Ausbildungszeiten nicht mehr angerechnet

von
Gerd

Sehr geehrte Forenmitglieder,

ich bin EM Rentner seit 2003 und habe nun erfahren, dass seit 2005 durch eine Gesetzesänderung meine Ausbildungszeiten nicht mehr in die Rentenberechnung einfließen. Zwar habe ich Bestandsschutz für die derzeitige Rente, aber sollte ich bei einer zukünftigen, beruflichen Belastungserprobung scheitern und meine EM Rente neu berechnet werden müssen, würde ich mit erheblich weniger Geld dastehen.

Weiß jemand ob dies auch für die Altersrente zutrifft, dass diese dann um die nicht mehr gewerteten Ausbildungszeiten vermindert ist ?

Erlange ich in der EM Rentenzeit als einer Art Ausfallszeit neue Punkte ?

Ich habe mit meiner damaligen Ehefrau
die Familienplanung nach dem damaligen Gesetzesstand so geregelt, dass sie nun die vermehrt gewerteten Erziehungszeiten hat und ich die für den familiären Broteerwerb durchgeführten Ausbildungen nicht gewertet bekomme bei der Rentenberechnung.
Gab oder gibt es Grundsatzklagen wegen eines diesbezüglichen Anrechnungsausgleich ?
Oder sind die länger ausgebildeten Brotverdiener einfach benachteiligt geblieben ?

es grüßt herzlich

Gerd

von
Uuuuups

Der Besuch einer allgemeinbildenden Schule, einer Fach- oder Hochschule beziehungsweise die Teilnahme an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme ist von Ihrem 17. Geburtstag an eine Anrechnungszeit. Einen Abschluss müssen Sie nicht nachweisen. Maximal können aber nur insgesamt acht Jahre angerechnet werden.

Beginnt Ihre Rente erst ab 2009, wirken sich nur der Besuch einer Fachschule und berufsvorbereitende Bil-dungsmaßnahmen rentensteigernd aus. Andere Schul- oder Studienzeiten zählen allein bei der Wartezeit von 35 Jahren mit.

http://juris.bundessozialgericht.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bsg&Art=en&Datum=2011-4&nr=11958&linked=pm

Hat ein Versicherter eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit oder eine Erziehungsrente bezogen und beginnt spätestens innerhalb von 24 Kalendermonaten nach Ende des Bezugs dieser Rente erneut eine Rente, werden ihm für diese Rente mindestens die bisherigen persönlichen Entgeltpunkte zugrunde gelegt.

von
Gerd

Hallo liebe/r UUUUUps,

ich kann mit der Antwort wenig anfangen...

-
Warum hat dann eine Rentenberatung ergeben, dass ich die Hälfte meiner Rentenpunkte verlöre ?

-
Meine Rente begann laut Frage 2003,
was bedeutet ihre Antwort mit Rentenbeginn 2009 ?

-

Soll der Link mit den Urteilsbeispielen eine Antwort auf die Frage nach der Gleichbehandlung von Eheleuten sein ?

herzliche Grüße
Gerd

von
KSC

Lieber Gerd, so ganz erschließt sich mir nicht was Sie eigentlich wissen wollen.

Denn Sie sprechen so viele Themen an (Bewertung von Schulzeiten, spätere Rente, Belastungserprobung, Kindererziehungszeiten, Situation der Familie,...), dass Sie m.E. nicht erwarten können diese alle in möglichst allen Aspekten beantwortet zu bekommen.

Das sprengt die Grenzen des Forums, zumal man über Sie eigentlich gar nichts weiss.

Klar ist aus heutiger Sicht, dass sich an der Rente nichts ändert, wenn Sie die Rente durchgehend bis zum Alter beziehen.
Alles was sich bis dahin abspielen könnte (gesund werden, Rentenentzug, weiterarbeiten, Verdiensthöhe, künftige Gesetzesänderungen, etc., liegt im Bereich der Spekulation....
Eine familiäre Ungerechtigkeit sehe ich nicht, ob Sie oder die Frau die Kindereziehungszeit in der Rente bekommen ist im Erlebensfall "eigentlich" egal, ebenso im Fall einer Scheidung. Und wer die Rente länger bezieht, weiß im Regelfall keiner, wenn die Kinder geboren werden. Wenn man da die falsche Entscheidung trifft und der "falsche" Partner halt früher stirbt, war das einfach Pech.

Was soll also das Gerede von Grundsatzklagen wegen eines "Anrechnungsausgleiches"? Was soll das eigentlich sein? Eine von Ihnen erfundene Wortschöpfung?

Sie sollten Ihre Fragen in der persönlichen Beratung klären, das Forum ist dazu kaum geeignet.

Gruß

von
Uuuuups

Zitiert von: Gerd

Ich kann mit der Antwort wenig anfangen...

Das liegt aber nicht an meiner Antwort.
Zitiert von: Gerd

Warum hat dann eine Rentenberatung ergeben, dass ich die Hälfte meiner Rentenpunkte verlöre?

Ich kann nicht wissen, um welche Sachverhalte es dabei ging. Möglicherweise haben Sie eine Beratung zum Versorgungsausgleich gehabt. Darüber hat Ihre Frage aber keine Angaben enthalten.
Zitiert von: Gerd

Meine Rente begann laut Frage 2003. Was bedeutet ihre Antwort mit Rentenbeginn 2009?

