Aufnahme Minijob - Rentenbescheid vorlegen

von
Schilas Mama

Hallo liebe Forenmitglieder,
Sehr geehrter Experte,

Ich beabsichtigte eine Minijob (365,00€) anzunehmen.
Ich beziehe ab 01.02.2015 die Altersrente für besonders langjährig Versicherte.

Der Arbeitgber möchte eine Kopie meines Rentenbescheides haben, um zu prüfen, wieviel ich dazu verdienen darf.

Er meinte wortwörtlich, den Letzten beißen immer die Hunde und ermüsste prüfen, ob ich überhaupt soviel dazuverdienen darf, sonst ist er dran.

Eine geringfügige Beschäftigung bis 450,00 € darf doch Jeder rentenunschädlich hinzuverdienen, auch bei voller Erwerbsminderungsrente.

Benötigt der Arbeitgeber wirklich den Rentenbescheid und wozu ?

Vielen Dank !

Christina

von
Matze72

Nein, er benötigt ihr in dieser Konstellation nicht.
Wenn Sie eine Altersvollrente beziehen und die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht haben, gilt:
"Die Hinzuverdienstgrenze beträgt bei einer Rente wegen Alters als Vollrente 450 Euro"

Nennen Sie Ihren Arbeitgeber die Vorschrift:
§ 34 Abs. 3 Nr. 1 SGB VI
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__34.html

Diese ist universell. Wenn er dennoch drauf beharrt, reicht es lediglich die Anlage 21 des Rentenbescheides vorzuzeigen. Den Rest geht dem AG eigentlich auch gar nicht´s an.

von
=//=

Nein, der Arbeitgeber benötigt nicht den Rentenbescheid! Es geht ihn nämlich nichts an, wie hoch Ihre Rente ist. In der Regel ist dem Bescheid eine Anlage beigefügt, aus der hervorgeht, dass Sie bis 450,- EUR dazuverdienen dürfen. Sollte dies nicht zutreffen, lassen Sie sich von der zuständigen DRV eine Bestätigung über Ihre Hinzuverdienstgrenzen ausstellen und legen diese dem Arbeitgeber vor.

Es sollte sich nach 1000 Jahren eigentlich herumgesprochen haben, dass ALLE Rentner rentenunschädlich bis 450,- EUR brutto dazuverdienen dürfen. ;-) ;-)

von
Schilas Mama

Hallo und vielen Dank für die Antworten.

Ich habe es auch so gesehen und dem AG sogar eine Kopie meines Rentenausweises angeboten.

Wollte er aber nicht !!!

Der Mitarbeiter des Personalbüros hatte zwar schon mal etwas von den 450,00 € gehört, aber ............

Ich glaube, ich lasse die Finger vom dem Job.
So ein Theater schon von Anfang an.

Einen schönen Abend noch

Christina

von
W*lfgang

Hallo Christina,

der Arbeitgeber muss eigentlich nur wissen, ob Sie Alters(voll)rentnerin sind - und damit versicherungsfrei im Minijob, mehr nicht. Dementsprechend muss er/das Lohnbüro die Sozialversicherungsmeldungen 'kennzeichnen'. Alles Andere geht Ihn nichts an bzw. ist es nicht seine Sache, wenn er Ihnen einen Tausender mtl. zahlt und Ihre Rente 'crashed' ...aus seiner Sicht zahlt er weder für Mini-Jobber mehr, wie auch bei normal versicherungspflichtig Beschäftigten. Er/Arbeitgeber sollte sich mal mit dem Lohnbüro kurzschließen/wenn die auch keine Ahnung haben, diese mit der Einzugsstelle/Krankenkasse.

Fragen Sie den AG, warum er Mitarbeiter im Lohnbüro bezahlt, die von den einfachen Dingen der SV-Meldungen/-Beitragsabführungen keine Ahnung haben. ;-)

Gruß
w.

von
???

Zitiert von: Schilas Mama

Benötigt der Arbeitgeber wirklich den Rentenbescheid und wozu?

Der Arbeitgeber benötigt den Rentenbescheid, damit er für Sie als Vollrentner wegen Alters keine Rentenbeiträge mehr abführen muss. Vollrentner wegen Alters sind versicherungsfrei in der gesetzlichen Rentenversicherung. Es liegt also in Ihrem eigenen Interesse. Allerdings sind für Minijobs (bis 450 EUR brutto mtl.) auch dann versicherungsfrei, wenn Sie das Ihrem Arbeitgeber gegenüber ausdrücklich erklären.

von
maja

Sie schreiben einmal
Ich beziehe ab 01.02.2015 die Altersrente für besonders langjährig Versicherte.
und dann
einmal voller Erwerbsminderungsrente.
Ich nehme an sie sind schon über 63 ?.
So wie es ??? schon geschrieben hat.
Der Arbeitgeber braucht die Bescheinigung von der RV wie viel sie hinzuverdienen dürfen.
Das muss er auch wissen wegen den (Brutto/Netto ) Abzügen. Sie könnten ja noch wo beschäftigt sein ........

von
Schade

Warum eigentlich dieses "Theater" im Forum?

Kopieren Sie den Rentenbescheid und machen die Beträge unlesbar. Dann sind alle zufrieden.

Wo ist denn das Problem?

PS: wenn die Zusammenarbeit mit dem neuen AG schon mit so viel Mißtrauen Ihrerseits beginnt, sollten Sie das wirklich besser sein lassen.

Experten-Antwort

Hallo Schilas Mama,

wie bereits ausgeführt wurde, muss der Arbeitgeber nur wissen, ob Sie Altersvollrentnerin sind. Als solche sind Sie versicherungsfrei. Es ist kein Eigenanteil zur Rentenversicherung zu entrichten. Die Vorlage des Rentenbescheides ist nicht erforderlich.

von
Gigi

Zitiert von:

Hallo Schilas Mama,

wie bereits ausgeführt wurde, muss der Arbeitgeber nur wissen, ob Sie Altersvollrentnerin sind. Als solche sind Sie versicherungsfrei. Es ist kein Eigenanteil zur Rentenversicherung zu entrichten. Die Vorlage des Rentenbescheides ist nicht erforderlich.


Das trifft leider so nicht zu. "Wissen" allein reicht nicht.

Nach § 8 Abs. 2 der "Verordnung über die Berechnung, Zahlung, Weiterleitung, Abrechnung und Prüfung des Gesamtsozialversicherungsbeitrages" hat der Arbeitgeber Unterlagen aus denen die für die Versicherungsfreiheit oder die Befreiung von der Versicherungspflicht ersichtlich sind, zu den Entgeltunterlagen zu nehmen.

Dies bedeutet aber nicht das dem Arbeitgeber eine Kopie des vollständigen Rentenbescheides vorgelgt werden muss. Die erst 2 Seiten dürften wohl ausreichen.
Gigi