ATZ Rentenabschläge

von
Armin

Ich bin Jahrjang 1954 und möchte nun einen Altersteilzeitvertrag bis zur Vollendung meines 63 Lebensjahres unterschreiben.
Ich erülle bis dahin die 45 Arbeitsjahre für die ungekürzte Altersrente mit 65.
Wenn ich mit 63 in Rente gehe, beziehen sich dann die Rentenabschlage auf 65 Jahre + 8 Monate oder nur auf die Vollendung des 65. Lebensjahres, weil ich die 45 Jahre ja erfüllt habe?

von Experte/in Experten-Antwort

Die Abschläge beziehen sich auf "65+8", wenn Sie mit 63 in Rente gehen.

Die 45 Jahre sind nur dann relevant, wenn Sie tatsächlich erst mit 65 in Rente gehen.

von
Günther

ähm, sorry stimmt das? Ich dachte bei Rente nach ATZ gibts Vertauensschutz, als nix 63 + 8 Monate, sondern nur 63.
Kann mich da bitte jemand aufklären.

von Experte/in Experten-Antwort

Ja meine Antwort stimmt!

Zum einen geht es bei der Ausgangsfrage nicht um "irgendeinen Vertrauensschutz" weil Armin erst einen ATZ Vertrag unterschreiben will und diesen nicht bereits längst unterschrieben hat.

Und zweitens gibt es für den Jahrgang 1954 zwar noch ATZ aber nicht mehr die Rentenart AR wegen Altersteilzeit (bei dieser wäre mit 63 der Abschlag nur 7,2 % aber es gibt sie halt nur bis zum Jahrgang 1951).

Somit wird Armin zu gegebener Zeit die AR für langjährig Versicherte beantragen und die hat für seinen Jahrgang mit 63 genau 9,6% Abschlag.

von
Günni

Hallo,ich könnte am 01.02.2011 wegen schwerbehinderung in Rente gehen.Mit 10,8% abzug.Wieviel müßte ich in die Rentenkasse einzahlen um nur 7,2% Abzug zu bekommen?

von Experte/in Experten-Antwort

Stellen Sie diese Frage bitte konkret Ihrem RV Träger. Von dort erhalten Sie den genauen Betrag, den Sie einzahlen müssten.

Grundsätzlich kann man die Abschläge mit Zahlungen ausgleichen, das macht aber in aller Regel wirtschaftlich gesehen wenig Sinn.

von
Kollektor

Ich höre diese Meinung immer wieder. Von den Verhältnissen her ist es sogar etwas besser als Rürup und man hat einen echten Generationenvertrag. Wenn sich die Zuzahlung zur Vermeidung von Abschlägen nicht lohnt, lohnt sich private Altersvorsorge dann überhaupt, mit welcher Anlageform und für wen ?

von
KSC

Würden Sie z.B. kurz vor Rentenbeginn 10 000€ einzahlen nur um 50 € weniger Abschläge zu haben?

Und einem kurz vor der Rente stehenden mit dem Generationenvertrag kommen zu wollen? Was meinen Sie was der Ihnen antwortet?

Er hat nämlich seine Arbeitsverpflichtung erfüllt und hofft nun, dass die kommende Generation seine Rente erarbeitet und nicht er selbst mit Einmalzahlungen.

Aber jeder darf da tun was er will.

von
Kollektor

Ein klares Ja ! Die steuerliche Seite muss natürlich beachtet werden.

2009 eingezahlt kann man 68 % der Summe vom zu versteuernden Einkommen abziehen. Bei 30 % Grenzsteuersatz zahlt man dann nur noch 7960 € netto ein. Der Grenzsteuersatz des Durchschnittsrentners ist deutlich drunter, die Zuzahlung ist nach ca 15 Jahren wieder drin, nach Zinsen vielleicht so bei 18 Jahren. Die Witwe kriegt einen Teil davon, die KK-Beiträge werden fast zur Hälfte bezahlt und bei hoher Inflation ist man teilweise geschützt. Inflationsgesicherte Kapitalanlagen bringen derzeit < 1 % Zins. Und die Rente ist ein Produkt das passt, die Langlebigkeit ist versichert.

