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Experten-Antwort

Arbeiten mit Burnout

von Erkrankte05.03.2011 | 12:29
5701 Ansichten
31 Antworten

Fragen beantworten Expertinnen und Experten der Deutschen Rentenversicherung.

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Hallo, ich lesen immer wieder, dass Leute, die Burnout haben krank geschrieben werden. Bei mir besteht der Anfang eines Burnouts. Ich schaffe es bis jetzt aber immer noch zur Arbeit zu gehen, obwohl es manchmal echt schwierig ist. Ich habe auch schon einen Rehaantrag abgeschickt und versuche bis dahin noch durchzuhalten, frage mich aber immer wieder, ob ich es schaffe und ob es sinn voll ist bis zur Reha noch zu arbeiten.

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Expertenantwort · 1Deutsche Rentenversicherung

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30 Antworten

Schadeam 05.03.2011 | 12:58
Besprechen Sie diese rein medizinischen Fragen doch bitte mit Ihrem medizinischen Fachpersonal. Wenn Ihr Arzt es für sinnvoll und richtig erachtet Sie krank zu schreiben, wird er das wohl tun. Welcher Forumsteilnehmer soll wissen, ob Sie derzeit arbeiten können und ob dies sinnvoll ist? -:)
Machts Sinnam 05.03.2011 | 13:15
Ein bißchen ausführlicher ginge es schon: Arbeitsunfähigkeit liegt auch vor, wenn du auf Grund von Krankheit deine ausgeübte Tätigkeit nur unter der Gefahr der Verschlimmerung der Erkrankung ausführen kannst oder oder wenn auf Grund eines bestimmten Krankheitszustandes, der für sich allein noch keine Arbeitsunfähigkeit bedingt, absehbar ist, dass aus der Ausübung der Tätigkeit für die Gesundheit oder die Gesundung abträgliche Folgen erwachsen, die Arbeitsunfähigkeit unmittelbar hervorrufen. Zwischen der Krankheit und der dadurch bedingten Unfähigkeit zur Fortsetzung der ausgeübten Tätigkeit muss ein kausaler Zusammenhang erkennbar sein. Letztlich muss das der Arzt nach den Arbeitsunfähigkeits-Richtlinein beurteilen.
Klemensam 05.03.2011 | 19:10
Eine Deutschlandweite Übersicht über psychiatrische Akutklliniken ( sicher nicht vollständig ) erhalten Sier hier : http://www.chlaugwitz.de/psyismad.htm Wenn sich die Erkrankung plötzlich massiv verschlechtert oder die med. Reha nicht genehmigt wird oder nicht die erforderliche Genesung bingt, lassen Sie sich in eine der o.g. Kliniken von ihrem Arzt einweisen und behandeln.
Klemensam 05.03.2011 | 20:55
Natürlich wird in psychiatrischen Akutkliniken auch das Burn-Out-Syndrom behandelt - wo denn bitte wohl sonst ? Außerdem besteht bei einem Burn-Out-Syndrom sehr häufig noch eine weitere psychische Störung wie z.b. eine Depression, Psychose , eine Persönlichkeitstörungen etc. pp. welche sehr häufig erst im Rahmen und während der klinischen Behandlung bemerkt und diagnostiziert werden. Die Behandlung in einer psychiatrischen Klnik geht über viele Wochen bis einige Monate und manchmal ( wie bei mir ) sogar über Jahre untergliedert je nach Bedarf und Schwere der Erkrankung(en) gegliedert in 3 Teile : 1. stationäre Behandlung 2. danach Übergang in den Tagesklinischen Bereich 3. ambulante Nachbehandlung über Jahre wenn nötig in der Institutsambulanz Eine med. Reha sollte in jedem Falle erst n a c h der Akutbehandlung des Burn-Out Syndroms beginnen. Ob eine - rechtzeitige ! - med. Reha einem Burn-Out-Syndrom vorbeugen oder dessen Ausbruch verhindern kann, bleibt immer Einzelfall abhängig. Außerdem kann eine med. Reha aufgrund der kürze der Zeit natürlich niemals eine Behandlung in einer psyachiatrischen Klinik über Monate/Jahre ersetzen oder deren Behandlungserfolg auch nur ansatzweise erzielen. Gerade psychisch Erkrankte versprechen sich im Vorfeld einer med. Reha viel zu viel von so einer Massnahme - die ja in erster Linie nicht der Gesundung, sondern auf den Erhalt bzw. die Wiederherstellung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit abzielt und werden dann bitterlich enttäuscht.
