ATZ-"gleitender" Übergang heißt was?

von
Fred Gorski

Nach fünf Jahren Altersteilzeit ab dem 55. Lj. verspricht der dafür grundlegende Tarifvertrag einen "gleitenden" Übergang in die fällige Altersrente. Durch eine ATZ-reduzierte Arbeitsbelastung fühlt sich aber nicht jeder mit 60 schon ausgepowert bzw. möchte nicht in einer langweiligen Ecke des Altenteils herumstehen. Ein so früher Rentenantrag würde außerdem zur Minderung jeder Rente, auch der Betriebsrenten(!), von lebenslang 18 % führen. Jedoch bieten alte betriebliche Änderungsverträge zur ATZ selten oder nie eine selbstvorsorgende Entscheidung über eine mögliche anschließende Weiter-, Neben- oder Anderswobeschäftigung bis zur Regelrente im 65. Lj. an; sie scheinen die eigene [zumeist allerdings aussichtslose]Arbeitssuche im 60. Lj. oder den parallel überbrückenden ALG-Bezug gar nicht vorzusehen.

Aber ist Weiterbeschäftigung im "Frührenten"-Lebensalter zu verhindern oder gar auszuschließen?
Wenn der Arbeitgeber an dieser Stelle über den Lebensabend des AN nach betrieblicher Quote, Auftragslage oder Gutdünken entscheiden darf, bietet er ihm die Abfindung z.B. gem. ATZ-Tarifvertrag von max. drei Monatsgehältern an, und zwar unerwähnt als eine schon versteuerte Nettolohnsumme, die den lebenslangen Abschlag mildern soll (aber spätestens nach 16,6 Monaten aufgezehrt wäre). Mehr als 450 € dürfen bei eventueller Nebenbeschäftigung zur "Altersrente nach ATZ oder nach Arbeitslosigkeit" bekanntlich auch nicht verdient werden. . .

Ist daraus messerscharf zu schließen, dass ein Arbeitgeber für den insofern gar nicht "gleitenden" Übergang in den Ruhestand die Vorlage der abschlagbewehrten Altersrenten-Bewilligung des RVT schon im 60. Lj. verlangen darf, um damit einer 'billigen' tariflichen Abfindungsverpflichtung zu genügen und zugleich seine Betriebsrentenleistung dauerhaft zu reduzieren? -- Womit sich die Anschlussfrage womöglich erst aus der Rechtsprechung ergibt: Verfällt ein solcher Abfindungsanspruch, wenn bzw. weil die verlangten staatl. und betriebl. Altersrentenbewilligungen nach andauernd erfolgloser Arbeits- bzw. 'Neben'erwerbssuche erst zwei Jahre später zum 63. Lj. mit immerhin nur noch 10,8 % Abschlagseinbehalt vorgelegt werden?

von
:-)

es gibt keine AR mehr ab 60!

Die Jahrgänge bis einschließlich 1951 geboren, dürften nun langsam alles schon in AR sein, spätestens aber 2017 (Anhebung der Altersgrenzen!)

Außerdem muss die ATZ mindestens bis zum frühestmöglichen RB (auch mit Abschlag) gehen!!! Eine Vereinbarung die mit keinem möglichen RB stimmig ist, ist nichtig (Störfall)!

Vielleicht suchen Sie mal eine Beratungsstelle der DRV auf und machen sich mal schlau?

Grüße

Experten-Antwort

Hallo Fred Gorski,

eine Vereinbarung von ATZ zielt in der Regel auf einen früheren Ausstieg aus dem Berufsleben ab. Es handelt sich um eine Regelung im Arbeitsrecht mit dem betreffenden Arbeitgeber. Die ATZ geht meist nahtlos in eine Altersrente über. Die Konditionen über diese Vereinbarung regeln Arbeitnehmer und Arbeitgeber in einem entsprechenden Vertrag (Dauer, aktive/passive Phase, Abfindung etc.). Der Arbeitnehmer holt hierzu zuvor eine gezielte Rentenauskunft bei seinem Rentenversicherungsträger ein, damit auch der reibungs-, übergangslose Einstieg in die gewünschte Altersrente (mit/oder ohne Abschläge) gewährleistet ist.

