Ausgleich Rentenminderung durch AG

von
RatRV08

Aus einem anderen Beitrag habe ich entnommen, dass auch Arbeitgeber Beitragszahlungen zum Ausgleich einer Rentenminderung übernehmen kann. Wie funktioniert dies in der Praxis? Muss es während der Beschäftigungszeit geschehen, dh solange der Versicherte noch auf der Gehaltsliste steht oder geht es auch nach dem Ausscheiden, vor dem 65. Lebensjahr? Wie wird dies initiiert, muss man einen Antrag stellen? Muss ich beim AG die Rentenlücke über ein V210 vorweisen? Vielen Dank für Ihre Hilfe!

von
GH

siehe § 187a SGB VI

von
Wolfgang

V210 ist richtig. Sie erhalten damit eine Rentenauskunft zum 'gewünschten' vorzeitigen Rentenbeginn, den bereits um den Abschlag geminderten Rentenbetrag (KV/PV nicht vergessen) und den Betrag, um den die Rente gemindert ist - und was es kostest, das auszugleichen. Dürfte ein guter 5-stelliger Betrag sein ... für 100 EUR Rente sind knapp 23.000 EUR Beitrag notwenig.

Gruß
w.

von
Schiko.,

Entschuldigung, bin halt ein verfechter der grundrechenarten.

Haben sie auch so gerechnet:

Bei 30084 durchschnittsverdienst ergibt sich eine EP. und 26,27
rentenwert. Anderseits sind bei 19,90% beitrag zur rentenver-
sicherung ein beitragsaufwand ( 30084 x 19,90 %) von 5.986,72
euro .

Folglich, so meine ich, 5987 beitrag bringen 26,27 rente, ander-
seit 100 rente : 26,27 sind 38,0663 %.
Wiederum, 5987 euro x 38,0663 sind 22.790 beitragsaufwand.

So hatte ich mal hier auskunft gegeben. Mathematiker"Bernhard" büggelte
mich dann zu recht runter, der zinsenszinseffekt wird ja hierbei nicht berücksichtigt.

Natürlich wie immer, er hatte recht,schade das es ihn scheinbar nicht mehr
gibt.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Wolfgang

> Wiederum, 5987 euro x 38,0663 sind 22.790 beitragsaufwand.

22.790 sind knapp 23.000 ;-)
Ihre Langfassung ist natürlich richtig.

Gruß
w.

von
Rosanna

Hallo RatRV08,

Ihre Frage "Wie funktioniert dies in der Praxis? Muss es während der Beschäftigungszeit geschehen, dh solange der Versicherte noch auf der Gehaltsliste steht oder geht es auch nach dem Ausscheiden, vor dem 65. Lebensjahr? Wie wird dies initiiert, muss man einen Antrag stellen?"

Nach dem Ausscheiden wird dies Ihren Arbeitgeber NICHT mehr interessieren.

Wenn ein Arbeitgeber seinen Angestellten "loshaben" will, wird er dies in der Regel mit einer Abfindung tun. Manche Arbeitgeber erklären sich dann auch bereit, den Rentenabschlag bei Inanspruchnahme einer vorzeitigen Altersrente mit Abschlag auszugleichen. Entweder wird die Abfindung um diesen Betrag erhöht oder auch nur der Rentenabschlag ausgeglichen.

Wenn Sie dies interessiert, sollten Sie sich - wie von den anderen Usern bereits aufgeführt - eine aktuelle Rentenauskunft einholen, mit dieser beim Arbeitgeber/Personalbüro nachfragen, ob dies in Ihrer Firma überhaupt möglich ist. Natürlich handhaben dies nicht alle Arb.Geber gleichermaßen, denn es ist ja nicht gerade wenig, was gezahlt werden muß.

Aber - fragen kostet ja nix! :-))

MfG Rosanna.

Experten-Antwort

Hallo RatRV08,

Wolfgang und Rosanna haben Ihnen das Verfahren korrekt erläutert.