ATZ, Schwerbehinderung und Störfall

von
Chris

Hallo liebe Experten,

bitte um Beistand und Info bei folgendem Problem:
Meine ATZ wurde nach der Altersrente für schwerbehinderte Menschen mit einem vorzeitigen Bezug vereinbart. Der Renteneintrit war mit 61,4Jahre und -10,8% Rentenminderung geplant. Nur jedoch hat sich mein Gesundheitszustand gebessert, sodass die Schwerbehinderteneigenschaften mit den notwendigen 50% wegfiel und die vorzeitige Altersrente für Schwerbehinderte, somit nach ATZ-Ende nicht mehr möglich ist. Frage: Liegt hier ein Störfall vor und muss das ursprüngliche Arbeitsverhältnis seitens des Arbeitgebers wieder hergestellt werden?

Viele Grüße von Chris

von
Schade

Diese Frage ist Arbeitsrecht und somit in erster Linie mit der Personalabteilung Ihres Arbeitgebers zu klären.

von
W°lfgang

Zitiert von: Chris
Meine ATZ wurde nach der Altersrente für schwerbehinderte Menschen mit einem vorzeitigen Bezug vereinbart.

Hallo Chris,

doch wohl nicht eine ATZ-Vereinbarung aufgrund nur eines _befristeten_ GdB? ...das wäre ziemlich 'bescheuert' gewesen/hier ins Blaue (der GdB wird dann wohl schon noch vorliegen) diese ATZ-Vereinbarung darauf zu bauen ...sowohl für Sie, wie auch für den AG, der das ins 'Blaue' vereinbart hat - und sich ggf. nicht klar wahr, das ein aktuell bestehender GdB - meist nach 'Heilungsbewährung' - vorzeitig wegfallen kann/muss.

JA, hier liegt dann ein Störfall vor.

Sie können den GdB weiterhin 'retten', in dem Sie gegen das 'Versorgungsamt' und die Entziehung des GdB nun <50 Widerspruch einlegen, ggf. noch Klage folgend ...bis zum letzten rechtskräftigen Bescheid + volle 3 Monate drauf, besteht immer noch die 'GdB-Eigenschaft', um die anvisierte Rente tatsächlich erhalten zu können.

Alternativ befragen Sie zunächst Ihre PA, was da nun auf Sie zukommt, was weiterhin im Rahmen ATZ möglich ist.

Gruß
w.
Tipp: Ihr örtliches Versicherungsamt, oder auch ihr örtlicher SOVD könnte Ihnen dazu weiterhelfen.

Experten-Antwort

Hallo Chris,

die Vereinbarung mit dem Arbeitgeber über die Altersteilzeitarbeit muss sich zumindest auf die Zeit bis zu einem Anspruch auf eine Altersrente beziehen. Dies ist der Zeitpunkt, zu dem eine (gegebenenfalls geminderte) Altersrente beansprucht werden kann.

Bei Vereinbarungen, nach denen die Altersteilzeitarbeit vorher endet, liegt keine Altersteilzeitarbeit im Sinne des Altersteilzeitgesetzes vor.

Da nach Ihren Angaben bei Ihnen die Schwerbehinderung wegfällt und damit der ursprüngliche Rentenbeginn nicht mehr möglich ist, geht die Altersteilzeitarbeit nicht mehr bis zu einem möglichen Rentenbeginn mit der Folge, dass ein Störfall eintritt.

Für eine rechtsverbindliche Auskunft setzen Sie sich bitte diesbezüglich mit Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger in Verbindung.

Welche Auswirkungen der Störfall auf Ihr Arbeitsverhältnis hat, ist eine Frage des Arbeitsrechts, zu der wir in diesem Forum keine Stellungnahme abgeben können.

Viele Grüße
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

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