Artikel "Fonds: Aufschlag adé"

von
Maria L.

Hallo,

heute gibt es hier einen Artikel, der die kostengünstige Anlage in Aktien und Fonds beleuchtet.

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"Deshalb sollte sich jeder Anleger gut überlegen, ob er die Beratung wirklich braucht oder ob er nicht mithilfe neutraler Quellen sogar besser beraten ist."

Diese Aussage kann man nur unterstreichen. Bei Verzicht auf Beratung, die in einer Filialbank doch oft nur auf das Empfehlen der hauseigenen Produkte hinauslaufen wird, lassen sich Wertpapiere sehr günstig ordern über Direktbanken bzw. über Fondsvermittler.

Beispiele für Fondsvermittler, die bis zu 100% Rabatt auf den Ausgabeaufschlag anbieten:

www.avl-investmentfonds.de
www.aav-fondsvermittlung.de
www.fondsexperte24.de
www.finanzpartner.de
http//:fonds-super-markt.de
www.fondsvermittlung24.de
www.happyfonds.de

... (es gibt gewiß noch zahllose andere)

Bei der Auswahl von Fonds sollte allerdings beachtet werden, daß sich auf lange Sicht die regelmäßigen jährlichen Kosten eines Fonds wesentlich stärker auswirken als der einmalige Ausgabeaufschlag. Die jährlichen Kosten eines Fonds drücken sich im wesentlichen in der Managementgebühr aus (manchmal auch Verwaltungsgebühr genannt), die im Verkaufsprospekt publiziert wird. Beträgt diese Gebühr z.B. 1,5%, wird diese Summe jährlich dem Fondsvermögen entnommen - und macht so den Fonds in diesem Verhältnis teurer im Vergleich zu einer Direktanlage in die gleichen Aktien. Diese Gebühr muß man als Privatanleger dafür zahlen, daß ein aktives Fondsmanagement die erfolgversprechenden Aktien gemäß der publizierten Anlagestrategie für den Fonds zusammenstellt und so auch für die Risikostreuung sorgt (die man selber in diesem Umfang mit kleinen Beträgen nicht erreichen könnte).

Zu der Managementgebühr kommen in der Regel weitere Kosten hinzu, die zum Teil auch jährlich schwanken können. Die Gesamtsumme der Kosten wird von einigen Fondsgesellschaften als TER (Total Expense Ratio) publiziert. Die Suche nach Fonds mit niedriger TER lohnt sich bei langfristiger Sicht noch mehr als die Suche nach einem niedrigen oder stark rabattierten Ausgabeaufschlag.

Im Artikel werden als Beispiele der Kauf von Aktien für 3000 Euro bzw. von Fondsanteilen für 5000 Euro genannt. Hierzu möchte ich noch anmerken, daß es sich bei Einmalanlagen um Verteilung von vorhandenem Vermögen handelt, für das andere Risiken gelten als bei Vermögensbildung. Bei Einmalanlagen ist man vom Einstiegs- und vom Ausstiegskurs abhängig und muß somit beim Einstieg kurz vor einem Crash möglicherweise lange warten, bis man in die Gewinnzone gelangt.

Wer für das Alter vorsorgen möchte, sollte stattdessen erstmal Vermögen bilden. Das geht über regelmäßiges Ratensparen in Fonds oder Aktien (zur Risikominderung letzteres erst, wenn ein Fundament aus Fonds vorhanden ist). Dann muß man vor Börsencrashs keine Angst mehr haben, weil man einfach weiter billig Fondsanteile einsammelt. Das senkt den eigenen Durchschnittspreis pro Fondsanteil. Wenn die Kurse irgendwann wieder steigen (was langfristig bei den allermeisten Anlagetiteln der Fall ist), gelangt man - vereinfacht formuliert - in die Gewinnzone schon lange, bevor der Kurs wieder auf Ursprungsniveau angelangt ist. Um das Risiko weiter zu verringern und die Chancen auf eine gute Rendite zu erhöhen, sollte man mit gleichen Raten in mehrere wenig korrelierende Fonds sparen.

Zum Unterschied zwischen Vermögensbildung und Vermögensverteilung siehe hier:

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Gruß,
Maria L.

von
Nix

Hallo Maria L.!
Auch ich habe den Artikel auf dieser www.-Seite gelesen.
Ich spare auch über einen Discountanbieter www.sjb.de.
Da zahlt man zwar mindenstens 1% Ausgabeaufschlag bei allen Fonds, bekommt aber bei Umschichtungsbedarf ausführliche Beratung.

Solche Artikel sollte Ihre-Vorsorge.de öfter bringen.

Gruss
Nix

Experten-Antwort

Zum Artikel von Maria L. ist noch anzumerken, dass ein Fonds- oder Aktienkauf ohne vorherige Beratung durchaus für mit der Materie bereits befasste Personen in Betracht kommt, ansonsten aber eher nicht ratsam ist. Hilfe geben können auch renommierte Ratingagenturen wie Standard & Poors oder Moodys.

von
Realist

Und nicht vergessen !
Fonds können auch wie Aktien und genauso schnell zu Pennystocks verkommen.

Auch wurde erst gestern wiedermal ein Fonds von "Union Investment" ganz dicht gemacht.
Übrigens, bis zu 300 pro Jahr verschwinden so von der Bildfläche.......

Realist

von
Maria L.

