Arbeitslosigkeit droht vor der Rente (wegen aktueller Wirtschaftslage)

von
Rentenaspirant

Hallo an die Experten!

Aktuell geht es meiner Firma nicht gut.

Wir gehen schon mehrere Monate, je nach Bereich, zwischen 50 % und teilweise bis zu 100 % in angeordnete Kurzarbeit.
Den ersten Kollegen wurden schon Aufhebungsvereinbarungen vorgelegt.

Jetzt frag ich mich wie ich so meine 45 Jahre voll werden bzw. ob die Zeiten bis zu diesem Tag mit der Arbeitslosigkeit dazu angerechnet werden.

Bis 31.12.18 hab ich 496 Monate Beitragszeit vorliegen. In dieser R-Auskunft hieß es das noch 46 Monate für die 45 Jahre fehlen würden und ich Ende 2022 abschlagsfrei in Rente gehen könne wenn alles so weiter geht.

Somit sah mit der 2018er Auskunft alles gut für Rente entweder Ende 21 (mit Abschlag 10,8 %) oder Ende 22 (ohne Abschlag) aus. Die dann erzielte Rentenhöhe spreche ich hier extra nicht an :)
Für 2019 hab ich weitere volle 12 Monate Beitragszeit.
Für 2020 hab ich weitere volle 12 Monate sicher.

Somit wären dies sichere 520 Beitragszeit bei mir.
(+ XY Anrechnungszeit)

Aber jetzt kommt Corona und die nun wirtschaftlichen Folgen.
Momentan ist nun fraglich ist, ob ich überhaupt noch im Februar / März 2021 beschäftigt bin.

Die Alternative (mit Abschlag 10,8 %) Ende 2021 wäre m. E. ja mit Wartezeit (35 Jahre) jetzt bereits voll erfüllt.

Wenn ich nun einen Aufhebungsvertrag unterschreiben würde, werden die Arbeitslosigkeitsmonate mit zur Wartezeit von 540 Monaten (für die 45 Jahre) angerechnet, so das ich Ende 2022 wie geplant und ohne Abschlag gehen kann ?

von
W°lfgang

Zitiert von: Rentenaspirant
Wenn ich nun einen Aufhebungsvertrag unterschreiben würde, werden die Arbeitslosigkeitsmonate mit zur Wartezeit von 540 Monaten (für die 45 Jahre) angerechnet, so das ich Ende 2022 wie geplant und ohne Abschlag gehen kann ?

Hallo Rentenaspirant,

Nein!

Die Pflichtbeiträge aus ALG zählen zwar grundsätzlich zu den '45 Jahren' dazu, aber eben nicht in den letzten 2 Jahren vor Rentenbeginn. Hier - in den letzten 2 Jahren - muss zwingend der Betrieb des AG eingestellt oder in Insolvenz gegangen sein.

Sie können die '45 Jahre' retten, wenn Sie
- 1. parallel zum ALG einen versicherungspflichtigen Minijob ausüben (sollte nicht mehr als 165 €/Monat sein, den Rest kassiert sonst das Arbeitsamt)
- 2. keine ALG-Leistungen beziehen und sich in der DRV mit freiwilligen Beiträgen versichern
- 3. Sie neben den ALF eine (private) Pflegetätigkeit ausüben.

Option 1. scheint der beste weg zu sein - andernfalls das ALG mitnehmen und anschließend bei etwas kleineren Abschlag die Altersrente für 'nur' langjährig Versicherte bekommen.

Im Detail muss das vor Ort beraten werden!

Gruß
w.

Experten-Antwort

Hallo Rentenaspirant,

in den letzten 2 Jahren vor Rentenbeginn zählen Arbeitslosigkeitsmonate nur zur Wartezeit von 45 Jahren, falls diese durch Insolvenz oder vollständige Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers bedingt sind. Falls Sie einen Aufhebungsvertrag unterzeichnen, können Arbeitslosigkeitsmonate in den letzten 2 Jahren dagegen nicht zu den 540 Kalendermonaten gezählt werden. Beachten Sie bitte auch, dass, je nach Gestaltung des Aufhebungsvertrags, eine Sperrzeit verhängt werden kann.
Auch wir empfehlen Ihnen, sich mit Ihrem Anliegen individuell beraten zu lassen.

Viele Grüße
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung