Aufbesserung der Rente durch Alg1

von
hausherbert

Hallo, ich bin 62 und mir wurde eine teilw. EMR wegen BU zugebilligt. Diese Rente ist nicht befristet und wird bis zum Eintritt der Altersrente gezahlt. Die Rente wurde rückwirkend zuerkannt und mit dem Krankengeldbezug verrechnet. Bisher habe ich nur eine Rentenzahlung erhalten. Nun wurde mir auch für 24 Monate Alg1 bewilligt. Das Bemessungsentgeld für das Alg1 liegt über der Hinzuverdienstgrenze der BU Rente und ich werde wohl die eine Rente wieder zurückzahlen müssen. Nun meine Frage:
In meiner BU Rente sind Abschläge enthalten. Ich nehme die Rente aber nicht in Anspruch, sondern die AfA zahlt für mich ja weiter Beiträge in die RV ein. Bleiben diese Abschläge trotzdem erhalten?
Nach meiner Rentenauskunft kann ich mit 63 ohne Abschläge in Altersrente für schwerbehinderte Menschen gehen ( wegen BU ), würde es für mich von Vorteil sein lieber noch ein Jahr länger Alg1 zu beziehen und erst mit 64 in Rente zu gehen. Mein Bemessungsentgeld für Alg1 liegt bei 3000,00 €
Vielen Dank

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo hausherbert,

Nach § 77 Abs. 3 S. 2 wird für die Hälfte der Entgeltpunkte bei der späteren Altersrente der Zugangsfaktor (Abschlag) neu bestimmt. Aufgrund Ihrer Schwerbehinderteneigenschaft ergibt sich für diese Hälfte dann später ein Zugangsfaktor von 1,0 (abschlagsfrei). Für die andere Hälfte an Entgeltpunkte, bleibt der frühere Zugangsfaktor maßgebend ( § 77 Abs. 3 S. 1 SGB VI). Der Abschlag bleibt also (zunächst) erhalten. Allerdings werden wegen § 77 Abs. 3 S. 3 Nr. 2 in Verbindung mit § 264c SGB VI Ihre Entgeltpunkte für die Zeit, in der Sie Ihre Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung nicht in Anspruch nehmen werden, wieder entsprechend, nämlich monatlich um 0,003, erhöht.
Im Ergebnis bedeutet das, wenn Ihre teilweise Erwerbsminderungsrente die ganze Zeit über nicht in Anspruch genommen wird (wegen § 94a SGB VI ruht), dass Sie Ihre Altersrente wegen Schwerbehinderung dann unter dem Strich ohne Abschläge beziehen werden.
Grundsätzlich können Sie durch einen noch späteren Rentenbeginn Ihre Altersrente weiter steigern. Was bei einem monatlichen Bemessungsentgelt von 3000,- Euro pro Jahr Arbeitslosengeldbezug ca. einer weiteren Steigerung von ca. 25,-Euro Monatsrente entsprechen würde. Allerdings sollten Sie erst einmal bei der Agentur für Arbeit nachfragen, ob über den möglichen abschlagsfreien Rentenbeginn hinaus überhaupt ein weiterer Arbeitslosengeldbezug möglich ist.

von
hausherbert

Vielen Dank für diese fundierte Antwort.
hausherbert