Arbeitslos ohne Leistungsbezug

von
Peter Schmitz

Mein Anspruch auf ALG I ist ausgelaufen und es besteht kein Anspruch auf Hartz 4. Es wird empfohlen, sich weiter arbeitslos zu melden (ohne Geld vom Arbeitsamt zu bekommen), da sonst Nachteile in der Rentenversicherung drohen. Niemand kann aber richtig erklären, in welchen Fällen das was für Nachteile sein könnten. Verliert man den Anspruch auf eine Rente oder bekommt man später weniger Rente, wenn man sich nicht weiter arbeitslos meldet?

von
da er

die problematik ist folgende:
anrechnungszeiten wegen alo ohne leistungsbezug werden grundsätzlich nicht bewertet. es kann aber sein, dass sie in bestimmten fällen als überbrückungszeiten oder anwartschaftserhaltungszeiten angerechnet werden können. ob und in welchem umfang das bei einer späteren rentenzuerkennung aber wirklich der fall ist, kann jetzt keiner sagen. deswegen wird ihnen keiner genau sagen, was sie tun sollen. prinzipiell ist es aber zu empfehlen, dass die alo-meldung aufrecht erhalten wird.

von
Knut Rassmussen

Am Erwerb der Anrechnungszeit wegen Arbeitslosigkeit (so nennt sich das im Rentenrecht) hängen z.B. der Erhalt von Rentenansprüchen wegen Erwerbsminderung, das Erreichen von 35 Versicherungsjahren für eine eventuell vorgezogene Rente, die bessere Bewertung von anderen Versicherungszeiten wie Fachschule, Krankheit etc.

Näheres erfahren Sie in jeder Beratungsstelle der Rentenversicherung.

von Experte/in Experten-Antwort

Sehr geehrter Herr Schmitz,

eine Arbeitslosmeldung bei der Agentur für Arbeit ohne Leistungsbezug ist bei der gesetzlichen Rentenversicherung eine anrechenbare Anrechnungszeit, wenn Sie sich an eine versicherungspflichtige Beschäftigung oder versicherungspflichtige Selbstständigkeit anschließt; d.h. die Arbeitslosmeldung bei der Agentur für Arbeit muss spätestens im Folgemonat nach Beendigung des Beschäftigungsverhältnis erfolgen (diese Voraussetzung ist auch erfüllt, wenn bei rechtzeitiger Meldung bei der Agentur für Arbeit im Folgemonat zunächst ALG I bezogen wurde).

Erfolgt die Meldung erst später, entsteht bei der gesetzlichen Rentenversicherung keine rentenrelevante Zeit.

Anrechenbare Anrechnungszeiten wegen Arbeitslosigkeit können z.B. den Anspruch auf Rente wegen Erwerbsminderung aufrecht erhalten und werden bei der Wartezeit von 35 Jahren berücksichtigt, welche einen vorzeitigen Altersrentenbeginn ermöglichen.

Eine direkte Bewertung von anrechenbaren Anrechnungszeiten wegen Arbeitslosigkeit (zurückgelegt nach dem 30.06.1978) erfolgt bei der Rentenberechnung nicht.

von
Franz Kater

Ich bin am 30.7.1948 geboren und und lt. Bescheid der AA vom 1.3.08 bis 28.2.09 arbeitslos(365 Tg.) und habe ab 1.3.09 Vollrente beantragt. Im Bescheid der AA steht eine Anspuchsdauer für das ALG I von 360 Tagen(es wird immer nur für 30 Tage pro Monat gezahlt). Die Rentenversicherung sagt, man muß mindestens 52 Wochen= 364 Tage arbeitslos sein und will die Rente ab 1.3.09 nicht bewilligen, da angeblich 4 Tage ALO fehlen.Kann mir das jemand palusibel erklären.

von
da er

das fragen sie am besten mal den gesetzgeber - die deutsche rentenversicherung führt die vermurksten gesetzt nur aus...!!
;-)

von
Keith Moon

Wenn bei Ihnen die Agentur für Arbeit eine durchgehende Zeit der Arbeitslosigkeit vom 01.03.2008 bis 28.02.2009 bestätigen kann, sind die von der Rentenversicherung geforderten 364 Tage (die sich aus den tatsächlichen Tagen errechnen, also keine pauschalen 30 Tage pro Monat, sondern zwischen 28 und 31 echte Tage) definitiv erfüllt, und bei ihrem (angeblichen) Ablehnungsbescheid scheint es sich wohl um einen Faschingsscherz gehandelt zu haben.

Sollte das Anliegen dagegen ernst gemeint gewesen sein, rate ich zum umgehenden Widerspruch.

von
Franz Kater

Danke, Keith Moon für die Antwort. Leider ist es kein Faschingscherz, ich werde also Widerspruch einlegen müssen.