Ausbildung + Krank / Anspruch auf Rente

von
Gerold P.

Mein Sohn, 19 J., 2. Ausbildungsjahr, ist schwer erkrankt und wird laut Aussage der Ärzte zumindest die nächsten Jahre nicht arbeiten können.

Besteht nach der Krankengeldzahlung ein Anspruch auf eine Rente o. ä., obwohl er erst 17 Monate Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt hat ?

Wonach wird dies eventuell berechnet ?

Bin für jede Antwort dankbar.

Gerold

von
Rosanna

Hallo Gerold P.,

evtl. wäre hier die vorzeitige Wartezeiterfüllung nach § 53 Abs. 2 SGB VI zu prüfen:

"Die allgemeine Wartezeit ist auch vorzeitig erfüllt, wenn Versicherte vor Ablauf von 6 Jahren nach Beendigung einer Ausbildung voll erwerbsgemindert oder gestorben sind UND in den letzten 2 Jahren vorher mindestens 1 Jahr Pflichtbeiträge entrichtet wurden (für eine versicherte Beschäftigung UND Pflichtbeiträge aus KG-Bezug)."

Die Rente würde aus den zurückgelegten Beitragszeiten bis zum Eintritt des Leistungsfalles und der Zurechnungszeit (§ 59 SGB VI) ab Eintritt desr Erwerbsminderung bis zum 60. Lebensjahr berechnet. Aus diesem Grund fällt die Rentenhöhe gerade bei sehr jungen Versicherten auch nicht ganz so spärlich aus.

Stellen Sie unter Vorlage ärztlicher Befundberichte einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente bei der für Ihren Sohn zuständigen DRV. Von dort wird dann im Rentenverfahren geprüft, ob die versicherungsrechtlichen und medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind.

MfG Rosanna.

von
Marisol

Lesen sie sich mal die Beiträge auf der zweiten Seit zu "Therapie beendet" durch. Dort wurden schon sehr interessante und informative Dinge geschrieben. Vielleicht helfen sie Ihnen weiter.

von
Rosanna

Ich ging bei meinem vorigen Beitrag davon aus, dass Ihr Sohn eine BERUFSAUSBILDUNG (also mit Zahlung von Pflichtbeiträgen) und nicht um eine Schulausbildung handelte... denn sonst würde es evtl. schwierig mit den 12 Pflichtbeiträgen VOR Eintritt der Erwerbsminderung!

MfG Rosanna.

Experten-Antwort

Die allgemeine Wartezeit ist auch dann vorzeitig erfüllt, wenn der Versicherte vor Ablauf von sechs Jahren nach Beendigung einer Ausbildung u.a. voll erwerbsgemindert geworden ist u n d in den letzten zwei Jahren vorher mindestens ein Jahr mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit belegt hat, wobei sich der Zeitraum von zwei Jahren vor Eintritt der vollen Erwerbsminderung oder des Todes um Zeiten einer schulischen Ausbildung nach Vollendung des 17. Lebensjahres bis zu sieben Jahren verlängert. Bei dieser gesetzlichen Grundlage wird lediglich ein zeitlicher Zusammenhang von Ausbildung und voller Erwerbsminderung sowie das Vorliegen von 12 Pflichtbeitragsmonaten geprüft. Die Rente wird aus den zurückgelegten Beitrags-, Anrechnungs- sowie einer Zurechnungszeit (Bis zur Vollendung des 60. Lebensjahres) berechnet.

Interessante Themen

Altersvorsorge 

Mit wenig Geld fürs Alter vorsorgen

Viele Geringverdiener sorgen nicht zusätzlich für den Ruhestand vor. Dabei reichen oft schon ein paar Euro, um sich attraktive Zuschüsse und Zulagen...

Altersvorsorge 

Steuererklärung in Corona-Zeiten

Wie sich die Corona-Pandemie auf Ihre Steuererklärung auswirkt, worauf Sie achten müssen und wo Sie Steuern sparen können.

Altersvorsorge 

Was die Dax-Erweiterung für Sparer bedeutet

Von 30 auf 40: Deutschlands wichtigster Börsenindex wird erweitert. Für Anleger lohnt es sich, deshalb einmal genau auf den Dax zu schauen.

Gesundheit 

Berufsunfähig: tückische 50-Prozent-Klausel

Die 50-Prozent-Klausel erweist sich oft als Hürde, wenn es um die Anerkennung einer Berufsunfähigkeit geht. Was es mit der Klausel auf sich hat.

Rente 

Erwerbsminderungsrente rechtzeitig verlängern

Eine Erwerbsminderungsrente wird meist nur befristet gewährt. Das Ende des Bewilligungszeitraums sollten Sie immer im Blick haben und rechtzeitig...