Elisabetham 05.03.2011 | 22:18
ein burn out ist nach dem ICdDkeine anerkannte Diagnose. Wenn man aber in einem psychiatrischen KH gewesen ist, hat man ein Stigma, was völlig unlustig ist.
Rosenkranzam 05.03.2011 | 23:07
Wenn Sie befürchten, daß Sie es nicht mehr bis zur Reha durchhalten, würde ich schnellstens zu einem Arzt (vielleicht mit psychologischer Zusatzausbildung) gehen und versuchen, mich bis zur Reha krankschreiben zu lassen. Ich kenne Ihre Situation und Ihren Arbeitgeber nicht. Wenn Sie aber einen "bösen" Arbeitgeber haben, könnte er versuchen Sie mit "faulen, bösen Tricks" loszuwerden und in Ihrer Situation sind Sie für solche Tricks höchst anfällig.
Jutte M.am 06.03.2011 | 00:59
Bemühen Sie sich doch zunächst einmal um einen Termin bei einem Gesprächstherapeuten. Dabei muss der erstbeste nicht gleich der Richtige sein. Versuchen Sie die Ursache der Überforderung und des schweren Erschöpfungszustandes aufzuspüren. Nur so werden Sie wissen, welche Form der Therapie für Sie die Richtige ist. Es dürfte wichtig sein, Ihren Lebensrhythmus, ihre Gewohnheiten, ihren Bedürfnissen anzupassen und nicht dem Ganzen einfach zu entfliehen. Wahrscheinlich werden Sie sich zu einer langfristigen ambulanten psychologischen Betreuung entschließen, in der Sie gemeinsam mit dem Therapeuten an Lösungen arbeiten werden. Um eine Reha genehmigt zu bekommen, ist ohnedies eine Diagnosestellung erforderlich. Wenn Sie an einem echten Burn out Syndrom leiden, wird Ihnen eine kurze Auszeit in Form einer vier bis sechswöchigen klinischen Reha wohl nicht wirklich helfen. Anschließend kehren Sie zurück in Ihre vertraute Umgebung und verfallen in alte Muster. Da wäre ein entspannter Urlaub an der See möglicherweise ebenso sinnvoll. Akutkliniken sind, wie der Name schon sagt, für wirklich kurzfristig eingetretene Notfälle gedacht. Um eine aktuelle Selbstgefährdung zu reduzieren, wird der Patient nahezu entmündigt und schnell auch prophylaktisch medikamentös stillgelegt. Eine Weigerung sedierende Drogen zu nehmen gilt vielerorts als Renitenz. Wenn es Ihnen dort nicht zusagt, ist auch nach freiwilliger Einweisung, eine freiwillige Entlassung gar nicht immer so einfach. Der Wunsch, die Klinik zu verlassen, wird dann schon einmal als Symptom einer fehlenden sozialen Adaptionsfähigkeit gedeutet, das eine weitere medikamentöse Behandlung erfordert. Erholen werden Sie sich dort nicht. Individuell Probleme werden dort nur peripher angegangen. Es herrschen zudem strickte Regeln. Die allgemeine Atmosphäre ist dort oftmals dumpf bedrückend und wenig geeignet, das Leben optimistisch wieder in den Griff zu bekommen. Intellektuelle Anreize fehlen. Die Patienten sitzen größtenteils gelangweilt im Raucherraum oder sehen fern, da das Therapieangebot zu gering ist. Auch dort wird Personal eingespart. Andere Patienten könnten zusätzlich zu einer soliden Herausforderung werden. Nicht wenige Patienten kommen traumatisierter aus einer Akutklinik heraus, als sie es bei der Einweisung waren. Anschließend werden Sie zudem für den Rest ihres Lebens in Ihrer Akte einen Psychiatrie Aufenthalt stehen haben. Die Löschung ist nicht einfach. Mit Einführung der elektronischen Krankenakte wird sie nahezu unmöglich werden. Fast jede spätere Erkrankung wird infolgedessen zunächst als psychosomatisch abgetan werden. Dies sind übrigens Erfahrungen aus Betreuer-Sicht.