Hallo Realist,

"Fonds können auch wie Aktien und genauso schnell zu Pennystocks verkommen"

Das ist offensichtlich Unsinn. Damit ein Fonds sein gesamtes Vermögen verliert, müßten ALLE in ihm enthaltenen Aktien gleichzeitig wertlos geworden sein, also alle 50 oder 100 oder noch mehr enthaltenen Unternehmen müßten pleite sein.

Wohl gibt es bei Fonds starke Wertschwankungen, wie bei allen Beteiligungspapieren. Das Risiko, langfristig (bei >= 20 Jahren Ansparzeit und Ratensparen, also NICHT Einmalanlagen) mit einem Fonds Verlust zu erleiden, ist schon sehr gering. Weiter verringert wird das Risiko durch Streuung über mehrere Fonds. Selbst wenn ein Fonds im Portfolio ein Totalausfall werden sollte, wird das durch überdurchschnittliche Wertentwicklung eines oder mehrerer anderer Fonds ausgeglichen, da das Endvermögen abhängig von der Rendite exponentiell steigt.

Beispiel: monatliches Ratensparen von 250 Euro über 20 Jahre

1) Rendite von 5% für gesamten Betrag (so viel Rendite erreichen viele staatlich geförderte Produkte nicht) ergibt ein Sparergebnis von
101.884 Euro (gerechnet mit dem Sparplanrechner von ihre-vorsorge.de)

2) Aufteilen des Sparbetrags auf 5 Aktienfonds zu je 50 Euro:
Eine Rendite von 20% für nur einen dieser 5 Aktienfonds ergibt ein Sparergebnis von
124.148 Euro (die anderen 4 wären dann schon irrelevant für ein höheres Ergebnis als im 1. Fall)
So hohe (und noch höhere) Renditen sind mit ziel- und chancenorientiert gestreuten Aktienfonds möglich, aber natürlich nicht garantiert.

Angenommen, der beste der 5 Fonds erzielt nur 13% Rendite, also
51.988 Euro.
Der zweitbeste Fonds erzielt nur 10% Rendite, also
36.226 Euro.
Der drittbeste Fonds erzielt nur 8% Rendite, also
28.647 Euro.
Der vierte und fünfte Fonds sind Totalausfälle. Das sind insgesamt nach historischen Erfahrungen sehr pessimistische Annahmen.
Dann ergeben sich in Summe
116.861 Euro, also immer noch deutlich mehr als in Fall 1.

Natürlich kann man beliebig Beispiele erfinden, bei denen die Rechnung anders aussieht. Ich habe aber aus vergleichbaren Beispielen gelernt, wie stark eine hohe überdurchschnittliche Rendite auf zumindest einen Teil des Sparkapitals sich auf das Gesamtergebnis auswirkt. Und hohe überdurchschnittliche Renditen erzielt man nur mit Beteiligungspapieren.

Wenn ein Fonds geschlossen wird, liegt das wohl oft daran, daß Anleger so viele Fondsanteile zurückgegeben haben, daß das Fondsvolumen stark gesunken ist und sich die Fortführung nicht lohnt. Damit sind die Fondsanteile aber nicht wertlos, sondern werden höchstens an den Anleger ausgezahlt - für den Betrag kann er dann Anteile eines anderen Fonds kaufen. Oft wird ein Fonds bei Schließung aber auch gleich mit einem anderen ähnlichen Fonds zusammengelegt, da verliert der Anleger nichts.

Aktien und Aktienfonds sind Sachwerte, sie verlieren im Unterschied zu Geldwerten nicht durch Inflation oder Währungsreform ihren Wert. Historisch gesehen waren die Renditen im Durchschnitt immer höher als bei allen anderen Anlageformen. Selbst wenn zukünftig die Renditechancen im Vergleich zur historischen Erfahrung geringer würden - mit Geldwerten würde man dann noch weniger Rendite erzielen. Denn jedes Unternehmen, daß eine Zinszahlung garantiert, muß selber mit anderen Anlagen mehr Rendite erwirtschaften. Die echte Wertschöpfung findet in der Wirtschaft statt. Und daran beteiligt man sich eben mit Beteiligungspapieren.

Gruß,
Maria L.

von
Nix

Hallo Realist!
Viel Erfahrung mit Fonds haben Sie in Ihrem leben wohl noch nicht gemacht.
Sie dürfen nicht Ihr ganzes Vermögen in Branchenfonds stecken. Viel zu oft wird hier im Forum der ehemalige neue Markt genannt. Ich möchte darauf hinweisen, dass es sich bei sogenannten "Neuer-Markt"-Aktien um Jungunternehmen gehandelt hat, welche aufgrund von gestraffter Kreditvergabekriterien von den Banken kein Geld bekommen haben und es wurde ein Unternehmergesetz erlassen, welches Jungunternehmern erlaubte, Aktien am Neuen Markt zu investieren. Es handelte sich um Jungunternehmen, die noch keiner so richtig kannte. Da steckte dann auch viel Fantasie in den Preisen drin. Aber auch hier hat ein Aktiensturz nicht soviele Nerven gekostet, wenn man die Regeln von Kostolany Warren Buffet und Co beherzigt: Nicht alle Eier in einen Korb!
Hat man also nur einen Kleinen Teil seines Geldes dort investiert, kann einem der Verlust aus diesen Aktienfonds nichts mehr anhaben, da man anderweitig ausreichend Gewinne gemacht hat, weil man eben gut gestreut hat.

Nix