Ich habe mehrere private und betriebliche Vorsorgeprodukte, die "rentieren" sich schlechter.

von
Schiko.

Abweichend von der ursprünglichen Frage von Armin will ich doch auf die
Fragestellung von "Günni" wegen einer Ausgleichszahlung von 3,60 % als
Beitragszahlung eingehen. Dies kann natürlich rechnerisch nur auf den Ist stand
für das Jahr 2009 erfolgen bei 30879 Durchschnittsverdienst 27,20 Rentenwert
für 1 Entgeltpunkt.

Dies sehe ich so, will damit die Frage beantworten, bezüglich der Steuer werde
ich noch getrennt Stellung nehmen, will ja nicht vorlaut sein.
Es wurde ja kein Rentenbetrag genannt, erfinde diesen mit 1300 Bruttorente.
Anhaltspunkt bei angenommen 1300 Bruttorente - 3,60 % Abschlag sind
0,9640 Rentenfaktor.
Wiederum. 30879 : 0,9640 sind 32.032,16 Euro zu 19,90% 6.374,40 Bei-
trag für eine Entgeltpunkt mit 27,20 Rentenwert.

Es gilt also auszugleichen bei 1300 Bruttorente mit 3,60 % Abschlag Euro
46,80. Ausgehend von 46,80 : 27,20 sind es 1,7206 % x 6374,40 Euro
10.967,79 Beitrags-Ausgleichszahlung für monatlich 27,20 x 12 für 326,40
spätere Jahresrente, dies sollten Sie wissen.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Kollektor

Ich habe die Daten von Schiko ohne Berücksichtigung von Steuereffekten und KK-Beiträge einer finanzmathematischen Berechnung unterzogen. Bei einer Rendite von 3 % komme ich auf eine Laufzeit von 29,5 Jahren, bei 0 % Rendite auf 21,7 Jahren. So gesehen würde sich die Zuzahlung nicht rechnen. Unter individuellen steuerlichen Gesichtspunkten und einer jährlichen Rentenerhöhung von 0,5 % p.a. kann es anders aussehen, in meinem persönlichen Fall komme ich auf 15 Jahre Laufzeit der Amortisation wenn ich die Zuzahlung noch 2009 leiste. Ich gehe am 1.12.2009 in eine vorgezogene Rente wegen Schwerbehinderung mit 7,2 % Abschlag, volle Rente wären mit 59 EP 1605 € mit 63. Mein Grenzsteuersatz 2009 liegt bei 35 %. Dies teile ich mit falls jemand in ähnlicher Situation ist.

von
Schiko.

Sehr schön Ihr erneuter Hinweis, vor allem der Hinweis"Dies teile ich mit falls
jemand in ähnlicher Situation mit"
Dies ist ja auch der Grund warum ich oft mehr berichte als notwendig.

Finanzmathematisch habe ich überhaupt keine Ahnung.

Auffallend der Vermerk: Bei 30% Grenzsteuersatz zahlt man dann nur noch
7960 ein .
Nicht bös gemeint, die Einzahlung in die RV. bleibt natürlich gleich hoch,
nur durch den steuerlichen Vorteil wird der Aufwand auf Euro 7960 verringert.

Auch von meiner Seite noch der Hinweis zur Steuer, wenn jemand beruflich
schon ausgeschieden und AG I bezogen wird fällt natürlich die steuerliche
Variante ins Wasser, wer keine Steuern mehr zahlt kann auch nichts ab-
setzen.
Brauche also die Steuer nicht mehr ansprechen, Sie kennen sich besser aus als ich.

Wünsche noch einen besinnlichen Adventssonntag.

Mit freundlichen Grüßen.

von Experte/in Experten-Antwort

Dann hat ja jetzt jeder seine Entscheidungshilfen, ob es für ihn im Einzelfall sinnvoll ist oder nicht,:-))