Erkrankteam 06.03.2011 | 00:14
Ich bin im Januar auch 10 Tage im Krankenhaus gewesen (Bauchspiegelung). Auch wenn diese Erholsam waren lösen sie ja nicht das Problem. Mein Arzt hat gesagt stationäre Reha wäre am besten für mich (hatte auch an ambulante Therapie gedacht), damit ich rauskomme aus dem Alltagsstress. Und ich denke er hat auch recht damit. Jetzt muss nur der Antrag genehmigt werden, was wohl nicht so einfach ist.
roadrunneram 06.03.2011 | 01:58
Jutte, ein hervorragender Beitrag und absolut realistisch. Selbst in der Familie erlebt. Traumatisiert ( PTBS, Dissos) nach Missbr. und noch dazu anschliessend jahrelang Drehtürpsychiatrie, Stigmatisierung von Behörden, Freiwild für gesetzliche Betreuung.
Elisabetham 06.03.2011 | 21:52
Hallo Sozialrechtler! Die Klinik prüfen Frauen schon lange vor ihrer Entbindung. Ich habe das auch gemacht. Ich kann auch nicht verstehen, warum das in anderen Fällen nicht gemacht wird.
Elisabetham 07.03.2011 | 17:16
Hallo Sozialrechtler! Der letzte Rentengutachter hat mir die psychosomatische Reha-Klinik in Witten Herdecke empfohlen. Diese Klinik arbeitet auf anthroposophischer Basis und die setzen keine Hammer-Medis ein. So weit ich weiß ist diese Klinik kein Vertragspartner der DRV und ob man diese Klinik dann als Wunschklinik angeben kann, entzieht sich meiner Kenntnis. Mir hat die DRV die Reha erspart und deshalb habe ich mich weiter darum gekümmert.
Elisabetham 07.03.2011 | 21:19
Hallo Sozialrechtler! Man kann nie alle Eventualitäten ausschließen. Mach dir keine Vorwürfe. Mein Knie ist von einem anerkannten Sportmediziner operiert worden und der hat es auch verpfuscht.
Elisabetham 08.03.2011 | 22:11
Hallo Sozialrechtler! Ich denke, dass der Arzt, der mein Knie operiert hat, irgendeinen komischen Forschungsantrag nachgekommen ist. Abgerissenene Kreuzbänder im Knie kann man nun mal nicht mit Fibrinkleber behandeln.
Klemensam 05.03.2011 | 15:31
Zitat von Erkrankte anzeigenausblenden
Ob Sie erst einmal weiter " durchhalten " oder sich erst demnächst - wenn dann gar nichts mehr geht - krank schreiben lassen bleibt doch ihnen überlassen. Wer soll ihnen da hier etwas zu sage ? Besprechen Sie das mit ihrem behandelndem Facharzt und der wird Sie dann schon rechtzeitig auf ihren Wunsch hin aus dem Verkehr ziehen ( also AU schreiben ) wenn er dies für erforderlich hält.
Sozialrechtleram 05.03.2011 | 18:32
Zitat von Erkrankte anzeigenausblenden
Reha ist immer ein gefährliches Ding, weil vorher keine vernünftige Diagnostik stattgefunden hat. Probieren Sie es mal hier: http://www.uke.de/kliniken/psychiatrie/index_48619.php Beratung und Therapie gibt es auf Krankenversicherungskarte und ohne vorheriges Gutachten und Bettelei. Und wenn Sie nicht in der Gegend wohnen, dann werden die Ihnen sagen können, wo es in der Nähe Ihres Wohnortes ähnliche Angebote gibt. Und wenn Sie befürchten, dass Ihr Arbeitgeber auf eine Krankschreibung vom Psychiater oder einer stationären psychiatrischen Behandlung allergisch reagiert, können Sie von Ihrer Krankenkasse verlangen, dass die Ihnen die Arbeitsunfähigkeit ohne Angabe des Behandlers und Behandlungsortes bescheinigt.
Sozialrechtleram 05.03.2011 | 20:25
Zitat von Klemens anzeigenausblenden
Klemens schrieb