Wir empfehlen bei Unklarheiten zur Rentenauskunft bzw. zu dem gewünschten Renteneintritt eine Zu Fragen im Arbeitsrecht, Abfindung etc. setzen Sie sich bitte mit dem Arbeitgeber bzw. dem Betriebs-/Personalrat Ihrer Firma in Verbindung.

von
Herz1952

Moin Fred!

Das ist ganz schön kompliziert bei dir. Gut, dass ich bereits meine volle EM-Rente sicher habe :-)

von
GroKo

Zitiert von: Fred Gorski

Nach fünf Jahren Altersteilzeit ab dem 55. Lj. verspricht der dafür grundlegende Tarifvertrag einen "gleitenden" Übergang in die fällige Altersrente. Durch eine ATZ-reduzierte Arbeitsbelastung fühlt sich aber nicht jeder mit 60 schon ausgepowert bzw. möchte nicht in einer langweiligen Ecke des Altenteils herumstehen. Ein so früher Rentenantrag würde außerdem zur Minderung jeder Rente, auch der Betriebsrenten(!), von lebenslang 18 % führen. Jedoch bieten alte betriebliche Änderungsverträge zur ATZ selten oder nie eine selbstvorsorgende Entscheidung über eine mögliche anschließende Weiter-, Neben- oder Anderswobeschäftigung bis zur Regelrente im 65. Lj. an; sie scheinen die eigene [zumeist allerdings aussichtslose]Arbeitssuche im 60. Lj. oder den parallel überbrückenden ALG-Bezug gar nicht vorzusehen.

Aber ist Weiterbeschäftigung im "Frührenten"-Lebensalter zu verhindern oder gar auszuschließen?
Wenn der Arbeitgeber an dieser Stelle über den Lebensabend des AN nach betrieblicher Quote, Auftragslage oder Gutdünken entscheiden darf, bietet er ihm die Abfindung z.B. gem. ATZ-Tarifvertrag von max. drei Monatsgehältern an, und zwar unerwähnt als eine schon versteuerte Nettolohnsumme, die den lebenslangen Abschlag mildern soll (aber spätestens nach 16,6 Monaten aufgezehrt wäre). Mehr als 450 € dürfen bei eventueller Nebenbeschäftigung zur "Altersrente nach ATZ oder nach Arbeitslosigkeit" bekanntlich auch nicht verdient werden. . .

Ist daraus messerscharf zu schließen, dass ein Arbeitgeber für den insofern gar nicht "gleitenden" Übergang in den Ruhestand die Vorlage der abschlagbewehrten Altersrenten-Bewilligung des RVT schon im 60. Lj. verlangen darf, um damit einer 'billigen' tariflichen Abfindungsverpflichtung zu genügen und zugleich seine Betriebsrentenleistung dauerhaft zu reduzieren? -- Womit sich die Anschlussfrage womöglich erst aus der Rechtsprechung ergibt: Verfällt ein solcher Abfindungsanspruch, wenn bzw. weil die verlangten staatl. und betriebl. Altersrentenbewilligungen nach andauernd erfolgloser Arbeits- bzw. 'Neben'erwerbssuche erst zwei Jahre später zum 63. Lj. mit immerhin nur noch 10,8 % Abschlagseinbehalt vorgelegt werden?


Einen ATZ - Vertrag sollte man nur abschliessen wenn man alle Sinne beisammen hat.
Das habe ich jetzt "Messerscharf" geschlossen.

von
W*lfgang

Hallo Fred Gorski,

ich weiß nicht aus welcher Quelle Sie zitieren, aber inhaltlich sind das Regelungen, die nur auf ATZ-Vereinbarungen bis Ende 2003 basieren - für Jahrgänge vor 1952 geboren.

