auf welche Summe wir Witwenrente angerechnet

von
Vorsorger

Hallo,

ich würde gerne für meine Familie Vorsorgen. Daher meine Frage zur großen Witwenrente.
Info: Ich bin jetzt 43 Jahre alt und gehe seit 25 Jahren Soz.-Vers. Pflichtig arbeiten. Meine Frau arbeitet auch, wir haben zwei Kinder.

Im Rentenbescheid stehe ja drei Zahlen, die ich nachvollziehen kann. Aber eben nicht im Fall der Fälle

Es steht geschrieben, dass 55 % der zustehenden Rente des Verstorbenen zur Errechnung herangezogen werden. Wenn ich aber noch kein Rentner bin, welcher Betrag wird dann herangezogen?

- Der Betrag im Rentenbescheid "Rente wegen voller Erwerbsminderung"?

- Der Betrag "Ihre bislang erreichte Anwartschaft....." ?

- Der Betrag "Sollten Sie bis zum Renentenbeginnn Beiträge wie in den letzten 5 Jahren....."?

Den Rest (Kinder, Anrechung Eigeneinkommen) verstehe ich. Nur "welche" Rente zur Errechnung herangezogen wird, ist unklar!

Danke für Ihre Antworten.

Experten-Antwort

Hallo, Vorsorger,

ausgehend von einer Renteninformation müsste man vom Wert „Ihre bislang erreichte Anwartschaft…“ ausgehen. Wurde die vorliegende Renten-Info vor dem 01.07.2018 erstellt, also im ersten Halbjahr 2018, müsste die Rentenerhöhung zum 01.07.2018 (West: 3,22% und Ost: 3,37%) auf den Brutto-Betrag aufgeschlagen werden, ferner die Anwartschaften aus dem im Jahr 2018 resultierenden Brutto-Einkommen bis zum „fiktiven“ Todestag. Im Falle Ihres Ablebens werden also alle geleisteten Beiträge bis zum Todestag mit berücksichtigt, die noch nicht Gegenstand bei der Berechnung der Renteninformation waren. Diese erhöhen also zusätzlich noch den Brutto-Rentenanspruch der Witwe.
Zur Klärung Ihres Anliegens empfehle ich dennoch ein Beratungsgespräch bei einer Auskunfts- und Beratungsgespräch der DRV in Ihrer Nähe um Ihre individuelle Situation zu berechnen. Sie erhalten dort eine Rentenauskunft, in der näher auf die Situation eingegangen wird, was bei der Renteninformation für Renten wegen Todes nicht umfassend gegeben ist.

von
Feli

Die 55% errechnen sich im Wesentlichen aus der Erwerbsminderungsrente, die im Zeitpunkt des Todes (fiktiv) zugestanden hätte. Bei Ihren Überlegungen sollten Sie davon ausgehen, jedoch immer beachten, dass eigene Einkünfte gegengerechnet werden.

von
W*lfgang

Zitiert von: Experte/in
ausgehend von einer Renteninformation müsste man vom Wert „Ihre bislang erreichte Anwartschaft…“ ausgehen.

Ergänzend:

ich tendiere zur Antwort von @Feli für die einfachere Ersteinschätzung ;-)

Die Basisberechnung für die Hinterbliebenenrente ist identisch mit dem Betrag der EM-Rente zum Zeitpunkt/Todestag des Erstell-Datums der Renteninformation.

Wie sich eigenes/anrechenbares Einkommen + ggf. Kindererziehungszeiten im Rentenkonto der Witwe auswirken, ist individuell zu klären.

Tipp an @Versorger: bis zum Todestag noch so viele Kinder wie möglich produzieren (vorrangig mit der eigenen Ehefrau ;-)), dann kann die Witwenrente sogar 100 % Ihrer Rente erreichen.

Gruß
w.

von
senf-dazu

Zitiert von: W*lfgang
... Tipp an @Versorger: bis zum Todestag noch so viele Kinder wie möglich produzieren (vorrangig mit der eigenen Ehefrau ;-)), dann kann die Witwenrente sogar 100 % Ihrer Rente erreichen. ...

Frei nach Adenauer "Kinder kriegen die Leute immer ..."

Dann kommt das Kindergeld noch dazu, dann die Halbwaisenrenten, dann die Kindererziehungszeiten für die Altersrente der Witwe (sorgt allerdings evtl. für eine stärkere Kürzung der Witwenrente aufgrund höherer eigener Rente), ...

@W*lfgang, Ihre Tipps werden immer skurriler!

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