Natürlich wird in psychiatrischen Akutkliniken auch das Burn-Out-Syndrom behandelt - wo denn bitte wohl sonst ?

Außerdem besteht bei einem Burn-Out-Syndrom sehr häufig noch eine weitere psychische Störung wie z.b. eine Depression, Psychose , eine Persönlichkeitstörungen etc. pp. welche sehr häufig erst im Rahmen und während der klinischen Behandlung bemerkt und diagnostiziert werden.

Die Behandlung in einer psychiatrischen Klnik geht über viele Wochen bis einige Monate und manchmal ( wie bei mir ) sogar über Jahre untergliedert je nach Bedarf und Schwere der Erkrankung(en) gegliedert in 3 Teile :

1. stationäre Behandlung

2. danach Übergang in den Tagesklinischen Bereich

3. ambulante Nachbehandlung über Jahre wenn nötig in der

Institutsambulanz

Eine med. Reha sollte in jedem Falle erst n a c h

der Akutbehandlung des Burn-Out Syndroms beginnen.

Ob eine - rechtzeitige ! - med. Reha einem Burn-Out-Syndrom vorbeugen oder dessen Ausbruch verhindern kann, bleibt immer Einzelfall abhängig.

Außerdem kann eine med. Reha aufgrund der kürze der Zeit natürlich niemals eine Behandlung in einer psyachiatrischen Klinik über Monate/Jahre ersetzen oder deren Behandlungserfolg auch nur ansatzweise erzielen.

Gerade psychisch Erkrankte versprechen sich im Vorfeld einer med. Reha viel zu viel von so einer Massnahme - die ja in erster Linie nicht der Gesundung, sondern auf den Erhalt bzw. die Wiederherstellung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit abzielt und werden dann bitterlich enttäuscht.

Was Sie da von sich geben, ist zwar gut gemeint, kann aber fatale Folgen haben. Wer am Burn-Out-Syndrom leidet gehört in die Hände von Spezialisten und nicht in psychiatrische Akutkrankenhäuser. In Akutkrankenhäusern sind die Patinten nur Verbrauchsmaterial zur Erlangung der Qualifikation zum Facharzt. Außerdem gilt, dass in diesen Fällen ein Krankenhausaufenthalt der Reha vorzugehen hat, denn eine Reha dauert nur drei Wochen ... Burn-Out-Patienten brauchen mehr Zeit zur Regeneration und zum Erlernen von Verhaltensweisen, die eine erneute Erkrankung ausschließen, als das SGB VI zuläßt
Sozialrechtleram 05.03.2011 | 22:32
Zitat von Elisabeth anzeigenausblenden
Wozu gibt es Datenschutz? Den muß man natürlich organisieren. Man frage also Datenschutzprofis wie mich. Ich weiß, wie das geht, weil ich die Gesetze und üblichen Verwaltungsverfahren kenne. Als ich im UKE wegen des Armbruchs lag, hätte ich locker alle Informationsquellen stillegen können. Auskunft beim Empfang? "Ist nicht hier" hätte die Auskunft gelautet. Selbst die Polizei hätte keine Auskunft gekriegt.
Sozialrechtleram 05.03.2011 | 22:25
Zitat von Klemens anzeigenausblenden
Klemens schrieb

Natürlich wird in psychiatrischen Akutkliniken auch das Burn-Out-Syndrom behandelt - wo denn bitte wohl sonst ?

Außerdem besteht bei einem Burn-Out-Syndrom sehr häufig noch eine weitere psychische Störung wie z.b. eine Depression, Psychose , eine Persönlichkeitstörungen etc. pp. welche sehr häufig erst im Rahmen und während der klinischen Behandlung bemerkt und diagnostiziert werden.

Die Behandlung in einer psychiatrischen Klnik geht über viele Wochen bis einige Monate und manchmal ( wie bei mir ) sogar über Jahre untergliedert je nach Bedarf und Schwere der Erkrankung(en) gegliedert in 3 Teile :

1. stationäre Behandlung

2. danach Übergang in den Tagesklinischen Bereich

3. ambulante Nachbehandlung über Jahre wenn nötig in der

Institutsambulanz

Eine med. Reha sollte in jedem Falle erst n a c h

der Akutbehandlung des Burn-Out Syndroms beginnen.

Ob eine - rechtzeitige ! - med. Reha einem Burn-Out-Syndrom vorbeugen oder dessen Ausbruch verhindern kann, bleibt immer Einzelfall abhängig.

