Arbeitsmarktsrente

von
Burgfräulein 71

Hallo!

Habe Fragen bezüglich einer sog. " Arbeitsmarktsrente".
Nach gescheiterter medizinischer als auch beruflicher Reha= Teilhabe am Erwerbsleben durch die DRV-Bund ( beides scheiterte aus gesundheitl. Gründen), erhalte ich seit 2005 eine Zeitrente wegen voller Erwerbsminderung, eine sog. " Arbeitsmarktsrente . Ich habe vorher ( mit Ausbildung und Staatsexamen) insgesamt 16 Jahre als Krankenschwester gearbeitet.
Nachdem damals beide Reha`s scheiterten, wurde ich von der Krankenkasse , als auch der Agentur für Arbeit dazu aufgefordert, den Antrag auf Erwerbsminderungsrente zu stellen. Es erfolgten dann daraufhin verschiedene, ärztliche Gutachten durch die DRV-Bund. Erst erhielt ich für 1 Jahr die Zeitrente wg. voller Erwerbsminderung. Dann erneute ärztl. Gutachten durch die DRV-Bund, dann Weiterbewilligung , beim 3. Verlängerungsantrag keine ärztl. Begutachtungen mehr, es reichten Befunde sowie Atteste meines beh. Hausarztes als auch meiner beh. Fachärzte aus. Die Zeitrente wg. voller Erwerbsminderung wurde mir bis 2012 bewilligt. Erhalte die Rente aufgrund einer chronischen , schwerwiegenden Nierenerkrankung , als auch einer kompensierten , chron. Niereninsuffizienz , mehrere komplizierte urologische Bauch-Op`s, chronischer Schmerzen, Arthrose der Wirbelsäule und Kniegelenke, zudem Erkrankung des rheumat. Formenkreises. Schwerbehinderung von 60 % - dauerhaft.
Nun frage ich mich- was würde geschehen, wenn mir bei der 4. Weiterbewilligung bzw. der 4. Antragsstellung im Septemer 2011 die Zeitrente wg. voller Erwerbsminderung nicht weiterbewilligt werden würde? Es ist ja durchaus möglich, dass ich bei der 4. Antragsstellung erneut zu diversen, ärztl. Gutachten muss, nachdem dies beim 3.Mal nicht der Fall war. Mein Hausarzt, als auch die Nephrologen wie auch anderen, beh. Fachärzte sagen, dass meine Krankheiten nicht heilbar sind und sich auch nicht mehr bessern werden, eher das Gegenteil. Natürlich bin ich regelmäßig in haus-, wie fachärztlicher Behandlung.
Ich habe mich schon einmal bei der Agentur für Arbeit erkundigt, diese sagte mir, sie könnten mir in keinem Fall einen Arbeitsplatz als Krankenschwester vermitteln, aufgrund meiner chron. Mehrfacherkrankungen . Da ich extrem häufig an akuten, mehrwöchigen Krankheitsschüben leide, würde mich kein Arbeitgeber einstellen, bzw. ich würde stets immer wieder gekündigt werden.
Sollte nun die Rente nicht weiterbewiligt werden, dann könnte es ja evtl. möglich sein, ich müsste an einer erneuten Teilhabe am Erwerbsleben teilnehmen - mit 40 Jahren.
Und dann - nach einer evtl. Umschulung würde ich arbeitslos dastehen, eben aufgrund meiner gesundheitl. Voraussetzungen. Sollte ich an einer erneuten Teilhabe am Erwersleben teilnehmen müssen, dann käme für mich persönlich nur eine Weiterbildung im Gesundheitswesen in Frage. Soweit ich weiss, muss die DRV dann Rücksicht auf den erlernten Beruf, auf Wünsche, Fähigkeiten und Fertigkeiten nehmen. Meine beh. Ärzte sagten mir schon mehrmals, sie könnten nicht nachvollziehen, dass meine Rente aufgrund der chron. Erkrankungen , die nicht heilbar sind und sich auch nicht bessern, bzw. bessern würden- in eine Dauerrente bzw. in eine Erwerbsunfähigkeitsrente umgwewandelt werden würde. Doch wie es scheint, wird meine befr. Zeitrente dann bis 65. Lebesnjahr als sog. " Arbeitsmarktsrente " bestehen bleiben....
Das heißt dann, immer wieder neuen Antrag stellen und " Hoffen und Bangen " auch zwecks möglicher , erneuter ärztlicher Gutachten durch die DRV....
Vielen Dank für die Antworten im Voraus.

von
Arnold

Grundsätzlich sind Sie ja aus medizinischen Gründen bei einer sog. Arbeitsmarktrente für über 3 aber unter 6 Stunden als Erwerbsfähigkeit eingestuft worden. Sie sind also nur als teilwerbsunfähig eingestuft worden.

