ATZ kontra ungekürzte Rente ab 63 – Info

von
W*lfgang

Tach zusammen,

ich hatte ja gestern in einem Beitrag darauf hingewiesen, dass das Altersteilzeitarbeitsverhältnis (ATZ) durch die geplante Neuregelung zur ungekürzten Rente an besonders langjährig Versicherte ab 63 ff. plötzlich und unerwartet vorzeitig beendet wird. Mit meinem Personalverantwortlichen hatte ich dazu heute einen Meinungsaustausch, wie die bestehenden ATZ-Fälle (öffentlicher Dienst - ÖD) zu betrachten sind. Aber auch alle ATZ-Fälle außerhalb ÖD könnten davon betroffen sein.

In jedem ATZ-Vertrag, basierend auf tarifvertraglichen Vorgaben, ist festgehalten, dass das ATZ-Verhältnis (vorzeitig) endet, wenn eine ungekürzte Rente möglich ist – sie muss nicht mal beantragt werden. Da kann der Beschäftigte gar nichts machen, einfach Ende und aus, der so genannte Störfall tritt ein.

Auswirkungen für die Betroffenen:

Zunächst steht der Jahrgang 1951/älter unter Beobachtung, denn der wird dieses Jahr 63. Diese KollegInnen werden zunächst intern durchgerastert, ob anhand der alten Daten aus 2009 ein Rückschluss auf die '45 Jahre' möglich ist, bzw. gleich ausgeschlossen werden kann – bezogen auf 65 hatte ich das seinerzeit ermittelt/festgehalten. Eine abschließenden Aussage dazu ist natürlich nicht möglich, da die Frage zu den Pflichtbeiträgen/Arbeitslosigkeit aktuell offen ist. Kontaktaufnahme mit den potentiell Infragekommenden wird natürlich erst April/Mai erfolgen, wenn das Gesetzgebungsverfahren keine möglichen Änderungen mehr zu erwarten lässt. Jahrgang 52 ist erst 2015 (63 + 2) dran, dafür muss man sich heute noch keinen (organisatorischen) Kopp machen.

Ein geldwerter Schaden muss gar nicht mal eintreten, das Gegenteil ist möglich. Statt eines späteren Rentenbeginns (nach aktueller ATZ-Laufzeit), kommt nun eine ungekürzte Rente früher. Das wiegt sich mit fehlenden Beitragszeiten aus der verkürzten Laufzeit eigentlich auf. Beim ersten Blick könnte das weggefallene/höhere ATZ-Entgelt zuungunsten kleinerer Rente/Betriebsrente weh tun. Aber, da bei verkürzter ATZ-Laufzeit die aktive Phase zu lang war, somit Mehrarbeit entstanden ist, wird es hier Nachzahlungen dafür geben. Das muss im Einzelfall natürlich spitz gerechnet werden.

Dumm gelaufen wird es für Diejenigen sein, die zum ATZ-Ende (weit) nach 63 mit einer ungekürzten Rente sowieso rechnen konnten, bis 65 z. B. oder eben auch Schwerbehinderte, die irgendwo zwischen 63 aufwärts lagen und nun mit 63 (bis Jahrgang 52) oder angehoben vorzeitig aus der ATZ rausfallen.

Bis dahin ...Danke für die Aufmerksamkeit, Betroffene mögen es bei Ihren Arbeitgebern nachfragen.
ABER: vor Ablauf der nächsten Wochen/Monate sind es nur Gedankenspiele, bis ein Gesetz dazu steht.

Experten-Team könnte vielleicht mal hinterfragen, wann mögliche neue Rentenauskünfte technisch überhaupt möglich wären, um die Neuregelungen überhaupt abzubilden. Ich tippe mal auf: dieses Jahr nicht mehr.

Gruß
w.