Außerdem kann eine med. Reha aufgrund der kürze der Zeit natürlich niemals eine Behandlung in einer psyachiatrischen Klinik über Monate/Jahre ersetzen oder deren Behandlungserfolg auch nur ansatzweise erzielen.

Gerade psychisch Erkrankte versprechen sich im Vorfeld einer med. Reha viel zu viel von so einer Massnahme - die ja in erster Linie nicht der Gesundung, sondern auf den Erhalt bzw. die Wiederherstellung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit abzielt und werden dann bitterlich enttäuscht.

Das glauben aber nur Sie. Die Vielfalt der gestellten Diagnosen in Akutkliniken ist Folge des Einsatzes von Berufsanfängern und nicht Folge real vorhandener Krankheiten. "Die Behandlung in einer psychiatrischen Klnik geht über viele Wochen bis einige Monate und manchmal ( wie bei mir ) ..." Mutig von Ihnen. Ich zolle Ihnen meinen Respekt. Das ändert aber nichts daran, dass Patienten mit Burn-Out-Syndrom in die Hände von erfahrenen Ärzten gehören und nicht in Akutkliniken, wo die Ausbildung stattfindet. Haben Sie sich eigentlich mal gefragt, warum Ihre offensichtlich erfolgreiche Behandlung so lange gedauert hat? Und dann noch etwas: Psychische Erkrankungen sind hochinfektiös. Allein schon deswegen ist eine Trennung der Patienten sinnvoll. "Gerade psychisch Erkrankte versprechen sich im Vorfeld einer med. Reha viel zu viel von so einer Massnahme - die ja in erster Linie nicht der Gesundung, sondern auf den Erhalt bzw. die Wiederherstellung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit abzielt und werden dann bitterlich enttäuscht." Da stimme ich Ihnen voll und ganz zu. Ob das aber die Gutachter der DRV auch so sehen?
Anitaam 05.03.2011 | 22:43
Zitat von Klemens anzeigenausblenden
Klemens schrieb

Natürlich wird in psychiatrischen Akutkliniken auch das Burn-Out-Syndrom behandelt - wo denn bitte wohl sonst ?

Außerdem besteht bei einem Burn-Out-Syndrom sehr häufig noch eine weitere psychische Störung wie z.b. eine Depression, Psychose , eine Persönlichkeitstörungen etc. pp. welche sehr häufig erst im Rahmen und während der klinischen Behandlung bemerkt und diagnostiziert werden.

Die Behandlung in einer psychiatrischen Klnik geht über viele Wochen bis einige Monate und manchmal ( wie bei mir ) sogar über Jahre untergliedert je nach Bedarf und Schwere der Erkrankung(en) gegliedert in 3 Teile :

1. stationäre Behandlung

2. danach Übergang in den Tagesklinischen Bereich

3. ambulante Nachbehandlung über Jahre wenn nötig in der

Institutsambulanz

Eine med. Reha sollte in jedem Falle erst n a c h

der Akutbehandlung des Burn-Out Syndroms beginnen.

Ob eine - rechtzeitige ! - med. Reha einem Burn-Out-Syndrom vorbeugen oder dessen Ausbruch verhindern kann, bleibt immer Einzelfall abhängig.

Außerdem kann eine med. Reha aufgrund der kürze der Zeit natürlich niemals eine Behandlung in einer psyachiatrischen Klinik über Monate/Jahre ersetzen oder deren Behandlungserfolg auch nur ansatzweise erzielen.

Gerade psychisch Erkrankte versprechen sich im Vorfeld einer med. Reha viel zu viel von so einer Massnahme - die ja in erster Linie nicht der Gesundung, sondern auf den Erhalt bzw. die Wiederherstellung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit abzielt und werden dann bitterlich enttäuscht.

