Ausbildungszeiten

von
reima

Hallo
In meiner Rentenaufstellung sind meine Ausbildungszeiten von 1971-1974 nicht extra als Ausbildungszeiten beschrieben worden, sondern wie alle anderen Jahre mit den Pflichtbeiträgen. Frage: Müssen diese Zeiten speziell deklariert, oder hat das keine Auswirkung auf die Rentenberechnung ?
danke
reima

von
Ede

Hallo,

dass diese Zeiten noch nicht als Berufsausbildungszeiten gespeichert sind, liegt daran, dass damals keiner an die heutige komplizierte Rentenberechnung gedacht hat.
Tatsache ist, dass nachgewiesene Berufsaubildungszeiten bei der späteren Rentenberechnung nach § 73 Satz 1 SGB VI besonders bewertet werden, was in der Regel zu einer höheren Rente führt – hierbei kommt es natürlich auf das gesamte Versicherungsleben an -.

Insofern sollten Sie entsprechende Nachweise an den Rentenversicherungsträger senden.

Gruß

von
Ede

muss natürlich § 74 Satz 1 SGB VI heissen

von
reima

Danke für die Antwort.
Kann ich diese Zeiten jetzt noch ändern, obwohl meine Berechnung bis 1998 verbindlich festgestellt worden sind ??
danke

von
Amadé

Sind Ihre Zeiten der Berufsausbildung im Versicherungsverlauf nicht gesondert als AUSBILDUNGS-Zeiten gekennzeichnet, sollten Sie Ihrem Rentenversicherungsträger schleunigst einen entsprechenden Nachweis vorlegen (Gesellenbrief, Gehilfenbrief usw.)

„Die Höhe der gesetzlichen Rente hängt von zahlreichen Faktoren ab, sie ist laut der Deutschen Rentenversicherung ein "Spiegelbild des gesamten Lebens". Damit bei der Berechnung Ihrer Rente alle Fakten berücksichtigt werden können, brauchen Sie eine vollständige Dokumentation der Versicherungszeiten.

Der Versicherungsverlauf wird von der Deutschen Rentenversicherung dokumentiert. Neben den normalen Beitragszeiten im Berufsleben fördert der Staat noch andere Zeiten:

Zeiten der Berufsausbildung: Für die tatsächliche Berufsausbildung (bis zu 36 Monate) werden die Pflichtbeiträge auf bis zu 75 Prozent des Durchschnittsverdienstes angehoben.

Zeiten der Kinderziehung: Hier übernimmt der Staat die Zahlungen in Höhe des Durchschnittsverdienst. Für Geburten seit 1991 werden längstens 36 Monate angerechnet, für Geburten davor nur maximal zwölf Monate.

Zeiten, in denen Sie Sozialleistungen, z.B. Arbeitslosengeld, erhalten: Hier wird der Beitrag auf Grundlage von 80 Prozent des letzten Bruttoarbeitsentgelts berechnet.
Zeiten des Wehr- oder Zivildienstes: Hier nimmt die Rentenkasse einen fiktiven Verdienst in Höhe von 60 Prozent der monatlichen Bezugsgröße an. Sie beträgt 2006 in den alten Bundesländern 2.450 Euro (2.065 Euro).

Zeiten im Ausland: Dazu zählen zum einen Zeiten, die nach dem Fremdenrecht für Vertriebene, Aussiedler und Spätaussiedler anerkannt werden können. Zum anderen geht es um Zeiten, die das überstaatliche Recht (EU-Mitgliedsländer) und das zwischenstaatliche Recht (Gesonderte Abkommen z.B. mit den USA oder der Türkei) betreffen.

Versicherungslauf prüfen

Bei ungeklärten Zeiten wird die Deutsche Rentenversicherung oft selbst aktiv und schickt Fragebögen, um die Lücken zu schließen. Es ist auf alle Fälle ratsam, bei Erhalt der Renteninformation den beiliegenden Versicherungsverlauf zu prüfen und eventuell fehlende Zeiten nachzumelden.

Tipp: Je schneller Sie dies erledigen, je größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie die notwendigen Unterlagen noch haben, bzw. bei Arbeitgeber bzw. Schulen oder Hochschulen problemlos erhalten. Wenn Jahrzehnte vergangen sind, existieren oft Arbeitgeber nicht mehr und die Beschaffung von Unterlagen wird schwierig.

Notfalls ein Kontoklärungsverfahren einleiten

Wer mit den in der Renteninformation ausgewiesenen Zeiten nicht einverstanden ist, kann ein so genanntes Kontoklärungsverfahren einleiten lassen. Mit Abschluss des Verfahrens wird ein Feststellungsbescheid über die im Versicherungsverlauf festgestellten Daten erteilt. Gegen diesen können dann Rechtsmittel (Widerspruch) eingelegt werden.“

Zitiert aus SWR-Ratgeber vom 16.01.2007

von
Amadé

Ja, überhaupt kein Problem.

Für Sie begünstigende Tatbestände können auch nach "bindender Feststellung" jederzeit geltend gemacht werden.

von Experte/in Experten-Antwort

Bisher fand eine pauschale Höherbewertung der niedrigen Beiträge in den ersten drei Berufsjahren bei der späteren Rentenberechnung statt. Diese pauschale Höherbewertung wird es künftig nicht mehr geben. Die Beitragsjahre werden künftig nur noch dann höher bewertet, wenn Sie in dieser Zeit tatsächlich eine Berufsausbildung gemacht und Pflichtbeiträge gezahlt haben.

Informieren Sie Ihren Rentenversicherungsträger also über den Zeitraum Ihrer Berufsausbildung und fügen Sie entsprechende Nachweise bei (z.B. Lehrvertrag, Gesellenbrief).