Gruß
w.

von
Otto Reichel

Gleitend heißt, nicht alle auf einmal, sondern einer nach dem andere,n über einen längeren Zeitraum verstreut, so daß es kaum auffällt.

Stell dir vor, eine Firma muß 365 Mitarbeiter entlassen. Sie kann dann bspw. alle auf einmal rausschmeissen oder aber jeden Tag einen rausschmeissen. Das dauert dann wesentlich länger, nämlich ein Jahr, fällt aber so nach außen weniger auf.

von
W*lfgang

Zitiert von: Fred Gorski
Verfällt ein solcher Abfindungsanspruch
:

das galt und gilt auch derzeit besonders. Die ATZ-Verträge bis Ende 2009 führten in den meisten Fällen zu Altersrenten mit Abschlägen. Durch die runtergezogene abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren ab schon 63+ ist plötzlich kein Rentenabschlag mehr vorhanden - was soll da noch als Abfindung ausgeglichen werden, wenn der Zugangsfaktor bei der Rente 1,0 ist? Denn, die frühere mögliche Abfindung wurde nicht in der Summe absolut tarifvertraglich vereinbart, sondern an dem zum Zeitpunkt des Rentenbeginn _tatsächlich_ festgelegten Abschlag (was viele gar nicht wissen/ÖD, da sie ihre Verträge nie gelesen/verstanden haben ..."ach, ich krieg noch 'ne Abfindung?").

Sofern Sie für sich zz. über eine ATZ-Regelung nur nachdenken, sollten Sie Geburtsdatum angeben, dann lässt sich das für die künftige Rente ableiten. Und, wenn Ihnen Ihr Arbeitgeber aktuell nicht freiwillig ATZ anbieten würde, vergessen Sie das mit der ATZ ganz schnell ...je nach Branche gibt es 'Anschluss'-ATZ-Tarifverträge an die 2009 ausgelaufenen Tarifverträge - grundsätzlich sind das dann Einzelfallentscheidungen auf eigenen 'Antrag'. Wenn Sie nicht grad in einer großen Fahrzeugschmiede mit 'Softwareproblemen' tätig sind, wo über diesen Weg eine 'Personaloptimierung' erfolgt ;-)

Gruß
w.

von
Fred Gorski

[quote=263948]
Hallo Fred Gorski,

ich weiß nicht aus welcher Quelle Sie zitieren, aber inhaltlich sind das Regelungen, die nur auf ATZ-Vereinbarungen bis Ende 2003 basieren - für Jahrgänge vor 1952 geboren.

Gruß
w.

Exakt so iss'es, erfahrener W*, und ebenso :-), weshalb die o. g., nur regelgerechte EXP-ANTW. wenig weiterhilft bei der rückblickenden Frage nach rechtens bezifferter Altersrente, ebenso wie schon der frühe Rat eines Rentenältesten als ehem. Sozialrichter vor Ort. -- Aber es gibt ja dieses neutrale Forum: Wenn also DRV-Regelrente für die i.d.F. 65 gewordene Aspirantin beantragt und soeben (abschlagsfrei) bewilligt ist, weiß ich leider nicht, ob deren Berechnungsgrundlage im Ergebnis(!) von der gemindert wg. eines Unfallschadens bezogenen (bzw. verringert beanspruchbaren) "Altersrente nach ALG oder nach ATZ" bzw. nach Schwerbehinderung materiell "beeinflusst" wird. Das jedenfalls trifft sowohl auf die pflichtige wie die freiwillige Betriebsrente desselben Ag. zu, die sich beide allein an den bestandskräftigen(!) staatl. Vorgaben ausrichten -- ich hätte den Verfahrensweg und seine Entfernung also schon "bei Nacht" kennen sollen. Zumal eine arbeitnehmerfreundliche Auskunft vom alten Betriebsrat oder der Personalabteilung zu bekommen schon früher (auch wg. der häufigen verunsichernden Änderungsvorgaben) eher vom Goodwill oder persönlichen Schmeicheleienbedarf des/der SachbearbeiterInnen abhing. . . So iss'es.