Ich dachte, Burn-Out IST eine Depression! Komischerweise hat auch kaum mehr jemand Depressionen, sondern alle Burn-Out...
Sozialrechtleram 05.03.2011 | 23:04
besteht bei einem Burn-Out-Syndrom sehr häufig noch eine weitere psychische Störung wie z.b. eine Depression,
Ich dachte, Burn-Out IST eine Depression! Komischerweise hat auch kaum mehr jemand Depressionen, sondern alle Burn-Out...
Wie ist das bei einer Entzündung? Was ist Ursache? Bakterien oder was anderes? Es gibt endogene und exogene Depressionen, die alle soviele Ursachen haben, wie es Menschen gibt. Wer die Ursache (z.B. Bakterie) einer Krankheit nicht bekämpft, wird als Arzt wenig Erfolg haben. Schauen Sie deshalb mal auf der Homepage nach, die ich genannt habe. Die bekämpfen da nicht die Symptome sondern die Ursachen.
Sozialrechtleram 06.03.2011 | 00:02
Zitat von Rosenkranz anzeigenausblenden
Eine dreiwöchige Reha kann die Krankheit "Burn-Out-Syndrom nicht heilen. Eine Reha nach einer adäquaten Krankenhausbehandlung kann helfen ins normale Leben zurückzufinden. Mehr aber auch nicht. Ich habe jetzt drei Wochen somatische Reha hinter mir. Die Erholung (wie im Urlaub) fing merklich erst in der dritten Woche an. Klemens hat Recht, wenn er (wie ich mit den genannten Einschränkungen) erst einmal eine entlastende Krankenhausbehandlung und -diagnostik empfiehlt. Die totale Entlastung in einer Klinik von den alltäglichen Dingen kann schon viel bringen ... . Meine 11 Tage in der Klinik wegen meines Winterunfalls waren schon irgendwie "erholsam". Sich mal um nichts kümmern zu müssen und das Essen ans Bett serviert zu bekommen, kann durchaus schön sein.
Sozialrechtleram 06.03.2011 | 00:35
Zitat von Erkrankte anzeigenausblenden
Eine stationäre Therapie und Diagnostik z.B. im UKE in Hamburg bedarf keiner Genehmigung oder eines Antrages. Die kann Ihnen Ihr Arzt per Einweisung bzw. Überweisung verordnen. Ihr Problem werden Sie in einer Reha-Klinik der DRV mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht binnen drei Wochen beseitigen können. Holen Sie sich bei einem anderen Arzt eine Zweitmeinung ein.
Sozialrechtleram 06.03.2011 | 15:45
Zitat von Jutte M. anzeigenausblenden
Jutte M. schrieb

Bemühen Sie sich doch zunächst einmal um einen Termin bei einem Gesprächstherapeuten. Dabei muss der erstbeste nicht gleich der Richtige sein.

Versuchen Sie die Ursache der Überforderung und des schweren Erschöpfungszustandes aufzuspüren. Nur so werden Sie wissen, welche Form der Therapie für Sie die Richtige ist. Es dürfte wichtig sein, Ihren Lebensrhythmus, ihre Gewohnheiten, ihren Bedürfnissen anzupassen und nicht dem Ganzen einfach zu entfliehen.

Wahrscheinlich werden Sie sich zu einer langfristigen ambulanten psychologischen Betreuung entschließen, in der Sie gemeinsam mit dem Therapeuten an Lösungen arbeiten werden.

Um eine Reha genehmigt zu bekommen, ist ohnedies eine Diagnosestellung erforderlich.

Wenn Sie an einem echten Burn out Syndrom leiden, wird Ihnen eine kurze Auszeit in Form einer vier bis sechswöchigen klinischen Reha wohl nicht wirklich helfen. Anschließend kehren Sie zurück in Ihre vertraute Umgebung und verfallen in alte Muster. Da wäre ein entspannter Urlaub an der See möglicherweise ebenso sinnvoll.

Akutkliniken sind, wie der Name schon sagt, für wirklich kurzfristig eingetretene Notfälle gedacht. Um eine aktuelle Selbstgefährdung zu reduzieren, wird der Patient nahezu entmündigt und schnell auch prophylaktisch medikamentös stillgelegt.

Eine Weigerung sedierende Drogen zu nehmen gilt vielerorts als Renitenz. Wenn es Ihnen dort nicht zusagt, ist auch nach freiwilliger Einweisung, eine freiwillige Entlassung gar nicht immer so einfach. Der Wunsch, die Klinik zu verlassen, wird dann schon einmal als Symptom einer fehlenden sozialen Adaptionsfähigkeit gedeutet, das eine weitere medikamentöse Behandlung erfordert.

Erholen werden Sie sich dort nicht.

Individuell Probleme werden dort nur peripher angegangen. Es herrschen zudem strickte Regeln. Die allgemeine Atmosphäre ist dort oftmals dumpf bedrückend und wenig geeignet, das Leben optimistisch wieder in den Griff zu bekommen. Intellektuelle Anreize fehlen. Die Patienten sitzen größtenteils gelangweilt im Raucherraum oder sehen fern, da das Therapieangebot zu gering ist. Auch dort wird Personal eingespart. Andere Patienten könnten zusätzlich zu einer soliden Herausforderung werden.

Nicht wenige Patienten kommen traumatisierter aus einer Akutklinik heraus, als sie es bei der Einweisung waren.

Anschließend werden Sie zudem für den Rest ihres Lebens in Ihrer Akte einen Psychiatrie Aufenthalt stehen haben. Die Löschung ist nicht einfach. Mit Einführung der elektronischen Krankenakte wird sie nahezu unmöglich werden. Fast jede spätere Erkrankung wird infolgedessen zunächst als psychosomatisch abgetan werden.

Dies sind übrigens Erfahrungen aus Betreuer-Sicht.

Die existiert doch schon längst bei der DRV. Dass das rechtswidrig ist, interessiert die Verantwortlichen nicht. Der dumme Kunde läßt sich das ja gefallen.
Anitaam 06.03.2011 | 18:48
Zitat von Jutte M. anzeigenausblenden
Jutte M. schrieb

Bemühen Sie sich doch zunächst einmal um einen Termin bei einem Gesprächstherapeuten. Dabei muss der erstbeste nicht gleich der Richtige sein.

Versuchen Sie die Ursache der Überforderung und des schweren Erschöpfungszustandes aufzuspüren. Nur so werden Sie wissen, welche Form der Therapie für Sie die Richtige ist. Es dürfte wichtig sein, Ihren Lebensrhythmus, ihre Gewohnheiten, ihren Bedürfnissen anzupassen und nicht dem Ganzen einfach zu entfliehen.

Wahrscheinlich werden Sie sich zu einer langfristigen ambulanten psychologischen Betreuung entschließen, in der Sie gemeinsam mit dem Therapeuten an Lösungen arbeiten werden.

Um eine Reha genehmigt zu bekommen, ist ohnedies eine Diagnosestellung erforderlich.

Wenn Sie an einem echten Burn out Syndrom leiden, wird Ihnen eine kurze Auszeit in Form einer vier bis sechswöchigen klinischen Reha wohl nicht wirklich helfen. Anschließend kehren Sie zurück in Ihre vertraute Umgebung und verfallen in alte Muster. Da wäre ein entspannter Urlaub an der See möglicherweise ebenso sinnvoll.

Akutkliniken sind, wie der Name schon sagt, für wirklich kurzfristig eingetretene Notfälle gedacht. Um eine aktuelle Selbstgefährdung zu reduzieren, wird der Patient nahezu entmündigt und schnell auch prophylaktisch medikamentös stillgelegt.

Eine Weigerung sedierende Drogen zu nehmen gilt vielerorts als Renitenz. Wenn es Ihnen dort nicht zusagt, ist auch nach freiwilliger Einweisung, eine freiwillige Entlassung gar nicht immer so einfach. Der Wunsch, die Klinik zu verlassen, wird dann schon einmal als Symptom einer fehlenden sozialen Adaptionsfähigkeit gedeutet, das eine weitere medikamentöse Behandlung erfordert.

Erholen werden Sie sich dort nicht.

Individuell Probleme werden dort nur peripher angegangen. Es herrschen zudem strickte Regeln. Die allgemeine Atmosphäre ist dort oftmals dumpf bedrückend und wenig geeignet, das Leben optimistisch wieder in den Griff zu bekommen. Intellektuelle Anreize fehlen. Die Patienten sitzen größtenteils gelangweilt im Raucherraum oder sehen fern, da das Therapieangebot zu gering ist. Auch dort wird Personal eingespart. Andere Patienten könnten zusätzlich zu einer soliden Herausforderung werden.

Nicht wenige Patienten kommen traumatisierter aus einer Akutklinik heraus, als sie es bei der Einweisung waren.

Anschließend werden Sie zudem für den Rest ihres Lebens in Ihrer Akte einen Psychiatrie Aufenthalt stehen haben. Die Löschung ist nicht einfach. Mit Einführung der elektronischen Krankenakte wird sie nahezu unmöglich werden. Fast jede spätere Erkrankung wird infolgedessen zunächst als psychosomatisch abgetan werden.