Diese wird ihnen ja nur deshalb als volle EM-Rente gezahlt, weil ihnen kein entsprechender Teilzeitarbeitsplatz seitens der AfA zur Verfügung gestellt werden kann.

Diese Arbeitsmarktrenten werden immer nur befristet gezahlt und niemals auf Dauer ( also unbefristet ) . Demzurfolge muessen Sie immer wieder und zwar bis zu ihrer Regelaltersgrenze einen Verlängerungsantrag stellen und sich somit auch immer wieder dann einer eventuellen Begutachtung etc. zur Verfügung stellen. Das haben Sie ja auch selbst schon erkannt.

Allerdings kann ich auch nicht ganz nachvollziehen, warum Sie bei ihren diversen Erkrankungen bis heute " nur " eine teilweise EM-Rente erhalten und keine volle. Das was Sie schreiben hätte schon lange eigentlich - bei aller gebotenen Zurückhaltung ohne genaue Kenntnisse ihres Einzelfalles - zur vollen EM-Rente aus rein med. Gründen reichen müssen....

Das beim letzten Verlängerungsantrag nicht begutachtet wurde heisst nicht ( wie Sie schon selbst ja richtigerweise schreiben ), das dann 2011 nicht mehr begutachtet wird. Welche Massnahme dann 2011 vom med. Dienst der RV veranlasst werden lässt sich heute nicht vorher sagen.

Die Prüfung ihres Gesundheitszustandes in 2011 könnte aber auch durchaus eine Verschlechterung ihrer Erkrankungen und damit ihrer (Teil-)Erwerbsfähigkeit ergeben und Sie könnten dann eine volle EM-Rente aus rein med. Gründen zuerkannt bekommen ( nur unter 3 Stunden erwerbsfähig ).

Sie sollten also dann beim nächsten Verlängerungsantrag darauf drängen und mit allen Mitteln ( damit meine ich anwaltliche oder Hilfe vom VdK/SOVD ) versuchen , als unter 3 Stunden Erwerbsfähig eingestuft zu werden.

Hilfreich sind auch immer viele und vor allem fachärztliche Atteste, Befundberichte etc. pp. Diese von ihnen bereits im Laufe der Zeit dann angesammelten ärztlichen Unterlagen sollten Sie dann beim nächsten Verlängerungsantrag gleich in Kopie mit einreichen.
Je mehr umso besser. Viel macht in so einem Fall auch viel aus.....

Dann wäre das Thema der Arbeitsmarktrente für Sie erledigt und Sie hätten mit der AfA nichts mehr am Hut. Außerdem bestände dann sogar beim übernächsten Verlängerungsantrag die Möglichkeit das Sie diese volle EM-Rente auf Dauer - also unbefristet - erhalten.

Sollte die EM-Rente jedoch 2011 wirklich abgelehnt werden ( was ich in ihrem Fall fast für ausgeschlossen halte ) , können Sie Widerspruch einlegen und anschließend - falls noch notwendig - vor dem Sozialgericht klagen. Andere Möglichkeiten bleiben ihnen da leider nicht.

Alles Gute und viel Erfolg.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Burgfräulein71,

wie Arnold sehe auch ich den Grund für die befristete Gewährung der EM-Rente in dem von Ihrem Rentenversicherungsträger festgestellten Leistungsvermögen im Zusammenhang mit dem verschlossenen Teilzeitarbeitsmarkt. Warum Ihr Rentenversicherungsträger zu diesem Ergebnis gekommen ist, kann ich von hier aus allerdings nicht nachvollziehen oder überprüfen.

Soweit sich Ihr Gesundheitszustand und die Arbeitsmarktlage nicht wesentlich verbessern, sollte auch einer Weitergewährung im Jahr 2012 nichts im Wege stehen – wobei sich mir die Frage stellt, ob es Sinn macht, sich hierüber jetzt schon den Kopf zu zerbrechen. Unter Umständen lässt Ihr Restleistungsvermögen dann ja auch eine unbefristete Rente ohne Berücksichtigung der Arbeitsmarktlage zu. Klären können Sie dies aber letztlich aber nur direkt bei Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger.