Arbeiten und Rente bei Berufsunfähigkeit

von
Kati

Nach langer Krankheit, erhalte ich seit kurzem teilweise Erwerbsminderungsrente bei Berufsunfähigkeit § 240. Ich arbeite in einem kleineren Unternehmen mit 30 Mitarbeitern, meinen Beruf kann ich aufgrund der Krankheit nicht mehr ausüben, aber ich darf und muss mir etwas dazu verdienen. Nun hat mir mein Chef angeboten, entweder über eine 400 € Tätigkeit oder Teilzeit 19 Stunden mich in der Telefonzentrale einzusetzen, da die dortige Kollegin auch erkrankt ist. (Die Hinzuverdienstgrenze wird nicht erreicht!)

Ich las hier im Forum, dass die RV die BU-Rente überprüfen lässt, wenn man eine Tätigkeit beim gleichen Arbeiteber ausübt, weil vermutet wird, dass man trotzdem wieder im alten Arbeitsbereich eingesetzt wir.

Meine Frage: Ist dies so und wenn ja was kann man vielleicht schon vor Beginn der Arbeitsaufnahme machen?
Macht es einen Unterschied ob ich einen Minijob ausübe oder in Teilzeit arbeite?
Wie ist es bei einem Minijob und Bu-Rente mit dem Versicherungsschutz auf volle EM-Rente? Bleibt der erhalten? Habe ich bei einem Minijob Anspruch auf Krankengeld?

Danke vorab für Antworten!

von Experte/in Experten-Antwort

Sehr geehrte Kati,

aus Ihren Angaben geht hervor, dass Sie eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit nach § 240 SGB VI beziehen. Diese Rente wird gewährt, weil Sie zwar in Ihrem Beruf und in einem eventuellen Verweisungsberuf täglich nur noch weniger als sechs Stunden arbeiten können, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt aber noch über ein Leistungsvermögen von mindestens sechs Stunden verfügen.
In Ihrem Beruf bzw. in einem zumutbaren Verweisungsberuf dürfen Sie täglich nur noch weniger als sechs Stunden arbeiten, ohne dass die Erwerbstätigkeit Auswirkungen auf Ihren Rentenanspruch hat. In allen anderen Tätigkeiten (auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt) dagegen dürfen Sie auch noch sechs Stunden oder mehr arbeiten.
Ob die in Aussicht gestellte Tätigkeit in der Telefonzentrale Ihres bisherigen Arbeitsgebers den Anspruch auf Ihre Rente beeinflusst, sollten Sie vor der Beschäftigungsaufnahme bei Ihrem Rentenversicherungsträger abklären lassen.
Wenn Sie eine Beschäftigung ausüben, die die Grenzen eines sog. Minijobs überschreitet (mehr als 400 Euro monatlich), unterliegen Sie der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung. D.h. im Krankheitsfall haben Sie auch Anspruch auf Krankengeld, was bei der Ausübung eines Minijobs nicht der Fall ist. Jedoch bleibt in beiden Fällen Ihr Versicherungsschutz für eine volle Erwerbsminderungsrente erhalten, solange Sie Ihre Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit beziehen.
Zu beachten ist noch, dass das aus einer Beschäftigung erzielte Bruttoarbeitsentgelt, als Hinzuverdienst bei der Rente berücksichtigt. Es führt, sobald es einen bestimmten Betrag überschreitet, zu einer Minderung Ihrer Rente. Die für Sie geltenden Hinzuverdienstgrenzen können Sie dem Rentenbescheid bzw. der Rentenanpassungsmitteilung entnehmen.