arbeitslos ohne Leistungsbezug und freiwillige Beiträge möglich?

von
Karin64

Hallo liebes Expertenteam,
ich habe die letzten 5 Jahre meinen Vater bis zu seinem Tod gepflegt. Danach habe ich mich beim Arbeitsamt arbeitslos ohne Leistungsbezug gemeldet. Ich bin 55 Jahre alt und habe durch die Pflegetätigkeit erstmals wieder EM-Rentenansprüche erworben.
Laut Arbeitsamt habe ich 17.000 Euro zuviel an Vermögen um ALG2 zu bekommen. Jetzt meine Frage : Ist es möglich, zusätzlich freiwillig Rentenbeträge zu zahlen ? oder schliesst sich das mit der Meldung "arbeitslos ohne Leistungsbezug" aus? Es geht mir darum, das ich meine EM Rentenansprüche nicht verliere. Google sagt da unterschiedliches......besten Dank Karin

Experten-Antwort

Hallo Karin64,

da Sie nicht versicherungspflichtig sind, könnten Sie aktuell freiwillige Beiträge zahlen. Damit verlieren Sie Ihre EM-Rentenanwartschaften nicht. Lassen sie sich von Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger über die für Sie möglichen Beitragszahlungsmodelle beraten.

Bitte fragen Sie vorher beim Jobcenter, ob und ggf. ab wann der Verbrauch Ihres Vermögens (infolge Beitragszahlung) tatsächlich zu einem ALG II-Anspruch führt.

von
Gaskell

Hallo,
in der Broschüre der DRV steht zu freiwilligen Beiträgen:

"Wenn Sie mitten im Berufsleben aus der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung ausscheiden, können Sie durch freiwillige Beiträge weiterhin
vom Versicherungsschutz in der gesetzlichen Rentenversicherung profitieren. Anspruch auf eine Rente wegen
Erwerbs minderung haben Sie dann allerdings innerhalb
kürzester Zeit nicht mehr. Auch der Anspruch auf eine
Rehaleistung kann unter Umständen verloren gehen."

Aber da Sie einen Antrag auf Arbeitslosengeld II gestellt haben, könnte evtl. folgendes gelten:
Sozialgesetzbuch (SGB) Sechstes Buch (VI) - Gesetzliche Rentenversicherung - (Artikel 1 des Gesetzes v. 18. Dezember 1989, BGBl. I S. 2261, 1990 I S. 1337)
§ 252 Anrechnungszeiten
(8) Anrechnungszeiten sind auch Zeiten nach dem 30. April 2003, in denen Versicherte
3.
eine öffentlich-rechtliche Leistung nur wegen des zu berücksichtigenden Einkommens oder Vermögens nicht bezogen haben.
Und ob das funktioniert würde mich auch interessieren.
LG

von
Karin64

Zitiert von: Gaskell
Hallo,
in der Broschüre der DRV steht zu freiwilligen Beiträgen:

"Wenn Sie mitten im Berufsleben aus der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung ausscheiden, können Sie durch freiwillige Beiträge weiterhin
vom Versicherungsschutz in der gesetzlichen Rentenversicherung profitieren. Anspruch auf eine Rente wegen
Erwerbs minderung haben Sie dann allerdings innerhalb
kürzester Zeit nicht mehr. Auch der Anspruch auf eine
Rehaleistung kann unter Umständen verloren gehen."

Aber da Sie einen Antrag auf Arbeitslosengeld II gestellt haben, könnte evtl. folgendes gelten:
Sozialgesetzbuch (SGB) Sechstes Buch (VI) - Gesetzliche Rentenversicherung - (Artikel 1 des Gesetzes v. 18. Dezember 1989, BGBl. I S. 2261, 1990 I S. 1337)
§ 252 Anrechnungszeiten
(8) Anrechnungszeiten sind auch Zeiten nach dem 30. April 2003, in denen Versicherte
3.
eine öffentlich-rechtliche Leistung nur wegen des zu berücksichtigenden Einkommens oder Vermögens nicht bezogen haben.
Und ob das funktioniert würde mich auch interessieren.
LG

von
Karin64

Danke für die Auskunft.
Für mich ist die Rechtslage da noch nicht ganz klar.

1.) Mein Ziel ist durch Zahlung freiwilliger Rentenbeiträge, die Wartezeit von 35 Jahren für eine Grundrente zu erfüllen ( falls sie denn mal kommt, habe jetzt 31 Jahre auf der Uhr).Außerdem will ich natürlich meine spätere Rente erhöhen.

2.) Mit der Arbeitslosmeldung ohne Leistungsbezug möchte ich, das ich meine EM-Ansprüche in die Zukunft nehmen kann ( also wenn mir z.B. in 4 Jahren was passiert ).

Einzeln sollte es ja funktionieren, aber auch in Kombination ????

Vielen Dank für Infos

von
Gaskell

Hallo,
das dieses einzeln funktioniert ist gar nicht sicher.

Zur Grundrente, mal davon abgesehen, dass niemand weiß, ob sie kommt und wie genau das aussehen wird, war bisher nie die Information zu finden, dass freiwillige Rentenbeiträge angerechnet würden. Bisher hieß es Pflichtbeiträge aus Arbeit, Pflege und Kindererziehung.
Darauf würde ich also nicht spekulieren.

Wenn Sie länger als 24 Monate keine Pflichtbeiträge aus Arbeit, Pflege etc.erwerben und auch keine Leistung aus dem Arbeitslosengeld II bekommen, da Ihr Vermögen zu hoch ist, haben Sie keinen Anspruch mehr auf eine evtl. EMR. Genau deshalb mein Hinweis auf den Gesetzestext.
Da müssten Sie mit dem Ablehnungsbescheid vom Jobcenter einen Antrag auf Anrechnungszeiten aufgrund des " SGB VI
§ 252 Anrechnungszeiten
(8) Anrechnungszeiten sind auch Zeiten nach dem 30. April 2003, in denen Versicherte
3.eine öffentlich-rechtliche Leistung nur wegen des zu berücksichtigenden Einkommens oder Vermögens nicht bezogen haben", bei der DRV stellen.
Und ich habe keine Information, ob das funktioniert.
LG