Nichts desto trotz: Der Ag. hatte Ende 2003 der ATZ einen fünfjährigen "Von...bis"-Zeitrahmen bis zum 60. Geburtstag gegeben, für danach aber eine Weiter- bzw. Wiederbeschäftigung 2011 nicht direkt ausgeschlossen (zumal "Änderungsvertrag zur ATZ" m.E. nicht gleich "Aufhebungsvertrag for ever" bedeuten muss). Um nach dem Blockmodell dennoch nicht wiedereingliedern und weiterbeschäftigen zu müssen, hat er den Empfang der tariflich bestimmten Abfindung von der "gleitend anschließenden" Vorlage der DRV-Rentenbewilligung [d.h. mit lebenslang 18 % Abschlag] abhängig gemacht -- die von einer vierstelligen Abfindung selbstredend schnell aufgezehrt wäre. Abschlussfrage für Arbeitsrechtskundige zum Wochenende: Darf der das ?

von
W*lfgang

Zitiert von: Fred Gorski
(...)
Fred Gorski,

Sie schreiben ja noch etwas 'verschrubbelter', als ich es manchmal mache ;-)

Nein, Hintergrund hab ich beim ersten Überfliegen schon erkannt ...kommentiere das dann mal übers WE, soweit es mein Wissen zulässt.

Gruß
w.

von
KSC

Wenn Sie oder der Betroffene Zweifel an der Richtigkeit der Rentenberechnung hat, soll er / sie doch bitte seinen Rentenbescheid schnappen und sich den vor Ort in der nächsten Beratungsstelle erklären lassen, bzw. dort seine Zweifel vortragen.

Hier im Forum ohne Detailkenntnis zu rätseln, bringt doch keinem was, zumal Sie eine "Uralt Regelung" zitieren, die heute kaum mehr praxisrelevant ist.

Wer vor 1952 geboren ist und vor 2003 die ATZ vereinbart hatte ist doch in aller Regel längst in Altersrente, sein Bescheid längst rechtskräftig, usw.

War wieder mal Rentnerstammtisch und alle haben in der Bild den Standardartikel gelesen, dass jede 3. Rente falsch ist?
:)

von
Fred Gorski

Verfällt ein Abfindungsanspruch? [W*gang - Nachträge]

"Das galt und gilt auch derzeit besonders... ATZ-Verträge bis Ende 2009 führten in den meisten Fällen zu Altersrenten mit Abschlägen".

Eine Abfindung war i.d.F. gem. AltzG bzw. § 5 Tarifvertrag ATZ sogar ohne direkte Antragsfrist vorgegeben. Wie Sie andeuten, unterlagen manche nach den Jahren aber oft der vorgelagerten arbeitsrechtlich-tariflichen Ausschlussfrist, wenn sie die Abfindung nicht (zwei bis sechs Monate vor Abgang) eigens beantragt hatten - wie ich finde ein mieser BSG-Entscheid. Darauf sind wir 2011 nicht hereingefallen, der Ag. wollte die von ihm selbst errechnete Abfindungssumme aber auch nicht netto auf's Gehaltskonto überweisen, weshlb die Frage bleibt, ob er eine privatpersönliche Rentenbewilligung vom Tag des Ausscheidens an zur arbeits- oder sozialrechtlichen Bedingung machen durfte. Dazu würde es ja eine konkretisierende Rechtsvorgabe geben müssen, oder?

von
Heiko M.

