Arbeitslos ohne Leistungsbezug - Anrechnungszeit / Bringt das was?

von
Anja

Hallo!

ich habe nach Babypause wg. Umzug der Familie meinen alten Job nicht mehr angetreten. Am neuen Ort gibts nichts für mich, daher bekam ich jetzt 12 Monate lang ALG1.

ALG2 bekomme ich nicht, weil das Familieneinkommen auch so reicht. Bin jetzt eben zuhause bei den Kindern.

Jetzt kam ein Brief von der Arbeitsagentur, dass ich nicht mehr als arbeitslos (ohne Leistungsbezug) geführt werde, weil ich seit 3 Monaten mein Gesuch nicht erneuert habe.

Die AA schreibt aber auch, dass für mich bis letzte Woche "Anrechnungszeiten" bei der Rentenversicherung gemeldet wurden.

Was bedeuten diese Anrechungszeiten, bringt das irgendwas?

Soll ich mich wieder arbeitslos (ohne Leistungsbezug) melden?

Stellenanzeigen kann ich ja auch ohne Arbeitsamt durchschauen!

Danke für jeden Hinweis,

Grüße
Anja

von
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Melden Sie sich auf jeden Fall weiter arbeitslos.

Was genau Anrechnungszeiten sind, können Sie im Lexikon, s. linke Spalte der Homepage, sehr gut nachlesen. Ansonsten nochmal eine Frage stellen.

von
Melly

Aus eigener leidvoller Erfahrung kann ich Ihnen auch nur raten sich wieder arbeitslos zu melden.

Wenn Sie krank werden haben Sie keinen Rentenanspruch, wenn Sie in den letzten 5 Jahren keine 3 Jahre nachweisen können. Als Arbeitslose ohne Leistungsbezug gelten diese Zeiten als Anrechnungszeiten.

Ich stecke zur Zeit in einer katastrophalen Situation, da ich darauf verzichtet habe, mich arbeitslos zu melden.

Sorgen Sie dafür, dass es Ihnen nicht so geht wie mir.

Schöne Grüße

PS Schlimme Dinge können einen auch selbst treffen. So lange es nicht so ist, denkt man immer es trifft nur die anderen.

LG

Experten-Antwort

Anrechnungszeiten gehören zu den beitragsfreien Zeiten. Obwohl Sie keine Beiträge einzahlen, können diese Zeiten dennoch für Ihre spätere Rente zählen. Möchten Sie z.B. eine Altersrente für langjährig Versicherte beantragen, müssen Sie eine Wartezeit von 35 Jahren erfüllen. Bei ihrer Berechnung zählen auch Anrechnungszeiten mit. Ich empfehle Ihnen daher, sich weiterhin bei der zuständigen Agentur für Arbeit zu melden.

von
luz

Besteht auch die Möglichkeit sich bei der Agentur für diese zeiten zu melden wenn man sich gar nicht in Deutschland aufhält ?

von
Michael1971

Sofern Sie nicht mehr als geringfügig selbständig tätig sind, sind Sie über die Berücksichtigungszeiten bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres Ihres Kindes genauso abgesichert, wie durch nicht bewertete Anrechnungszeiten.

Bis zum Ende der Berücksichtigungszeiten können Sie sich eine Meldung beim Arbeitsamt also tatsächlich sparen.

von
luz

Ich weiß nicht ob die Antwort von Michael mir gilt.
Ich bin jedenfalls nicht geringfügig tätig, habe auch keine Kinder.
Im Ausland lebend gehe ich keinerlei ArbeitsTätigkeit nach.
Kann ich mich beim Arbeitsamt z.b. schriftlich melden damit mir diese Anrechnungszeiten anerkannt werden oder geht das nur wenn man alle 3 Monate persönlich vorspricht ?
Wäre ja ungerecht gegenüber im Ausland lebenden Deutsche.

Gruß
luz

von
Anja

Vielen Dank für die Antworten !!

Ich werde noch klären, inwieweit durch die Kindererziehung nun wirklich schon Berücksichtigungs- oder Anrechnungszeiten bestehen, und mich dann ggf. wieder formell arbeitslos melden.

@luz: Wenn ich in mein Schreiben der Arbeitsagentur sehe, kann ich Ihnen kaum Hoffnung machen, dass Ihnen diese Zeiten gutgeschrieben werden.
Es heisst dort, dass man auch für "arbeitslos ohne Leistungsbezug" der Vermittlung zur Verfügung stehen muss, erreichbar sein muss, Eigenbemühungen zeigen etc.

Wird evtl. schwer, das aus dem Ausland nachzuweisen.

Danke noch mal an alle !

Grüße
Anja

von
Michael1971

Antwort gilt für Anja

von
TCK

Hallo Michael,

deine Antwort ist nicht ganz korrekt. Positive Auswirkungen können sich bei der Vergleichsbewertung -§ 73 SGB VI- ergeben.
Deshalb gilt: Eine Arbeitlosenmeldung (neben Kinderberücksichtigungszeiten) schadet nichts; obs tatsächlich was bringt kann letztendlich erst im bei der Rentengewährung festgestellt werden. rentefallist aber eine andere

von
Michael1971

Hallo,

erwischt!

da war ich wohl etwas oberflächlich:-)

von
lotscher

Hallo TCK,
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nach meiner Kenntnis der Sachlage ergibt sich keine positivere Auswirkung.
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Bei der Vergleichsbewertung werden ausschließliche beitragsvolle Monate herangezogen, wozu Monate ohne Leistungsbezug nicht zählen.
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Auch bei der Grundbewertung sind sie nicht mit enthalten.
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Einzig bei der Ermittlung des belegungsfähigen Gesamtzeitraumes spielen diese Monate eine Rolle. Hier werden beitragsfreie Monate (auch die ohne Leistungsbezug wegen (Schulzeit, Arbeitslosigkeit, Krankheit) herausgerechnet aber nur, wenn diese Monate nicht gleichzeitig Berücksichtigungszeiten sind.
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Da im vorliegenden Fall eine Überlagerung von Sachverhalten vorliegt würde, wenn Meldung bei der Arbeitsagentur erfolgte, dies keine Wirkung haben, da diese Monate weder bei der Grundbewertung noch der Vergleichsbewertung wirken.
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Für die Berechnung beider Sachverhalte sind die Monate wegen der Kinderberücksichtigunszeitmit enthalten.
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Jusermeinung

von
Pit

Hallo alle zusammen,
ich bin seit dem 8.10.07 arbeitsunfähig krank geschrieben, also über 6-Wochen. Nun hat mir die AfA die Beebdigungsmeldung für die Arbeitslosigkeit ohne Leistungsbezug zugeschickt. Normalerweise würde ich jetzt Krankengeld von der KK bekommen. Ich bin aber über meine Frau familienversichert, erhalte also nichts. Was soll ichmachen, Widerspruch habe ich sofort eingelegt! Kann mir jemand helfen?
Gruß Pit