Sie haben doch selbst geschrieben, "dass seit 2005 durch eine Gesetzesänderung ... Ausbildungszeiten nicht mehr in die Rentenberechnung einfließen." Diese Feststellung ist zwar falsch, weil es dazu eine Übergangsregelung gab, doch tatsächlich werden die Ausbildungszeiten erst seit 2009 nicht mehr bewertet. Da Ihre Altersrente ja vermutlich nach 2008 beginnt, betrifft Sie das insofern.
Zitiert von: Gerd

Soll der Link mit den Urteilsbeispielen eine Antwort auf die Frage nach der Gleichbehandlung von Eheleuten sein?

Um was es bei dem Urteil ging, erfahren Sie, wenn Sie sich die Mühe machen, unter dem Link nachzulesen.

Der Zusammenhang zwischen der Gleichbehandlung von Eheleuten, der Anrechnung von schulischen Ausbildungszeiten, der Anrechnung von Kindererziehungszeiten, den von Ihnen angeführten "Grundsatzklagen" und dem von Ihnen erfundenen "Anrechnungsausgleich" erschließt sich keinem fach- und sachkundigen Leser. Auf diese zusammenhanglosen Hülsen und Wortschöpfungen eine passende Antwort zu finden, die von Ihnen dann richtig verstanden würde, dürfte hier im Forum auch bei größtem Bemühen ausgeschlossen sein.

Vereinbaren Sie einen Termin und lassen Sie sich besser im persönlichen Beratungsgespräch bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung beraten.

Experten-Antwort

Hallo Gerd,

Sie stellen drei Fragen:

Frage 1, die Ausbildungszeiten werden ab 01.01.2009 wahrscheinlich nicht mehr bewertet, außer es würde sich z. B. um einen Fachschulbesuch handeln. Allerdings spielt es nur dann tatsächlich eine Rolle, wenn die Rente erst mehr als 24 Kalendermonate nach Wegfall Ihrer bisherigen EM-Rente beginnen würde. Ansonsten sind die bisherigen persönlichen Entgeltpunkte besitzgeschützt.

Frage 2, Bei Ihrer Rente haben Sie eine bewertete Zurechnungszeit erhalten. Diese Zurechnungszeit wird bei einer späteren Rente zur bewerteten Anrechnungszeit. ( § 58 Abs. 1 Nr. 5 SGB VI ). Nachteile entstehen Ihnen insofern nicht.

Frage 3, ich vermute einmal, sie waren zuerst EM-Rentner, der bei seiner EM-Rente eine (noch) bewertete Schul- oder Studienzeit berücksichtigt bekommen hat. Später wurden Sie von Ihrer Ehefrau geschieden.
Nach § 51 Versorgungsausgleichsgesetz können Sie beim Familiengericht die Abänderung des Versorgungsausgleichs beantragen, wenn sich eine wesentliche Wertänderung seit der Ehescheidung ergeben hat. Eine solche Wertänderung kann sich aus tatsächlichen oder rechtlichen Gründen ergeben. Ohne das Scheidungsurteil zu kennen, kann an dieser Stelle hierzu keine weiteren Ausführungen mehr gemacht werden. Es kommt darauf an, ob Sie eine Zeit oder Dauererwerbsminderungsrente erhalten. Nur im Fall einer Dauererwerbsminderungsrente konnte das Familiengericht von einer endgültigen EM-Rente ausgehen und eventuell diese als Grundlage für den Versorgungsausgleich heranziehen. Dies geschieht in der Regel so, dass das Gericht die tatsächlich Ehezeitansprüche der EM-Rente mit einer fiktiven Regelaltersrente für die Ehezeit vergleicht. Nur für den Fall dass die EM-Rente höher ist, war diese Grundlage für den Versorgungsausgleich.
Ob daher eine Antrag beim Familiengericht sinnvoll ist, kann somit nicht eindeutig beantwortet werden. Sie sollten daher zur individuellen Abklärung Ihrer Situation vorsorglich einen Termin bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle vereinbaren. Die Ihrem Wohnort am nächsten gelegene Auskunfts- und Beratungsstelle können Sie unter dem Link " Beratungsstellen" ermitteln. Nehmen Sie unbedingt Ihr Scheidungsurteil und sofern vorhanden noch die damaligen Auskünfte ( sofern noch vorhanden) zu diesem Beratungstermin mit.

von
Gerd

Sehr geehrter Experte,

ich danke Ihnen für diese sachliche und ausführliche Antwort, die mir nun z.T.
die Dinge klarer gemacht hat.

Leider ist die Tonality bei den Amateurberatern manchmal nicht so positiv.

Mit freundlichen Grüßen

Gerd

Experten-Antwort

Hallo Gerd,

ich freue mich, dass ich Ihre, zugegebenermaßen nicht ganz einfache Anfrage, offensichtlich richtig gedeutet habe und bedanke mich für Ihre kurze Rückmeldung.

von
Mathew

Wenn Sie wüssten, was das Wort "tonality" i. e. S. bedeutet, würden Sie es nicht zweckentfremdet einsetzen. Schade.