Von dem Thema Abfindung nach ATZ öffentl. Dienst kann ich ein Lied singen. Habe mich damals nicht richtig schlau gemacht, betr. je o,3 % Abschlag 5% von 100. was das bedeutet. Jetzt ist mir klar, bei 2,1% Abschlag bekomme ich ca. 700 Euro Brutto Abfindung. 40 Euro inkl. VBL weniger im Monat, was habe ich da von 500 Euro Netto Abfindung. Der öffentl. Dienst sollte gleich den Leuten sagen das es sich nur um ein Trinkgeld handelt. Ich hätte das anders regeln müssen um ohne Abschlag in Rente zu gehen.

von
Fred Gorski

Zitiert von: KSC

Wenn Sie oder der Betroffene Zweifel an der Richtigkeit der Rentenberechnung hat, soll er / sie doch bitte seinen Rentenbescheid schnappen und sich den vor Ort in der nächsten Beratungsstelle erklären lassen, bzw. dort seine Zweifel vortragen.
War wieder mal Rentnerstammtisch und alle haben in der Bild den Standardartikel gelesen, dass jede 3. Rente falsch ist?
:)

Hallo KSC, Sie sprechen hier jedenfalls auch manch e r f a h r e n e n Rentenstammtischler an... - und auch jeder vierte Steuerbescheid ist falsch. Hoffe, Sie können mit Selbsterfahrungen konstruktiv beitragen, weil mutmaßlich mehr Altfälle von früher nur teilbefriedet übrig geblieben sind als Sie zu ahnen Lust haben. . . [Emoticon 'müder Kopf' bitte selbst einfügen].

von
Antefix aus Hanau

An alle @Thema-Interessierten einschließlich DRV-EXPERTEN: Unter der Suche-Eingabe "Altersteilzeit - und was danach" findet sich hier zumindest ein Beitrag von Rolf Winkel von Ende 2008, der im wesentlichen in die seinerzeit noch hunderttausende ATZ-Vertragschließende betreffende Problematik einführt.

Ohne Lektüre ist es leicht, heute zu postulieren, dass stets nur eine arbeitsrechtliche Vereinbarung ohne Einwilligung des staatlichen und betrieblichen RVT vorgelegen haben kann. Denn deren Einsparungen bzw. negative Leistungen -- d.h. weniger Entgeltpunkte für zumeist fünf ATZ-Jahre, aber um so höhere Abschläge lebenslang -- sind ja von dem >juristisch gesehen: frühzeitig einvernehmlich oder selbstwillig per ATZ aufgelösten< Arbeitsverhältnissen bestimmt worden.

Diese wurden von vielen Arbeitgebern bei der Belegschaft oft erst schmackhaft gemacht, um damit bei den dann nach Quote ausgesuchten Schwächeren, Behinderten, -Gleichgestellten und Älteren nicht so aufdringlich zu erscheinen. Also keineswegs nur um dafür Auszubildende einstellen zu können, wie es politisch angedacht war, sondern um teures Stammpersonal (womöglich mit BAT-Kündigungsschutz nach 15 Arbeitsjahren) früher loszuwerden und ggf. durch Angelernte, Zeitarbeitnehmer oder auch Automaten zu ersetzen.

Die im Aufsatz angesprochenen Urteile beschäftigten sich bis 2008 juristisch (noch) nicht mit einer anschließenden "Zwangsverrentung" im zumeist erst 60. bis 63. "abschlagsbelasteten" Lebensjahr durch unflexible Arbeitgeber, durch einen für "Alte" verschlossenen Arbeitsmarkt oder danach aufgrund Einstellung von ersatzweise beantragten geminderten, aber wenigstens nicht auch noch abschlagsbelasteten ALG-I-Zahlungen. Vielleicht hat jemand bei "IhreVorsorge.de" diese Entwicklung bis heute weiterverfolgt ?

