finden Sie unter
www.grenzgaenger.ch
www.aufenthalter.ch
Dort auch alles zu Renten- und Krankenversicherung.

Schöne Grüße
Heinz

von
KSC

Ergänzung:

eine separate CH Rente erhält er dann, wenn er mindestens 12 Beitragsmonate in CH hat.

Die deutsche Rente bleibt praktisch auf dem heutigen Stand stehen.

Wenn es irgendwann um Mindestversicherungszeiten geht, werden die Zeiten in beiden Staaten addiert.

Der Schutz der EM Rente bleibt bestehen, wenn man Arbeitnehmer in CH wird.

Einen Rentenantrag stellt man dort wo man wohnt.

Arbeitslosengeld erhält man am Wohnort.

Zur Krankenversicherung vergleichen Sie bitte die Möglichkeit einer freiwilligen Versicherung bei der bisherigen Kasse mit Angeboten von CH Kassen.

Und tanken wird er künftig in CH!

In welchem Land später mal "alles besser" ist, weiß heute keiner.

von
Jürgen

Hallo Leute, schönen Dank für die schnellen Tipps.

Gruß Jürgen

Experten-Antwort

Auch für die Schweiz ist für die Rentenversicherung das europäische Gemeinschaftsrecht anwendbar. Sofern es sich bei ihrem Sohn nicht um die Entsendung von einem deutschen Arbeitgeber in die Schweiz handelt, wird er für die Beschäftigung in der Schweiz dort Rentenbeiträge zur schweizerischen Rentenversicherung zahlen. Grundsätzlich gilt: Die Beiträge, die in der Schweiz gezahlt werden, verbleiben beim dortigen Versicherungsträger. Es werden später zwei Renten gezahlt werden, eine aus Deutschland und eine aus der Schweiz. Jeweils zu dem Zeitpunkt, wenn nach den Vorschriften des jeweiligen Staates die Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Bei der Prüfung der Voraussetzungen werden die Zeiten beider Staaten zusammengezählt. Daher werden z.B. bei der Prüfung der deutschen Rente für die Erfüllung der Mindestversicherungszeiten (Wartezeit) auch die schweizerischen Zeiten hinzugezogen.
Weitere Informationen können Sie den Broschüren "Leben und arbeiten in Europa" und "Meine Zeit in der Schweiz - Arbeit und Rente europaweit" entnehmen. Diese können sie kostenlos downloaden unter http://www.deutsche-rentenversicherung.de --> Formulare und Publikationen --> Infobroschüren --> Infobroschüren Ausland.