Arbeitslosigkeit nach Pflege

von
Alma

Werden durch die Arbeitsagentur gemeldete Zeiten der ARBEITSLOSIGKEIT OHNE LEISTUNGSBEZUG, die im Anschluß an eine 3 jährige Pflegetätigkeit als Pflegeperson entstanden sind, in der RV eigendlich als ANRECHNUNGSZEITEN - für die 35 Jahre für z. B. die Schwerbeschädigtenrente- bewertet oder nicht?
Angenommen: nach dieser Arbeitslosigkeit würden wieder reguläre Beiträge oder freiwillige Beiträge zur RV entrichtet?

von
Ich

Die Arbeitslosigkeit ohne Leistungsbezug wird meiner Kenntnis nach gem. § 58 Abs. 1 S.1 Nr.3 i.V.m. Abs. 2 dann als anrechenbar anerkannt, wenn:

1. Arbeitslosigkeitsmeldung bei einer deutschen Agentur für Arbeit bestand
2. eine Leistung bezogen oder nur wegen des zu berücksichtigenden Einkommen oder Vermögen nicht gezahlt wurde
und
3. wenn dadurch eine versicherte Beschäftigung unterbrochen wurde.

Wenn Sie anschließend freiwillige RV-Beiträge zahlen möchten, sei Ihnen gesagt, dass sich das in den seltesten Fällen lohnt. Den eingezahlten Betrag bekommt man i.d.R. nie als späteren Rentenleistung heraus.
Dazu müsste man schon 30 Jahre Rente beziehen...

von
Alma

@ Ich
Danke für Ihre schnelle Antwort.

Punkt 1.) und Punkt 2.) sind erfüllt.

Noch eine Nachfrage zu Punkt 3.):
Werden Zeiten der Pflege, in denen von der Pflegekasse die Beiträge für die Rentenversicherung gezahlt wurden, eigendlich auch als " VERSICHERTE BESCHÄFTIGUNG" anerkannt?

Ansonsten sollte man wohl lieber alle Frauen vor der Pflege einer Person aus der Familie warnen; wenn es dadurch auch einige Nachteile für die eigene spätere Rente geben sollte!

Experten-Antwort

Nein, da Pflichtbeiträge, die aus sonstigen Gründen gezahlt worden sind, nicht als Beitragszeiten für eine versicherte Beschäftigung im Sinne von § 58 Abs. 2 SGB VI anerkannt werden. Hierzu zählen insbesondere auch Pflichtbeitragszeiten von Pflegepersonen nach § 3 Satz 1 Nr. 1a SGB VI.
JEDDOCH: Die nach § 3 Satz 1 Nr. 1a SGB VI versicherungspflichtige Zeit als Pflegeperson ist ein sog. "Überbrückungstatbestand"bei der Prüfung der Anrechnung der Arbeitslosigkeitszeit als Anrechnungszeit. Das bedeutet, dass dafür sowohl zwischen dem Ende einer als versicherte Beschäftigung berücksichtigungsfähigen Zeiten und dem Beginn der Pflegebeitragszeit, als auch zwischen dem Ende der Pflegebeitragszeit und dem Begin der Meldung bei der Agentur für Arbeit kein Zeitraum liegen darf, der größer als ein Kalendermonat ist.