von
W*lfgang

Zitiert von: Heiko M.
Ich hätte das anders regeln müssen um ohne Abschlag in Rente zu gehen.
Heiko M.,

mein kommunaler AG/ÖD war gescheit genug, sein eigenes Versicherungsamt in Vorgespräche/Erwartungen zur Rente für jeden Einzelnen einzubinden - sowohl Rentenvoraussetzungen auszuloten, wie auch alles Drumherum mit dem Einzelnen zu klären. Andere Beschäftigte hatten/haben die Möglichkeit, selbst auf die in der Rentenauskunft genannten Beratungsstellen zuzugehen ...sicher, dafür muss man diese 'unwichtige' Papiermasse auch mal lesen - reichen schon die ersten paar Seiten, hinterher Jammern, ochnee ...zur Unterschrift ATZ wurde keiner gezwungen. Wer da blind seine 3 Kreuze gesetzt hat, dem ist im Nachhinein nicht zu helfen.

Gruß
w.

von
Heiko M.

Sie haben recht Wolfgang, es gab bei mir damals nur so zu unterschreiben, oder 4 Jahre länger arbeiten. Es kommt ja auch immer darauf an was man arbeiten muß. Nur das Thema Abfindung habe ich damals nicht beachtet, hätte mir aber auch nicht geholfen. Nur wer denkt sich so etwas aus, das diese Abfindung, wenn man das so nennen will, gerade ca. den Abschlag ausgleicht für 1 Jahr Rente.

von
W*lfgang

Zitiert von: Heiko M.
gerade ca. den Abschlag ausgleicht für 1 Jahr Rente.
Heiko M.,
sehen Sie es positiv - Sie wussten um den Rentenabschlag/kannten die Prognose der Rentenhöhe zum Tag X/na hoffentlich/dazu vorher informiert ...und bekommen dann noch mal einen kleinen Schluck/Abfindung oben drauf. Alles wie geplant/unterschrieben eben gelaufen.

Gruß
w.

von
GroKo

Zitiert von: Heiko M.

Von dem Thema Abfindung nach ATZ öffentl. Dienst kann ich ein Lied singen. Habe mich damals nicht richtig schlau gemacht, betr. je o,3 % Abschlag 5% von 100. was das bedeutet. Jetzt ist mir klar, bei 2,1% Abschlag bekomme ich ca. 700 Euro Brutto Abfindung. 40 Euro inkl. VBL weniger im Monat, was habe ich da von 500 Euro Netto Abfindung. Der öffentl. Dienst sollte gleich den Leuten sagen das es sich nur um ein Trinkgeld handelt. Ich hätte das anders regeln müssen um ohne Abschlag in Rente zu gehen.

Warum hast Du dann den Vertrag unterschrieben?
Es ist immer wieder das Gleiche da werden Verträge unterschrieben und hinterher ist alles am heulen.

von
W*lfgang

Hallo Fred Gorski,

einige Nachgedanken, soweit ich es einschätzen kann (und das kein wirkliches Rententhema ist) ...und ich mich aus gerichtlichen Einzelfallentscheidungen vollkommen raushalte :-)

Seziert:

> "Altersrente nach ALG oder nach ATZ" bzw. nach Schwerbehinderung materiell "beeinflusst" wird. Das jedenfalls trifft sowohl auf die pflichtige wie die freiwillige Betriebsrente desselben Ag.

Sieht die Betriebsrente einen gleichwertigen Abschlag zum Zeitpunkt der Vertragsvereinbarung vor, ist alles in Butter - z. B. im ÖD, wo die Rentenabschläge via Satzung explizit die gleichen Abschläge (begrenzt auf 10,8 %) vorsehen. Warum soll das 'privatwirtschaftlich' via geltendem Tarifvertrag anders zu werten sein?! Es gibt tarifvertragliche ATZ-Verträge, die in diesem Fall sogar den halben Rentenabschlag auf die Betriebsrente drauflegen (Brutto), aber das ist bereits Vertragsinhalt bei Unterschrift gewesen.

