Arbeiten in Elternzeit oder lieber neuen Vertrag?

von
2 fache Mami

Hallo Experten,
ich habe zwei kleine Kinder (1 und 2 Jahre) und arbeite aktuell auf Minijob Basis. Ich möchte ab November wieder 40 % Arbeiten. Ist es Besser für meine Rente, wenn ich in der Elternzeit Teilzeit arbeite oder einen neuen Vertrag von 40% unterschreibe? Macht es überhaupt einen Unterschied?

Liebe Grüße und Danke im Voraus

Experten-Antwort

Hallo 2 fache Mami,

rententechnisch spielt es keine Rolle ob ein neues Arbeitsverhältnis begründet wird oder das alte in Teilzeit fortgeführt wird.
Rententechnisch wäre sinnvoll, dass Pflichtbeiträge kommen. Dann wird die Rentengutschrift (neben möglichen Kinderjahren) rein über den Bruttolohn vorgenommen. Ob dieser aus einem neuen Arbeitsvertrag oder aus einer alten Teilzeitbeschäftigung stammt, spielt für die Rente keine Rolle.

Für arbeitsrechtliche Auswirkungen empfehle ich die Unterstützung von Betriebs-, Personalrat, ggf Gewerkschaft o.ä. Erfahrungsgemäß müssen neue Arbeitsverträge nicht immer besser sein.

von
2 fache Mami

Und die Kindererziehungszeiten erhalte ich? Egal ob ich in Elternteilzeit arbeite oder in Teilzeit?

Experten-Antwort

Die Kinderzeiten erhält der Elternteil, der das Kind/die Kinder überwiegend erzogen hat. Unabhängig davon, ob nebenher in Teilzeit gearbeitet wurde. Hier kommt es also u.a. darauf an, ob Sie oder Ihr Partner die Kinder überwiegend erzogen haben (also quasi wer hat wegen der Erziehung der Kinder den Job und damit den Rentenaufbau runtergefahren).
Ggf. sind Sie in diesen Zeiten doppelt rentenversichert. Über die Kinderjahre und über den rentenversicherungspflichtigen Verdienst (additive Berücksichtigung bis zur Beitragsbemessungsgrenze).
Kinderjahre müssen übrigens beantragt werden und werden dann für abgelaufene Zeiträume (also für die Vergangenheit) zugeordnet.

von
W°lfgang

Ergänzend:

@2 fache Mami: Sollte sich Ihre Frage auch auf das Elterngeld beziehen, fangen Sie hier an nachzulesen:

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/familie/familienleistungen/elterngeld/elterngeld-und-elterngeldplus/73752

bzw. sich beim örtlichen Jugendamt zu erkundigen.

Rentenrechtlich kommt es nur darauf an - siehe Experten-Beitrag - dass die Pflichtbeitragszeit für Kindererziehung so oder so neben dem parallelen SV-Einkommen anzurechnen ist ...ggf. gekappt, wenn in Summe die max. Einkommensgrenze der DRV (Beitragsbemessungsgrenze) überschritten wird.

> Ist es Besser für meine Rente, wenn ich in der Elternzeit Teilzeit arbeite oder einen neuen Vertrag von 40% unterschreibe?

Beides ist Teilzeit ;-)

Mit einem 'neuen' Vertrag entgehen Ihnen ggf. später mal Möglichkeiten, gegenüber dem alten/bestehenden/aufgelösten Vertrag problemlos wieder in die 'Vollzeit' wechseln zu können - oder andere 'lang erdiente' Vorteile. Folgen Sie dem Experten-Rat, hier konsequent Ihren AG zu befragen und/oder betriebsinterne Institutionen.

In der fernen Zeit der Erziehung - jenseits der Rest-Doppel-BÜZ, kann der Verdienst (nicht die Teilzeitbeschäftigung als solche) für das letzte Jahr bis zum 10. Lbj. des letzten Kindes einen kleinen Rentenschubs bringen ...wie reden hier vom letzten Jahr der Erziehungszeit von Kind 2, wo sich dann eine Teilbeschäftigung - abhängig vom (kleinen) Einkommen - in einem sehr niedrigen Rentenzuwachs, auswirken könnte. Bis dahin vergeht noch viel Zeit, um dann solche Auswirkungen zu hinterfragen ...

Rentenrechtlich fragen Sie vielleicht in der nächsten Beratungsstelle noch mal nach, arbeitsrechtlich sind Sie hier leider falsch.

Gruß
w.