Arbeitslos

von
Raya

bin arbeitslos ohne leistungen gemeldet am arbeitsamt...werde mich abmelden, da ich mit meinen Vermittler nicht zurechtkomme. Er hat mir vorgeschlagen meine bewerbungen an die rentenversicherung zu senden dann würde die zeit mir auch weiterhin anerkannt von der rentenversicherung. dies möchte ich auch jetzt so handhaben. aber muss ich jetzt wöchentlich meine bewerbungen einsenden? wie muss ich vorgehen? (lücken in versicherungsverlauf habe ich nicht)
grüße
Raya

von
Restek

So eine Art der Abwicklung ist absolut unüblich und wird auch nicht funktionieren. Sich darauf zu verlassen wäre total fahrlässig. den Schaden haben dann nachher Sie. Nur wenn Sie sich weiterhin bei der Agentir für Arbeit melden können Sie sicher sein, das diese Zeiten bei der RV auch gemeldet werden. Und nur weil Sie mit irhenm berater nicht zurechtkommen ist deis doch kein grund sich gleich dort abzumelden. Vielleicht kann ein Beraterwechsel statfinden ? Einfach mal nachfragen .

Experten-Antwort

Die Zeit der Arbeitslosigkeit ohne Leistungsbezug wurde Ihnen bislang sicher als Anrechnungszeit gutgeschrieben. Wenn Sie sich nun nicht mehr bei der Agentur melden, wird die folgende Zeit keine Anrechnungszeit mehr sein. Wenn Ihre Arbeitslosigkeit noch länger andauert, kann damit ein eventuell jetzt noch gegebener Erwerbsminderungsschutz entfallen.
Wenn Sie je Kalenderwoche in der Regel zwei schriftliche Bewerbungen für eine versicherte Beschäftigung mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mindestens 15 Stunden bei Ihrer Rentenversicherung nachweisen, kann die Zeit als sogenannter Überbrückungstatbestand angerechnet werden. Der Überbrückungstatbestand ist selbst keine rentenrechtliche Zeit, sondern hilft nur, dass spätere beitragsfreie Zeiten wieder angerechnet werden können. Bevor Sie eine endgültige Entscheidung treffen sollten Sie sich unbedingt noch einmal von Ihrem Rentenversicherungsträger beraten lassen.

von
KSC

Die Sachbearbeitung Ihres RV Trägers wird "hell begeistert" sein, wenn Sie dem Expertenrat folgen.

Denn die DRV hätte nach einem Jahr 8oder halt wöchentlich oder monatlich) folgendes zu prüfen:

104 Bewerbungsschreiben (52 Wo mal 2 Schreiben), die entsprechenden Antwortschreiben (=Absagen). Dann müsste die Sachbearbeitung prüfen, ob es die Firmen, die Sie angeschrieben haben tatsächlich gibt und ob Ihre Bemühungen um eine Arbeit wirklich ernsthaft waren.......Und wer gibt die Garantie, dass Sie diese Schreiben, von denen Sie Kopien einreichen, überhaupt abgesandt haben?

Ich gebe Ihnen Brief und Siegel, dass das in der Paxis garantiert nicht funktionieren wird.

Dass hieße ja dass die DRV die Arbeit des Arbeitsamtes machen muss, "nur weil Sie mit einem dortigen Sachbearbeiter nicht klar kommen" (wahrscheinlich weil Sie dessen Bemühungen für Schikane halten).

Meinen Sie , dass Sie mit der Sachbearbeitung der DRV, die diese Papiermengen überprüfen soll, weniger Probleme haben werden als mit dem Menschen bei der Agentur?

Wenn ein Bürger diesen "Trick 17" mit der DRV spielen will, wird die DRV diesem Bürger das Leben zur Hölle machen und Sie mit Rückfragen ganz gehörig auf Trapp bringen (un das völlig verständlich).

Da werden Theorie und Praxis knallhart aufeinandertreffen. :)

von
zelda

Hallo Raya,

einen tollen Tipp hat Ihnen der Vermittler des Arbeitsamtes da gegeben....

Dabei hat er anscheinend "übersehen" (oder nicht gewusst), dass die Zeiten der Arbeitslosigkeit nur dann als Anrechnungszeit in der Rentenversicherung angerechnet werden können, wenn Sie weiterhin bei der Agentur für Arbeit als arbeitsuchend gemeldet waren. (§ 58 Abs.1 Nr. 3 SGB VI)

Wenn Sie sich also beim Arbeitsamt abmelden, wird es auch nichts mit der Anrechnungszeit in der Rentenversicherung , allenfalls mit einer Überbrückungszeit , wie von den Experten beschrieben - mit allen dort geschilderten Nachteilen.

Die Praxis ( Einsenden aller Bewerbungen etc. ) will ich mir aber auch nicht vorstellen.

Dann versuchen Sie doch eher den Vermittler zu wechseln.

MfG

zelda

von
Faßbender

Das so eine Verfahrenswiise berhaupt vom SB vorgeschlagen wird ist schon eine Frechheit.

Man kann aber sehr wohl nach Abmeldung bei der Agentur für Arbeit IM NACHHINEIN noch entsprechende Zeiten geltend machen. Dazu muss man dann nachweisen , das man sich nach Abmeldung bei der AfA regelmäßig um eine Arbeit beworben/bemüht hat. Dies erfolgt u.a. mit Vorlage der alten Bewertungen, Bestätigungen von Arbeitgebern das man sich beworben hat etc.

Ein Bekannter hatte sich vor vielen Jahren auch bei der AfA abgemeldet ( ALG I ausgelaufen und kein ALG II ) . Bei der Beantragung der vorgezogen Altersrente 8 Jahre später hat er dann die Zeit nach Abmeldung bis zum Rentenatrag nachweisen müssen, da diese sonst abgelehnt würde wegen fehlender Zeiten. Dieser " Nachweis " war allerdings sehr aufwändig und auch nur per anwaltlicher Hilfe möglich, weil die RV sich erst quer gestellt hat. Es f´dauerte auch ca. ein halbes Jahr bis alles geklärt war. Letztlich wurde aber alles anerkannt und die vorgezogene Rente genehmigt.

Aus diesem Grunde ist so eine Verfahrensweise aber keinesfalls zu empfehlen und jeder sollte bei der AfA gemeldet bleiben auch ohne Leistungsbezug.