Dies sind übrigens Erfahrungen aus Betreuer-Sicht.

Das muss nicht sein. Allerdings muss man sich die Klinik gut aussuchen. Einer Freundin hat so ein Aufenthalt wirklich geholfen, allerdings war sie dort trotz akuter Probleme auf der Warteliste. Es hat sich aber gelohnt, auf einen Platz dort zu warten und nicht in die nächstbeste zu gehen.
Sozialrechtleram 06.03.2011 | 20:32
Akutkliniken sind, wie der Name schon sagt, für wirklich kurzfristig eingetretene Notfälle gedacht. Um eine aktuelle Selbstgefährdung zu reduzieren, wird der Patient nahezu entmündigt und schnell auch prophylaktisch medikamentös stillgelegt.
Das muss nicht sein. Allerdings muss man sich die Klinik gut aussuchen. Einer Freundin hat so ein Aufenthalt wirklich geholfen, allerdings war sie dort trotz akuter Probleme auf der Warteliste. Es hat sich aber gelohnt, auf einen Platz dort zu warten und nicht in die nächstbeste zu gehen.
Richtig. Man sollte sich den Laden schon mal vorher anschauen und mit den Ärzten ein Vorgespräch führen.
Sozialrechtleram 06.03.2011 | 23:28
Zitat von Elisabeth anzeigenausblenden
Es ist ausgesprochen schwierig für Laien Kliniken zu überprüfen. Bei einer Psychiatrie ist es allerdings relativ einfach, denn man sieht ja, ob die Patienten mit Medikamenten ruhig gestellt werden und sonst nichts geschieht. Die Psychiatrie, die 800 m von meiner Wohnung entfernt existiert, ist nicht empfehlenswert, weil die Patienten, wenn sie die Straße an der Ampel überqueren, sich meist wie Roboter bewegen.
Sozialrechtleram 07.03.2011 | 19:04
Zitat von Elisabeth anzeigenausblenden
Meine Empfehlung ist bei planbaren Krankenhausaufenthalten eine vorherige Besichtigung. Und wer die Möglichkeit hat im Falle eines Unfalls eine Auswahl zu treffen, sollte auch auf Besichtigungstour der Unfallkliniken gehen und die Qualitätsberichte studieren, um im Notfall bestimmte Kliniken per Patientenverfügung auszuschließen. Mir jedenfalls wäre wahrscheinlich erheblicher Pfusch erspart geblieben, hätte ich bessere Informationen gehabt.
Sozialrechtleram 07.03.2011 | 23:29
Zitat von Elisabeth anzeigenausblenden
Natürlich kann man nie Pfusch durch Ärzte gänzlich ausschließen, denn es sind Menschen, und die machen nun einmal Fehler. Der Pfusch bei mir war absolut vermeidbar, denn die Längenangaben seitens des Herstellers bzgl. des zu verwendenden Nagels waren eindeutig. Was Sportmediziner betrifft, die Knie operieren wollen, bin sehr sehr vorsichtig geworden. Wollte doch mal einer meine arg schmerzenden Knie operieren. Durch Wechsel des Schuhwerks habe ich meine Knie regenerieren können und kann sogar mit meinem Rennrad an den Cyclassics in HH locker teilnehmen. 60 km solo in 2 Stunden sind kein Problem. Eine Umfrage ergab, daß 80% der Orthopäden die von ihnen empfohlenen OPs an sich selber nicht machen lassen würden.
Sozialrechtleram 09.03.2011 | 00:46
Zitat von Elisabeth anzeigenausblenden
Hallo Elisabeth, solch ein Forschungsauftrag läßt sich mit Findigkeit durchaus nachweisen. Allerdings benötigt man dazu Zugang zu allen medizinischen Fachzeitschriften auf der Welt. so wie zu Guttenberg erwischt wurde, kann man auch andere erwischen.
Elisabetham 10.03.2011 | 19:03
Hallo Sozialrechtler! Mein Körperschaden ist durch einen Autounfall verursacht worden. Als Geschädigte habe ich ein Wahlrecht, wen ich in Regress nehmen will. Also musste die KfZ -Haftpflicht der Unfallverursacherin blechen. Ob sich die KfZ Haftpflichtversicherung dann das Geld von der Berufshaftpflichtversicherung des Arztes oder von der Versicherung des KH wieder geholt hat, weiß ich nicht.
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