> Nichts desto trotz: Der Ag. hatte Ende 2003 der ATZ einen fünfjährigen "Von...bis"-Zeitrahmen bis zum 60. Geburtstag gegeben, für danach aber eine Weiter- bzw. Wiederbeschäftigung 2011 nicht direkt ausgeschlossen (zumal "Änderungsvertrag zur ATZ" m.E. nicht gleich "Aufhebungsvertrag for ever" bedeuten muss).

Der ATZ-Vertrag deklariert grundsätzlich ein Beschäftigungsende mit Erreichen des Endes der ATZ, ohne das es dazu einer weiteren/besonderen Kündigung bedarf – ATZ-Vertrag bzw. die tariflichen Grundlagen nachlesen. Hier hieß es 'friss oder stirb/nimm es an, oder kein ATZ-Vertrag' / arbeite weiter;-)

> Darf der das ?

Hmm, Sie unterschreiben ein rechtlich einwandfreies Angebot Ihres Arbeitgebers zur Vertragsänderung und hinterfragen das? Natürlich darf er das, solange er sich an die Vorgaben ATZ-Gesetz und ATZ-Tarifvertrag hält und Sie nicht zur Unterschrift 'zwingt'. Dafür sitzen beide im selben Boot: Angebot/einvernehmliche Unterschrift.

> der Ag. wollte die von ihm selbst errechnete Abfindungssumme aber auch nicht netto auf's Gehaltskonto überweisen,

Wo ist der Unterschied? Der AG überweist Brutto und Sie zahlen die 'richtige' Steuer hintendran oder er überweist netto und das FA rechnet die 'richtige' Steuerschuld noch mal nach / rückfordert / erstattet?

> Ohne Lektüre ist es leicht, heute zu postulieren, dass stets nur eine arbeitsrechtliche Vereinbarung ohne Einwilligung des staatlichen und betrieblichen RVT vorgelegen haben kann.

Das ist Quatsch, eine 'Einwilligung' in private Arbeitsverträge bedarf es weder von der DRV noch der BAV – da muss der eigene Kopf für gerade stehen.

> Diese wurden von vielen Arbeitgebern bei der Belegschaft oft erst schmackhaft gemacht,

Nun, der AG kann ein Angebot machen, wer dann nicht 'zuhört' UND/ODER sich (nicht) bei den Stellen erkundigt, wo es wirklich um die Rente/BAV geht, dem ist im Nachhinein nicht zu helfen.

> Die im Aufsatz angesprochenen Urteile beschäftigten sich bis 2008 juristisch (noch) nicht mit einer anschließenden "Zwangsverrentung"

Warum auch, siehe dazu eben Gesagtes.

> Vielleicht hat jemand bei "IhreVorsorge.de" diese Entwicklung bis heute weiterverfolgt ?

Kaum *gg

Seit dem die ATZ auf dem Markt ist/1996 erlebe ich die sowohl völlig unbedarft Unterschreibenden (auch heute noch) mit nachgehendem 'Gejammer', wie auch die voll Aufgeklärten, die mir eigene Excel-Tabellen der diversen Rentenbeginnmöglichkeiten vorlegen rein (die haben zu viel Zeit im Büro, kein Wunder, das deren Arbeitsplatz obsolet ist ;-)) zur Bestätigung Ihrer Rentenwerte – gut, meine Tabellen zur Rentenprognose sind bisher deckungsgleich ...wenn die Nachfragenden dieselben Berechnungsgrundlagen/Hypothesen verwenden – da fängt es schon an ...

Fred, aus meiner Sicht ist damit alles erläutert, was auch alte Rechtsgrundlagen zur ATZ betrifft. Ggf. (andere) gerichtliche Entscheidungen zur so genannten 'Zwangsverrentung' wg. ATZ und den resultieren 'freiwilligen' Abschlägen und Folgewirkungen vorgezogenen Altersrentenbeginns sind mir nicht bekannt.

Gruß
w.
PS: Sorry für Mitlesende, wenn es 'Herzchens' Ausmaße im Textfluss erreicht hat ;-)